31.01.2007 · Mit satten Kursgewinnen machen schon seit Wochen die Aktien der Schmack Biogas AG auf sich aufmerksam. Dabei sind sie hoch bewertet.
Mit satten Kursgewinnen machen schon seit Wochen die Aktien der Schmack Biogas AG auf sich aufmerksam. Ausgehend von 35 Euro noch im November haben sie inzwischen etwas mehr als 80 Prozent zugelegt auf zuletzt 63,3 Euro. Der kurzfristige Trend zeigt weiterhin nach oben.
Allerdings ist das die technische Sicht. Denn fundamental lässt sich die Kursbewegung hinterfragen. Denn die Aktie ist auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 83 und knapp 40 alles andere als ein Schnäppchen und damit hoch spekulativ.
Produktion alternativer Energien - vielfach hoch subventioniert
Hintergrund der Kursentwicklung dürften Tendenzen in vielen Staaten sein, hohen Energiepreisen durch die Förderung der Produktion alternativer Energien zu begegnen. Solche Tendenzen gibt es sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten.
Neuerdings mögen Berichte über eine Studie für Auftrieb sorgen, nach der Biogas angeblich die russischen Erdgasimporte in die EU vollständig ersetzen könnten. Zu diesem Ergebnis komme eine bisher unveröffentlichte Studie des Leipziger Instituts für Energetik und Umwelt, hieß es. Der gesamte derzeitige europäische Erdgasverbrauch könne bis 2020 mit Biogas gedeckt werden, heißt es weiter.
Demnach schlagen die Forscher vor, spezielle Mais-Züchtungen mit besonders viel Biomasse entlang europäischer Erdgas-Pipelines anzubauen, so dass das Gas ohne großen Aufwand eingespeist werden könnte. Die notwendigen Flächen stünden zur Verfügung, hieß es in der Meldung weiter. Das klingt gut, beinahe zu gut.
Die Leipziger Studie wurde allerdings im Auftrag des Fachverbands Biogas, der Stadtwerke Aachen und der Grünen-Fraktion im Bundestag erstellt. Und das kann zu denken geben. Denn wer wird sich über das Ergebnis wundern, wenn er die Initiatoren der Studie betrachtet?
Die Förderung von Energiesparmaßnahmen wäre sinnvoller
„Wenn das Biogaspotential in Europa ausgenutzt werde, ließen sich bis ins Jahr 2020 die CO2-Emissionen um 10 Prozent senken. Allein dadurch würden die im Kyoto-Protokoll festgelegten Klimaschutzziele erreicht, hieß es in der Meldung weiter. Anders als Erdgas setze Biogas kein klimaschädliches Kohlendioxid frei,“ wird weiter argumentiert. Auch das klingt gut.
Fragt sich nur, ob bei solchen Argumentationsketten die gesamte Energie- und Wirtschaftsbilanz berücksichtigt wird, die von der Herstellung von den für die Erzeugung von Biogas notwendigen Maschinerie, über die Produktion der Energiemasse - Maschinen, Pflanzung, Pflege, Ernte, Verarbeitung, Transport et cetera - bis hin zu Preis- und Verdrängungseffekten berücksichtigt. Solche sind jetzt schon deutlich erkennbar, da beispielsweise die Preise für Futtermittel in Europa dramatisch ansteigen.
Auf dieser Basis dürfte man die bisher hoch subventionierten Geschäftsmodelle mit einer gewissen Skepsis betrachten müssen. Die Aktien der entsprechenden Unternehmen bleiben damit spekulativ, da sie von den Subventionen abhängen. Diese wären jedoch deutlich besser verwendet, würden sie für Energiesparmaßnahmen eingesetzt. Zum Beispiel durch die Einführung energieeffizienterer Transportmethoden, wird doch beispielsweise der größte Teil des Öls genau für diesen Zweck verbraucht. Nichts produziert Energie günstiger, als sie nicht sinnlos zu verschwenden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |