02.03.2007 · Der Kursrutsch in China dürfte sich noch etwas fortsetzen. Denn die dortigen Aktien sind noch immer überkauft. Auf die Wirtschaft dürfte sich das aber nicht negativ auswirken, glauben zumindest die Analysten von BCA Research.
An die extreme Kursschwäche, die sich zu Wochenbeginn an den chinesischen Börsen breit gemacht hat, knüpfen sich viele Fragen. Unter anderem die, wie sich der Einbruch auf die Wirtschaft auswirken wird und ob dies vielleicht schon der Vorbote für eine Konjunkturschwäche ist. Die Analysten bei BCA Research in Kanada haben sich zu diesem Sachverhalt einige Gedanken gemacht und die gewonnen Erkenntnisse mit interessanten Grafiken unterlegt.
Zunächst stellen die Analysten erst einmal generell fest, dass der Kurseinbruch keine große Überraschung sei. Vielmehr sei dies nach den zuvor überaus starken Gewinnen längst überfällig gewesen. Schon mehrfach habe man in den hauseigenen Publikationen seit Jahresanfang auf die gestiegenen Risiken am dortigen Aktienmarkt hingewiesen.
Nur begrenzte reale Auswirkungen aus den Kursverlusten
Ansonsten werden bei BCA Research die jüngsten Kurseinbußen als Korrektur eingestuft, nicht aber als generelle Trendwende des langfristigen Aufwärtstrends. Zudem sollten die Effekte auf die übrigen Weltbörsen letztlich eher begrenzt sein, weil die chinesischen Märkte aufgrund von Kapitalverkehrskontrollen noch immer ziemlich isoliert seien.
Auch was die Auswirkungen aus den Kursverlusten auf die Konjunktur angeht, wird Entwarnung gegeben. Der Kurseinbruch sei nicht als Vorbote einer Konjunkturschwäche in China zu verstehen. Anders als in entwickelten Ländern sei der Zusammenhang zwischen Börsenverfassung und Zustand der Konjunktur noch gering. So habe die Wirtschat zwischen den Jahren 2001 und 2005 geboomt, obwohl in dieser Zeit der Aktienmarkt um 55 Prozent gefallen sei ().
Mit negativen Kettenreaktionen muss nicht gerechnet werden
Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Marktkapitalisierung der chinesischen Aktien mit 44 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt im internationalen Vergleich nicht sehr hoch sei. Dem Zustand des Bankensektors komme da schon eine wesentliche größere Bedeutung zu (). Außerdem sei auch die Zahl der Chinesen, die Aktien besitzen, in den vergangenen Jahren zwar deutlich gestiegen, mit weniger als drei Prozent an der Gesamtbevölkerung sei der prozentuale Anteil der Aktionäre aber noch immer sehr gering () Der Vermögenseffekt durch fallende Aktienkurse auf den Konsum dürfte deshalb begrenzt sein, so die Argumentation.
Auch als Finanzierungsinstrument für die Unternehmen sei die Börse weitaus weniger wichtiger als Bankkredite. Mit Kettenreaktionen sei wegen der gefallenen Kurse auch nicht zu rechnen, denn weder das Engagement der Banken sei zu hoch, noch hätten die Privatanleger zu sehr auf Kredit spekuliert. Insgesamt sei die chinesische Börse einfach noch immer zu klein, um die wirtschaftlichen Aktivitäten direkt zu beeinflussen. Eventuell würde vielleicht sogar Kapital vom Aktienmarkt in Bankeinlagen umgeschichtet bei einer anhaltenden Marktschwäche. Doch das würde die Liquidität erhöhen und vermutlich sogar in sinkenden Zinsen resultieren.
Politik bemüht sich um mehr Effizienz an der Börse
Ansonsten machen die Analysten von BCA Research noch auf eine andere wichtige Entwicklugn aufmerksam. Und zwar bemühten sich die Verantwortlichen ernsthaft darum, die Glaubwürdigkeit und die Effizienz der heimischen Börse zu erhöhen. Diese Anstrengungen gingen im Gerede um etwaige Maßnahmen zur Bekämpfung spekulativer Exzesse momentan zwar meistens etwas unter, seien aber dennoch unübersehbar. So hätten die neu eingeführten strengeren Berichtspflichten ebenso die Markteffizienz verbessert wie die verschärften Anforderungen an die Corporate Governance.
Zudem seien bei den Fonds die internen Kontrollpflichten strenger geworden, die Rekapitalisierung einiger Broker habe zudem die Vertrauenswürdigkeit dieses Sektors erhöht und institutionelle Investoren würden dazu ermutigt, Finanzderivate einzuführen. Auch künftig seien weitere Schritte in diese Richtung zu erwarten, gehe es doch darum, die Rolle des Aktienmarktes als Möglichkeit zur Kapitalaufnahme gegenüber der derzeit noch meistens genutzten Option von Bankkrediten zu erhöhen.
Fazit: Kurzfristig überwiegen laut BCA Research weiter die Risiken am chinesischen Aktienmarkt. Die Börsen seien noch immer überkauft () und es werde noch einige Zeit dauern, um die Exzessse abzu bauen. In der Politik sei man darum bemüht, die boomende Konjunktur etwas zu drosseln. Dies berge gewisse Risiken und im Zuge dieses Prozesses könnten sich in den kommenden Monaten günstige Einstiegsgelegenheiten ergeben.
Mag ja schon sein, aber
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 03.03.2007, 20:24 Uhr
Jetzt "cash" machen....?
wolf haupricht (emilgilels)
- 03.03.2007, 22:08 Uhr
Bester Wolf Amadeus -
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 04.03.2007, 18:58 Uhr
Lieber Herr Andresen.
wolf haupricht (emilgilels)
- 05.03.2007, 00:18 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |