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Montag, 13. Februar 2012
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Aktienmarkt Japan 50 Prozent handeln unter Buchwert

08.12.2008 ·  Die Börsen erholen sich kurzfristig. In Japan sehen die Aktien in langfristiger Betrachtung attraktiv aus. Das Verhältnis zwischen Kursen und Gewinnen liegt so tief wie schon lange nicht mehr. Viele Papiere handeln unter dem Buchwert.

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Die Börsen verbuchen am Montag deutliche Kursgewinne, nachdem die Wall Street am Freitag trotz eines katastrophalen Arbeitsmarktberichts mit Kursgewinnen aus dem Handel gegangen war.

Die Anleger scheinen zumindest kurzfristig einmal mehr darauf zu vertrauen, dass der Aktionismus von Regierungen und Zentralbanken die Weltkonjunktur wieder beflügeln werde, nachdem in den vergangenen Monaten viele Länder in die Rezession abgeglitten sind. Ob diese Erwartungen zu Recht gehegt werden, sei dahingestellt.

Skeptischer Blick auf die Gewinnerwartungen

Angesichts der hohen Schulden, die in den vergangenen Jahren vor allem in den angelsächsischen Staaten angehäuft wurden und die zu einem nicht wiederholbaren Konsumboom geführt hatten, sind daran Zweifel angebracht. In diesen Staaten müssen in den kommenden Jahren die Sparquoten steigen, was den Konsum und damit das Wirtschaftswachstum begrenzen wird.

In diesem Umfeld dürften Unternehmen nur bedingt in der Lage sein, ihre Gewinne so stark wie in der Vergangenheit zu steigern. In den vergangenen Jahren kamen große Teile der Ertragszuwächse von Finanzunternehmen. Aufgrund der Finanzkrise, der notwendigen Redimensionierung und Neukalibrierung der Geschäftsmodelle werden die Gewinnbeiträge der Branche künftig eher bescheiden ausfallen. Aus diesem Grund betrachten kritische Anleger die Gewinnschätzungen und die daraus abgeleiteten Aktienbewertungen der Analysten in den westlichen Staaten kritisch.

Anders sieht es in Japan aus. Dort hatten die Unternehmen in den vergangenen Jahren der Stagnation genügend Zeit, ihre Bilanzen zu bereinigen. Sie haben den Anpassungsprozess hinter sich, den viele Banken und Industrieunternehmen in anderen Teilen der Welt noch vor sich haben. Japanische Firmen konnten in den vergangenen Jahren ihre Gewinne und ihre Nettovermögen im Trend steigern.

Japan hat die Anpassung hinter sich - viele Aktien handeln unter Buchwert

Im Rahmen der Weltrezession mögen sie im Exportsektor deutlich unter Druck geraten. Auf der anderen Seite hat die japanische Börse in den vergangenen Monaten schon eine negative Entwicklung vorweggenommen. Setzt man die Gewinnentwicklung ins Verhältnis zur Kursentwicklung an der Börse, so sehen die japanischen Aktien schon seit mehreren Jahren so günstig aus, wie in den letzten 30 Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht. Tatsächlich wird die Hälfte der im Nikkei 225 gehandelten Aktien unter Buchwert gehandelt. Das heißt, sie können im aktuellen Umfeld günstig erworben werden.

Japan könnte nicht nur überproportional von einer künftigen Erholung der Konjunktur in den Schwellenländern profitieren. Sollte die Regierung zudem die Binnenkonjunktur wirksamer stimulieren können als in der Vergangenheit, würde dies die Wirtschaft des Landes stabilisieren oder gar beflügeln. Im Gegensatz zu vielen Konsumenten in den angelsächsischen Staaten habe japanische Verbraucher hohe Ersparnisse angehäuft. Und der Konsum ist in Japan deutlich wichtiger als der Exportsektor, der in den vergangenen Jahren im Rahmen einer merkantilistischen Wechselkurspolitik künstlich gefördert wurde.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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