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Aktienmarkt Ein Favoritenwechsel an der Börse ist wahrscheinlich

In diesem Jahr haben konjunkturabhängige Aktien wie Rohstoffwerte enttäuscht. Doch die Aussichten bessern sich. Gelohnt hätten sich dagegen bisher Investitionen in Pharmaunternehmen.

© dpa Gute Aussichten an der Börse

Das Jahr 2013 ist bislang kein schlechtes Aktienjahr gewesen: Der Dax hat seit Jahresbeginn fast 8 Prozent auf nun rund 8200 Punkte zugelegt. Und nicht nur der deutsche Aktienindex erreichte vor knapp einem Monat zudem einen neuen Rekordwert von 8558 Punkten - obgleich es anschließend an den Börsen wieder abwärts ging. Anleger konnten allerdings in diesem Jahr auch einiges falsch machen: Wirft man einen Blick auf die Branchen, so bilden die Rohstoffwerte gemessen an ihrem Stoxx-Index mit einem Rückgang um ein Fünftel das Schlusslicht in Europa. Auch die Energieaktien liegen im Minus. Neben diesen beiden Verlierern gibt es jedoch unter den 16 anderen europäischen Stoxx-Branchenindizes nur Gewinner.

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Rohstoffkonzerne zählen zu den konjunkturabhängigen Unternehmen. Auch der Automobil-, Bau-, Chemie- oder Industriebereich gehören dazu. „Die Grundstoffaktien sind schlecht gelaufen, weil die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern und vor allem in China in diesem Jahr deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist“, sagt Carsten Klude, Chefvolkswirt der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Zudem habe die neue Führung in China klargemacht, dass ihr mehr an der Qualität des Wachstums liege als an den absoluten Zahlen. In diesem Umfeld sind auch die Preise von Industriemetallen wie Aluminium und Kupfer deutlich gefallen.

Infografik / Große Verluste mit Grundstoffen © F.A.Z. Vergrößern

Christian Stocker, Aktienstratege der Unicredit, verweist auf den engen Zusammenhang zwischen den Preisen der Industriemetalle und den Kursen der Minen- und Stahlaktien. Der starke Preisverfall der Rohstoffe führe zu deutlichen Gewinnrevisionen der Unternehmen. Angesichts der derzeit etwas an Schwung verlierenden Konjunkturdynamik in China stehe die Nachfrageseite unter Druck, begründet Stocker die Kursverluste. Zugleich habe aber auch das Angebot zum Beispiel an Kupfer zugenommen.

Doch es geht auch anders: In diesem Jahr besonders gelohnt hätte sich ein Investment in Pharma- und Gesundheitsunternehmen. Ihr Stoxx-Index ist der Halbjahresbeste. So ist die Aktie des Generikaherstellers Stada Arzneimittel fast um 40 Prozent im Kurs gestiegen. Die Papiere der Pharmakonzerne Glaxo Smith Kline, Roche Holding und Merck KGaA haben jeweils rund ein Viertel an Wert gewonnen. „Gesundheitswerte sind klassische defensive Aktien, die auch zu enttäuschenden Konjunkturdaten passen“, sagt Klude. In einem solchen Umfeld suchten Anleger weniger konjunktursensible Titel, um die Risiken ihrer Aktienanlage zu begrenzen. Für Gesundheitsaktien spreche zudem, dass sie ansehnliche Dividendenrenditen aufwiesen. Überdies sorge das große und andauernde Thema der alternden Bevölkerung für Kursfantasie. „Viele defensive Werte wie Pharmakonzerne, Nahrungsmittel- und Getränkehersteller oder andere Konsumunternehmen profitieren von dem strukturell recht robusten Wachstum in den Schwellenländern“, sagt Stocker und verweist auf das dortige Bevölkerungswachstum und die vergleichsweise niedrigen Pro-Kopf-Einkommen. Einige dieser Unternehmen wie Nestlé, Unilever oder Roche erzielten dort 40 bis 50 Prozent ihrer Umsätze.

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Doch bald könnte es an der Börse zu einem Favoritenwechsel kommen. Läuft die Konjunktur besser, dann steigen in der Regel die Aktienkurse der zyklischen Unternehmen überdurchschnittlich, die der defensiven Werte wiederum unterdurchschnittlich. Klude verweist auf sich verbessernde Frühindikatoren - sei es in Europa oder Asien - und rechnet im zweiten Halbjahr mit einer nachlassenden Rezession in einigen europäischen Ländern: „Dies dürfte in den kommenden Wochen und Monaten ein gewisses Comeback der Zykliker wahrscheinlich machen.“ Auch seien im vergangenen Monat erstmals seit einem Jahr die Gewinnschätzungen der Analysten für die Gewinne der Unternehmen in den Jahren 2013 und 2014 wieder gestiegen, sagt Klude. Mit den höheren Unternehmensgewinnen, seien auch höhere Kursziele möglich. Dann könne der Dax relativ zügig in die Region von 9000 Punkten laufen. Auch Stocker rechnet im zweiten Halbjahr mit einer sich bessernden wirtschaftlichen Lage in Europa und China, von der gegen Ende des Sommers oder etwas später vor allem zyklische Aktien profitieren dürften.

Quelle: F.A.Z.

 
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