18.12.2009 · Die Stimmung der deutschen Privatinvestoren hat sich eingetrübt. Das zeigen Umfragen sowohl von J.P. Morgan Asset Management als auch der DZ Bank. Dagegen sind professionelle Fondsmanager gemäß einer Umfrage von Merrill Lynch optimistisch.
Das Auf und Ab des Dax in den vergangenen Wochen hat die Stimmung der deutschen Privatinvestoren wieder eingetrübt: Nachdem im September noch fast jeder Zweite zuversichtlich in die Börsenzukunft blickte, sank der Anteil der Aktienmarkt-Optimisten jetzt wieder. Das zeigen Umfragen sowohl von . J.P. Morgan Asset Management als auch der DZ Bank.
An eine positive Entwicklung des deutschen Aktienmarktes in den nächsten sechs Monaten glauben nach einem Rückgang um 7,8 Prozentpunkte nun lediglich 38,6 Prozent der befragten Anleger. Bei der aktuellen, 86. J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Befragung stieg parallel dazu der Anteil der Pessimisten erneut an. Die Quote der Börsen-Skeptiker erhöhte sich um 10,5 Punkte auf 30,6 Prozent.
„Obwohl der Trend des Dax trotz seiner Volatilität weiterhin aufwärts geht, zeigen sich die deutschen Privatanleger wieder verunsichert“, hieß es. In dieses Bild passe, dass nach wie vor ein Teil der Befragten bewusst keine Stellung bezieht: Der Anteil der Unentschlossenen reduzierte sich zwar ebenfalls; mit 30,7 Prozent kann oder will sich aber immer noch jeder dritte Befragte nicht festlegen.
Investor Confidence-Index trotz Rückgang im Plus
Der Rückgang im Anlegervertrauen zeigt sich auch im J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Gesamtindex: Der Mittelwert aus allen Antworten büßte fast den gesamten Boden, den er bei der letzten Befragung im September gutgemacht hatte, wieder ein. Nach einem Anstieg um 2,4 Prozentpunkte sank er nun um 2,3 Punkte und notiert aktuell auf einem Wert von 0,5. „Mit diesem Ergebnis im positiven Bereich zeigen die Anleger also nichtsdestotrotz ein positives Stimmungsniveau“, betont Servais. Die Stimmungseintrübung lässt sich stärker bei den Frauen als bei den Männern feststellen: Bei den weiblichen Befragten pendelt der Index mit einem Rückgang von 3,9 Punkten auf -1,5 sogar noch stärker zurück als er beim dynamischen Anstieg der letzten Befragung gewonnen hatte (2,9 Punkte). Bei den Männern sank der Indexwert dagegen nur leicht um 0,8 Punkte auf 2,1.
Investitionsbereitschaft geht weiter zurück
Die Bereitschaft der Privatanleger, im nächsten halben Jahr zu investieren, ist ebenfalls rückläufig: Der Anteil derjenigen, die weitere Investments tätigen wollen, sank nochmals um 1,3 Prozentpunkte, nachdem er bei der letzten Befragung bereits um 4,4 Punkte zurückgegangen war. Noch im Juli war diese Quote um fast zehn Prozent angestiegen. Nun planen lediglich 32,7 Prozent neue Anlagen. „Dass die Investmentbereitschaft ebenso wie das Vertrauen in die Börse weiter sinkt zeigt, wie dramatisch die Aktienkultur in Deutschland durch die Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen wurde“, erläutert Servais. Diese Ergebnisse böten jedoch Ansatzpunkte für Finanzberater. „Es besteht weiterhin Nachholbedarf zu erkennen, dass es auch für weniger optimistische Anleger sinnvolle Anlagestrategien gibt, die zu ihrem vorsichtigeren Marktszenario und Risikoprofil passen.“
Die Favoriten für weitere Anlagen zeugen ebenfalls von der Zurückhaltung der Privatinvestoren. Tagesgeldkonten verbleiben auf dem ersten Rang der gewählten Investments. Mit einem Plus von 1,6 Punkten auf 13,5 Prozent liegen sie weiterhin vor den Fonds, die ebenfalls zulegen konnten. Sie werden nach einem Zuwachs von 0,8 Punkten derzeit von 12,5 Prozent favorisiert. Sicherheit - in Form von Sparbüchern - wird weiterhin groß geschrieben: Sie stiegen in der Anlegergunst ebenfalls um 0,8 Prozentpunkte auf nun 11,9 Prozent. Die Bereitschaft zu Direktanlagen in Aktien geht erwartungsgemäß zurück. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die sich für Aktieninvestments entscheiden wollen, mit 7,6 Prozent im historischen Vergleich nach wie vor auf relativ hohem Niveau.
Privatanleger trauen dem Aktienmarkt nicht
Obwohl die meisten weiter steigende Kurse erwarten, wollen derzeit weniger Privatanleger als noch vor drei Monaten direkt in Aktien investieren. Gemäß einer Umfrage der DZ Bank gehen drei Viertel der Anleger davon aus, dass die Finanzkrise noch andauern wird.
Institutionelle Anleger sind optimistisch
Dagegen sind die institutionellen Anleger gemäß der am Donnerstag veröffentlichten Fondsmanager-Unfrage von Merrill Lynch überaus optimistisch. 80 Prozent der insgesamt 302 befragten Experten gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft in den kommenden zwölf Monaten stärker werden wird. 63 Prozent rechnen allerdings mit einem unterdurchschnittlen Wachstum bei verhaltener Preisentwicklung. Obwohl die professenionellen Anleger im kommenden Jahr mit einem gesamten Aktienertrag von durchschnittlich 7,7 Prozent rechnen - angeführt von der Asien-Pazik-Region, gefolgt von den restlichen Schwellenländern, Europa, Großbritannien und schließlich den Vereinigten Staaten und Europa - haben die konventionellen Fondsmanager zuletzt ihren Risikoappetit etwas gezügelt. Dagegen befindet sich der Risikohunger der Hedge-Fondsmanager auf dem höchsten Stand seit Mai.
Über die Umfragen
Mit der J.P. Morgan Asset Management Investor Confidence-Studie ermittelt die Fondsgesellschaft zweimonatlich die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten der deutschen Privatanleger. Die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführte repräsentative Befragung fand zuletzt vom 6. bis zum 20. November 2009 statt. Im ersten Schritt wird die Quote der Investmentbesitzer festgestellt; aus dieser Teilgruppe lässt sich dann der Investor Confidence-Index erheben. Der Stimmungsdämpfer machte sich sehr stark beim Investmentbesitz bemerkbar. Er sank aktuell um weitere 1,8 Prozentpunkte, nachdem er bereits bei der letzten Befragung drei Prozentpunkte eingebüßt hatte. Mit 15,6 Prozent der Befragten ist dies der niedrigste jemals erhobene Anteil von Investoren. Selbst im Dezember des letzten Jahres, als die Anlegerstimmung deutlich negativer war, hielten mehr Deutsche börsennotierte Investments wie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Fonds, Optionsscheine oder Zertifikate.
Die Daten zur Umfrage der DZ Bank wurden in der Zeit vom 13. bis 25. November 2009 im Rahmen einer telefonischen Umfrage von TNS Infratest erhoben. Die Stichprobe von 1.026 ist repräsentativ für anlage-affine Personen in der deutschen Bevölkerung ab 18 Jahren.
Merril Lynch befragte vom vierten bis zum zehnten Dezember insgesamt 302 Anleger weltweit. Darunter waren 213 Fondsmanager mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 617 Milliarden Dollar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |