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Samstag, 11. Februar 2012
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Aktienmarkt-Analyse „Der ATX überzeugt mit einem günstigen Chance-Risiko-Profil“

30.03.2010 ·  Deutliche Gewinnsteigerungen, ausbaufähige Eigenkapitalrenditen und ein moderates Kurs-Buchwert-Verhältnis. Das sind die Zutaten, die Erste Bank Analyst Günther Artner dazu bringen, der österreichischen Börse noch Kurspotenzial zuzubilligen.

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Anders als viele andere Aktienindizes, wie etwa auch der Dax, hat es der ATX bisher noch nicht geschafft, auf ein neues Jahreshoch vorzustoßen. Zwar ist es auch dem österreichischen Leitindex bei einem aktuellen Stand von 2.636 Punkten gelungen, sich von dem im Februar markierten Jahrestief bei 2.393 Punkten zu lösen. Doch für ein Überwinden des im Januar bei 2.704 Punkten aufgestellten Jahreshochs hat es bisher noch nicht gereicht

Das Zurückhinken der Wiener Börse lässt sich möglicherweise damit erklären, dass sich die Gewinnschätzungen für den ATX seit Ende 2009 leicht rückläufig entwickelt haben. So wurden seitdem die Prognosen für 2009 um 6 Prozent gesenkt, für 2010 um 4 Prozent und für 2011 um 0,1 Prozent.

Doch für Günther Artner, Leiter CEE Equity Research bei der Erste Bank, ist das nicht der entscheidende Punkt auf den sich die Anleger konzentrieren sollten. Stattdessen verweist er darauf, dass die Analysten im Konsens auch jetzt noch immer mit einer deutlichen Gewinnerholung rechnen. So wird den ATX-Vertretern in diesem Jahr immerhin ein Gewinnplus von 21 Prozent und für 2011 von 37 Prozent zugetraut. Und 2012 wird dann beim ATX Gewinn je Aktie sogar ein neues Rekordhoch für möglich gehalten.

Moderates Kurs-Buchwert-Verhältnis begrenzt die Abwärtsrisiken

Aktuell ergibt sich daraus derzeit auf Basis der für 2010 erwarteten Ergebnisse ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für die Standardwerte von 12,9. Dieser Wert bewegt sich somit sogar leicht über dem historischen Schnitt von 12,7. Auf den ersten Blick mag diese nicht sonderlich attraktiv erscheinen. Aber auch hier kennt Artner ein Gegenargument, das den ATX wieder in besserem Licht erscheinen lässt. „In der letzter Aufschwungphase lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis konstant zwischen 13 und 15. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass das allgemeine Gewinnniveau bei einer für 2010 erwarteten Eigenkapitalrendite von neun Prozent weit unter der historischen Range von 8-18 Prozent liegt.“ Der Markt berücksichtige somit derzeit nicht ausreichend, dass das Gewinnwachstum das Kurs-Gewinn-Verhältnis mittelfristig wieder deutlich nach unten drücken werde.

Hinzu kommt laut Artner die momentan über dem historischen Durchschnitt liegende Differenz zwischen der ATX Gewinnrendite (4,3 Prozent) und der 10-Jahres Anleiherendite (3,6 Prozent). Daraus lasse sich aktuell klares Aufwärtspotenzial ableiten. Das weitere starke Gewinnwachstum in 2010 und 2011 sollte mittelfristig deutliche Kursanstiege zulassen.

Zumal als weiterer Pluspunkt auch noch ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 1,2 hinzu komme. Im historischen Vergleich sei auch dies ein niedriger Wert und ein Rückfall unter 1,1 sei nur in ausgesprochenen Krisensituationen zu erwarten. Wegen der Aussicht auf wieder anziehende Eigenkapitalrenditen und steigenden Unternehmensgewinnen geht man bei der Erste Bank aber nicht von noch niedrigeren, sondern von wieder steigenden Kurs-Buchwert-Verhältnissen aus. Im Dezember 2011 wird demnach diese Relation auf 1,41 taxiert und Ende 2011 auf 1,56.

Ende 2010 sieht die Erste Bank den ATX bei 3.000 Punkten

Daraus und aus allen anderen skizzierten Bewertungsüberlegungen leitet sich für die Erste Bank ein ATX-Kursziel für Ende 2010 von 3.000 Punkten ab. Längerfristig für das 1. Halbjahr 2011 wird der Potenzialwert auf 3.100 bis 3.300 Punkte beziffert und damit auf das vor der Pleite von Lehman Brothers gültige Kursniveau.

„Insgesamt überzeugt der ATX mit einem günstigen Chance-Risiko-Profil“, fasst Artner zusammen. Um 2010 Erfolg an der Börse zu haben, werde es aber trotzdem deutlich stärker als noch 2009 auf die richtige Titelauswahl ankommen. Unter den Standardwerten hält die Erste Bank dabei die Aktien von OMV, RHI, Vienna Insurance Group und Voestalpine für interessant. Im Bereich der Wachstumswerte werden BWT und Kapsch TrafficCom favorisiert. Unter den sonstigen Titeln gelten zudem Semperit als Favorit und unter den österreichischen Immobilienwerten Conwert und ECO Business-Immobilien.

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