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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Aktienmarkt Dividendenflut an der Wall Street

 ·  Während in Amerika die Anleger mit Ausschüttungen von Dividenden überhäuft werden, gehen die Dividenden in Europa zurück. Nach positiv ausfallenden Stresstest rechnen Experten mit höheren Ausschüttungen von Banken.

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© AFP Bestanden: Auch die Citibank hat den Stresstest der Fed absolviert

Anleger an der Wall Street profitieren derzeit nicht nur von Kursgewinnen an den Börsen, sondern werden auch regelrecht von Dividenden überschüttet. Im Februar haben 77 der im breit gefassten Aktienindex S&P 500 abgebildeten Unternehmen die Erhöhung ihrer Dividende angekündigt, so viele wie nie zuvor. Dazu gehören die Baumarktkette Home Depot, der Mischkonzern General Electric und der Getränkehersteller Pepsico. Für das gesamte Jahr kalkulieren die Analysten des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices nun mit Ausschüttungen von mehr als 300 Milliarden Dollar nach 282 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Die Dividendenflut in Amerika, die aus den in den vergangenen Jahren angehäuften hohen Barmittelbeständen der Unternehmen resultiert, steht in krassem Gegensatz zur Entwicklung in Europa. Nach Angaben des Informationsdienstes Thomson Reuters sind die von europäischen Unternehmen gezahlten Dividenden 2012 angesichts konjunktureller Unwägbarkeiten um 0,8 Prozent zurückgegangen. In Amerika waren die Ausschüttungen um 18 Prozent gestiegen.

An der Wall Street nehmen auch die Rückkäufe eigener Aktien durch Unternehmen zu. Nach Angaben der Analysegesellschaft Birinyi Associates kündigten amerikanische Unternehmen im Februar Aktienrückkäufe im Wert von knapp 118 Milliarden Dollar an - das höchste Volumen seit mindestens 1985. Diese Trends haben zur Hausse der Aktienkurse an der Wall Street mit beigetragen. Der Dow Jones, in dem 30 amerikanische Standardwerte abgebildet sind, ist diese Woche auf ein neues Rekordhoch geklettert und hat auch am Freitag eine neue Rekordmarke erreicht. Dividenden machen Aktien als Anlage attraktiv. Aktienrückkäufe, die die Zahl der ausstehenden Aktien verknappen, steigern zudem den Gewinn je Aktie.

In den vergangenen zwei Jahren haben Privatanleger jeweils 17 Milliarden Dollar zusätzlich in Investmentfonds angelegt, die auf Dividendenaktien spezialisiert sind. Dagegen waren aus regulären Aktienfonds 80 Milliarden Dollar abgeflossen, heißt es bei der Bank JP Morgan Chase. Dividendenaktien sind attraktiv, weil sie Anlegern aktuell eine höhere Rendite bieten als Staatsanleihen. Die Aktiengesellschaften im Dow Jones kommen trotz gestiegener Kurse aktuell auf eine durchschnittliche Dividendenrendite von 2,8 Prozent. Die Dividendenrendite des S&P 500 liegt nach Angaben des Informationsdienstes Indexarb bei rund 2 Prozent. Dagegen rentierten amerikanische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren zuletzt unter 2 Prozent. Die Dividendenrendite errechnet sich, indem man die jährliche Ausschüttung in Relation zum Kurs einer Aktie setzt. Wenn der Aktienkurs steigt, geht die Rendite bei gleichbleibender Ausschüttung zurück und umgekehrt.

Auch amerikanische Banken dürften nach Einschätzung von Fachleuten zu einer weiter steigenden Dividendenflut beitragen. Die meisten Kreditinstitute hatten beim jüngsten Belastungstest der Notenbank Fed gute Noten für ihre Eigenkapitalausstattung bekommen. In der kommenden Woche will die Fed mitteilen, ob sie den von den Banken gestellten Anträgen auf höhere Dividenden und Aktienrückkäufe stattgibt. „Das Bestehen des Stresstests ist sehr positiv“, sagte Bankenanalyst Brad Hintz vom Wertpapierhaus Sanford Bernstein. „Es bestätigt dem Markt, dass eine Bank die Kapazität hat, Kapital in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen zurückzugeben.“ Die Großbank Citigroup, der die Fed im vergangenen Jahr noch eine Dividendenerhöhung verweigert hatte, kündigte jetzt an, für 1,2 Milliarden Dollar Aktien zurückkaufen zu wollen.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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