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Aktienstrategie Positiver Ausblick für Energieaktien

25.08.2008 ·  Nach dem jüngsten Ausverkauf bei Energieaktien stufte S&P seine Empfehlung für den Sektor auf „übergewichten“ herauf. Die Gründe: Positiver fundamentaler Ausblick und charttechnische Kontraktion innerhalb eines langfristigen Bullenmarktes.

Von Sam Stovall
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Wenn Ihnen jemand sagen würde, dass ein bestimmter Sektor des S&P-500 den Markt in sieben der vergangenen acht Jahre um jährlich durchschnittlich 17,9 Prozentpunkte (insgesamt 143 Prozentpunkte) geschlagen hat und diese Outperformance im bisherigen Jahresverlauf bis Mitte August zum achten Mal erzielt, würden Sie dann kaufen, halten oder verkaufen?

Dies ist das Dilemma, dem sich Anleger derzeit gegenübersehen. Für jene, die darauf warteten, dass der gipfelstürmende Energiesektor eine Verschnaufpause einlegen würde, hat das Warten ein Ende. In den zurückliegenden 13 Wochen sank der Energiesektorindex des S&P-1500 um 19 Prozent gegenüber einem Rückgang des breiten Marktes von 8,4 Prozent. Ist es nun also an der Zeit, diesem Sektor den Rücken zu kehren oder sollte man sich die Kursschwäche zunutze machen? Wir halten letzteres für die bessere Strategie.

Positiver fundamentaler Ausblick für den Energiesektor

Am 13. August stufte die S&P Equity Strategy Group ihre Empfehlung für den S&P-500-Energiesektor von „marktgewichten“ auf „übergewichten“ herauf. Bis zum 15. August des laufenden Jahres ging der S&P-500-Energieindex, der auf Basis der Marktkapitalisierung 13,1 Prozent des S&P-500 ausmacht, um 10,2 Prozent zurück, während der S&P-500 im gleichen Zeitraum um 10,6 Prozent an Wert verlor. Im Vorjahr kletterte dieser Sektorindex um 32,4 Prozent gegenüber einem lediglich 3,5-prozentigen Anstieg des S&P-500. Der Energiesektor umfasst sieben Branchenindizes, von denen der Index Integrierte Öl- und Gasunternehmen mit 56 Prozent den bei weitem größten Anteil am Marktwert des Sektors stellt.

S&P Equity Research formuliert einen positiven fundamentalen Ausblick für den Energiesektor. Die Preise für die in den Vereinigten Staaten wichtigste Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) übersteigen 2008 mit einem auf das Kalenderjahr gerechneten Durchschnittsniveau von 120,25 Dollar je Fass nach wie vor das historische Mittel, während der durchschnittliche Barrelpreis im bisherigen Jahresverlauf bei 114 Dollar liegt. Die beiden Branchenindizes Integrierte Öl- und Gasunternehmen sowie Öl-/Gasausrüstung und -dienstleistungen, die zusammen fast 75 Prozent des Sektors repräsentieren, wurden von uns jeweils mit einem positiven Ausblick versehen. S&P-Analysten prognostizieren für den Sektor im laufenden Jahr ein Gewinnwachstum je Aktie von 32 Prozent, während für den breiten Markt ein Nullwachstum erwartet wird.

Das Sektor-KGV auf Grundlage der für 2008 geschätzten Gewinne liegt mit 8,7 weit unterhalb des durchschnittlichen KGVs des S&P-500 von 15,7. Das Verhältnis aus KGV und dem für einen Fünfjahreszeitraum prognostizierten Gewinnwachstum je Aktie (dynamisches KGV) von 0,6 ist niedriger als jenes des breiten Marktes (1,2). Der marktgewichtete Durchschnitt der S&P-Ratings für den Energiesektor beträgt 4,5 Sterne (von fünf Sternen) und liegt damit über dem Mittelwert des S&P-500 von 3,6.

Charttechnik: Kontraktion innerhalb der Grenzen eines langfristigen Bullenmarktes

Unser technischer Ausblick für den Energiesektor des S&P-500 ist positiv. Nachdem der S&P-Sektorindex in einen Bereich mit mehreren Chartunterstützungen zurückgefallen ist, gehen wir davon aus, das die jüngste Korrektur ein Ende gefunden hat. Nach unserer Ansicht verzeichnete der Sektor eine starke Kontraktion innerhalb der Grenzen eines langfristigen Bullenmarktes. Während die wöchentlichen Momentum-Indikatoren weiterhin nach unten gerichtet sind, stieß der Index in überverkauftes Gebiet vor - eine in unseren Augen gute Gelegenheit zur Heraufstufung eines der führenden Sektoren des Marktes.

Die relative Stärke gegenüber dem S&P-500 sank direkt auf ihre Unterstützung in Gestalt des exponentiell gleitenden 65-Wochen-Durchschnitts zurück und befindet sich weiterhin in einem langfristigen Aufwärtstrend. Wir sind zwar der Überzeugung, dass technische Indikatoren auf einen weiteren Ölpreisrückgang in den Bereich zwischen 100 und 110 Dollar je Fass hindeuten könnten, gehen jedoch davon aus, dass der größte Teil der Abwärtsbewegung hinter uns liegt.

Fazit: Wir empfehlen eine Übergewichtung des S&P-500-Energiesektors, da wir damit rechnen, dass ein Ölpreisniveau über dem historischen Durchschnitt, vergleichsweise niedrige Bewertungen und ein positiver technischer Ausblick zu einer neuerlichen Outperformance gegenüber dem breiten Markt führen wird.

Sam Stovall ist Chefstratege von S&P Equity Research Services.

Quelle: Business Week Online
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