06.01.2010 · Der Aktienmarkt in Vietnam hat im neuen Jahr bereits acht Prozent zugelegt. Damit steht der VN-Index, der Ende 2009 nach einer Währungsabwertung und einer Zinserhöhung noch wackelte, mit ganz oben in der Performance-Rangliste für 2010.
Mit einem Kursplus von fast acht Prozent hat der vietnamesische VN Index einen der weltweit besten Jahresauftakte erwischt. Und seit dem am 17. Dezember markierten Zwischentief beläuft sich das eingefahrene Gewinn sogar auf 23 Prozent. Damit steht die jüngste positive Entwicklung in einem scharfen Kontrast zu dem, was im vierten Quartal passiert ist. Denn da geriet der Leitindex nach einem noch am 22. Oktober bei 624 Punkten markierten Zwischenhoch deutlich unter Druck. In der Endphase dieser Abwärtsbewegung sorgte vor allem eine überraschende Abwertung der Landeswährung Dong und eine gleichzeitig Leitzinserhöhung von 7 auf 8 Prozent vor schlechte Stimmung unter den Anlegern. Dem VN Index bescherte das gemessen am Oktoberhoch letztlich ein Minus von 30 Prozent.
Doch inzwischen hat sich der VN Index wieder bis auf 534 Punkte erholt und der zuletzt hingelegte fulminante Zwischenspurt nährt bei den Bullen unter den Börsianern die Hoffnung, dass der Markt die zuvor gesehene Schwäche langfristig abschütteln kann. Als Kursstütze erweist sich neben einer gewissen Stabilisierung am Devisenmarkt unter anderem die Entscheidung der Regierung, die 20 Goldhandelszentren ab dem zu schließen. Das ist deshalb von Bedeutung, weil die Vietnamesen dort zuletzt eifrig gehandelt haben (das Goldhandelsvolumen beläuft sich auf 1 Milliarde Dollar am Tag und einige Schätzungen gehen zudem davon aus, dass sich die Goldreserven in Vietnam auf 800 Tonnen belaufen, was 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprechen würde) und vielleicht fließt das dort investierte Geld künftig dann wieder vermehrt an den Aktienmarkt.
Wirtschaftswachstum soll wieder anziehen
Trotz des im Verlauf des vierten Quartals erlittenen Schwächeanfalls darf aber nicht vergessen werden, dass es beim VN Index 2009 trotzdem zu einem Jahresplus von 57 Prozent gereicht hat. Und nach dem in 2008 erlittenen scharfen Einbruch von 66 Prozent trauen lokale Experten dem Markt auch in diesem Jahr eine gute Entwicklung zu. So sagte der größte lokale Broker Thang Long Securities zum Jahreswechsel für 2010 ein Kursplus von mindestens 50 Prozent voraus. Die Zuversicht gründet dabei auf der Hoffnung einer konjunkturellen Erholung. „2010 werden die Anleger definitiv mehr Vertrauen haben, da sich die Wirtschaft auf dem Wege der Besserung befindet“, glaubt Thang Long Vizedirektor Quach Manh Hao.
Im Vorjahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 5,2 Prozent, was letztlich besser war als befürchtet und 2010 strebt die Regierung einen Anstieg von 6,5 Prozent an. Dieses Wachstum ist aber auch nötig, damit die jährlich etwa 1 Million Menschen, die neu auf den Arbeitsmarkt strömen, eine Stelle finden können, wie die Analysten von Germany Trade & Invest betonen. Nach Einschätzung des Ökonomen und Politikberaters Le Xuan Nghia wird es vermutlich mindestens noch drei Jahre dauern, bis Vietnam wieder an die Erfolge vor der Krise anknüpfen kann und reale Zuwächse beim Bruttoinlandsprodukt von 7 bis 8 Prozent erreichen kann.
Inflationsrate bleibt ein Unsicherheitsfaktor
Auf dem Weg dorthin warten noch einige Klippen. Unter anderem bedarf es Verbesserung in der Leistungsbilanz. Viel wird auch davon abhängen, wie sich die ausländischen Direktinvestitionen weiter entwickeln werden und ob der Dong stabil bleibt. Ein Unsicherheitsfaktor stellt zudem die Inflationsrate dar. Diese konnte 2009 zwar einigermaßen im Zaum gehalten werden und auch für 2010 rechnen Beobachter mit einer Teuerungsrate unter der tolerierten Marke von 10 Prozent. Dennoch warnt Michel Tosto von Vina Securities: „Die einzige echte Gefahr am Horizont ist die Inflation. Gerät sie außer Kontrolle, konnte es schlimm werden.“ Im Auge behalten sollten die Verantwortlichen zudem die Entwicklung an der Wettbewerbsfront. Denn 2009 hat Vietnam im Vergleich zum Vorjahr weiter an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Nach dem Global Competitiveness Index des World Economic Forum ist das Land um fünf Plätze auf den 79. Rang nach unten gerutscht.
Was die Perspektiven des Aktienmarktes angeht, kommt es ansonsten darauf an, wie sich die Liquiditätslage weiter entwickelt. Die Frage wird sein, wie viel Geld die Banken zur Verfügung stellen können, die zuletzt etwas Schwierigkeiten damit hatten, ausreichend Einlagen anzulocken. Um in Sachen Liquidität am Aktienmarkt für eine Verbesserung zu sorgen, wird über eine Verkürzung der momentan noch gültigen Haltedauer von drei Tagen nach einem Aktienkauf nachgedacht. Vertretbar gestaltet sich ansonsten das Bewertungsniveau, zumindest wenn man das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für die Börse in Hanoi unterstellt, das sich laut Bloomberg-Angaben auf rund 13 beläuft.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |