10.04.2006 · In den vergangenen drei Jahren hat sich der Aktienmarkt in „Down Under“ fast verdoppelt. Und ein charttechnischer Aufwärtstrend, eine florierende Konjunktur und steigende Firmengewinne sprechen für weiter steigende Kurse.
Wer Australien für sich schon seit längerem als Anlageland entdeckt hat, der darf sich selbst auf die Schulter klopfen. Denn die dort getätigten Investments dürften sich reichlich ausgezahlt haben. So hat es der All Ordinaries Index seit dem 13. März 2003 auf ein Plus von 94 Prozent gebracht. Erst vergangenen Donnerstag markierte der Index mit 51,90,30 Punkten zum wiederholten Male in diesem Jahr ein neues Rekordhoch.
Getragen wird der Kursaufschwung dabei von der überaus robusten Verfassung der Konjunktur in „Down Under“ und strammen Gewinnwachstumsraten auf Unternehmensebene. Natürlich profitiert das rohstoffreiche Land außerdem von der Hausse bei den Rohstoffpreisen an vorderster Front. Nach einer kleinen Wachstumsdelle im Vorjahr, als das Bruttoinlandsprodukt für australische Verhältnisse „nur“ um 2,6 Prozent zulegte, dürfte die Zuwachsrate in diesem Jahr wieder etwas stärker zwischen 3,0 und 3,5 Prozent zulegen. Als Triebfeder erweisen sich die rege Investitionstätigkeit der Unternehmen (ganz besonders gilt das für den Rohstoffsektor) und der florierende Export. Der Konsum und der Immobilienmarkt weisen dagegen nach sehr gut verlaufenen Vorjahren inzwischen gewisse Ermüdungserscheinungen auf.
Gute Gewinnlage und solide Konjunktur rechtfertigen die Bewertungsrelationen
Diese konjunkturellen Rahmenbedingungen führen dazu, daß Konsum- und Immobilienaktien etwas an Beliebtheit bei den Investoren eingebüßt haben. Das gilt auch für die Bankwerte, die speziell vom Bauboom profitiert hatten. So denken beispielsweise die Berater des Nestor Australien Fonds derzeit darüber nach, mit der National Australia Bank auch die letzte noch im Portfolio befindliche Bank zu verkaufen. Dagegen empfehlen die Analysten von der Macquarie Bank, Bankaktien wegen der nach wie vor guten Gewinnlage überzugewichten. Dafür raten sie momentan dazu, zinssensitive Bereiche unterzugewichten, wozu auch Versorger, Immobilienaktien, Infrastrukturwerte, Versicherungen und Telekomtitel gehören.
Zu dieser Empfehlung paßt der jüngste Dreh in der Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen Geldpolitik. Während bis vor kurzem zur Jahresmitte eher mit einer Zinssenkung gerechnet wurde, sorgte die im April auf ein 29-Jahrestief gesunkene Arbeitslosenquote für ein Umdenken. Nun gilt es als nicht mehr ausgeschlossen, daß die Notenbank erstmals seit 13 Monaten den Leitzins von derzeit von 5,5 Prozent wieder anheben könnte.
Eine Zinserhöhung, zusammen mit der Aussicht auf ebenfalls steigende Leitzinsen in Amerika, Japan und Europa könnte den Elan am australischen Aktienmarkt zwar etwas bremsen. Als wichtiger Pluspunkt erweist sich aber nach wie vor die gute Ergebnissituation auf Unternehmensebene. So sind die Gewinne je Aktie im zweiten Halbjahr nach Angaben der Macquarie Bank im Schnitt um 22,5 Prozent gestiegen. Und auch in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres 2005/2006 dürften die australischen Firmen weiter gut verdienen. Für das Gesamtjahr wird jedenfalls mit einem Anstieg der Gewinne je Aktie von durchschnittlich 19 Prozent gerechnet. So gesehen ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 15, das sich zudem noch im Rahmen der in der Vergangenheit typischen Bandbreite bewegt, noch zu vertreten.
Nestor Australien-Fonds führt die Performance-Rangliste an
Wer vor diesem Hintergrund noch über einen Einstieg an der australischen Börse nachdenkt, für den kommen ausgewählte Rohstoffaktien in Frage. Zu den Favoriten zählen dabei insbesondere Nebenwerte wie Sally Malay (Isin AU000000SMY0). Der Nickelproduzent weist lediglich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund drei auf, und die Aktie ist nach einer langen Seitwärtsbewegung gerade nach oben ausgebrochen.
Da Einzelinvestments immer ein erhöhtes Risiko bergen, und weil das erst recht für Nebenwerte aus dem Rohstoffsektor gilt, kann alternativ auch in einen Länderfonds investiert werden. Die beste Performance liefert unter den in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Fonds derzeit der bereits erwähnte Australien Nestor-Fonds ab (Isin LU0147784119). Mit einem Anstieg von 153 Prozent in den vergangenen drei Jahren ist dieser Fonds in der Rangliste ganz vorne platziert.
Ein Schwergewicht der Anlagen liegt im Bereich Rohstoff-Nebenwerte, und da diese Titel gerade erst so richtig entdeckt werden, scheint der mit einem Volumen von lediglich gut acht Millionen Euro relativ kleine Fonds gut positioniert zu sein, um auch weiterhin vorzeigbare Resultate abzuliefern. Der Fondsberater zeigt sich jedenfalls überzeugt davon, daß sich auch in den nächsten zwei bis drei Jahren sowohl mit Rohstoffaktien als auch mit dem Rohstoffland Australien überdurchschnittlich Geld verdienen läßt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.695,26 | −1,38% |
| FAZ-INDEX | 1.495,44 | −1,30% |
| TecDAX | 770,30 | −0,38% |
| MDAX | 10.241,20 | −1,11% |
| SDAX | 4.968,52 | −1,04% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.485,23 | −1,47% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,16 | −1,41% |
| Dow Jones | 12.770,30 | −0,93% |
| Nasdaq 100 | 2.547,91 | −0,62% |
| S&P500 | 1.351,95 | +0,15% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3188 | −0,72% |
| Rohöl Brent Crude | 117,18 $ | −1,27% |
| Gold | 1.748,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 138,11 € | +0,64% |