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Aktienmarkt-Analyse 15 interessante Kaufempfehlungen für die Amsterdamer Börse

13.01.2006 ·  In den Niederlanden läuft der Aktienmarkt seit fast drei Jahren ähnlich gut wie in Deutschland. Besonders gute Empfehlungen für diesen Markt gibt der Broker SNS Securities ab. Auch die 15 Top-Aktientips für 2006 klingen viel versprechend.

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Über die Börse in Amsterdam ist hierzulande nur vereinzelt etwas zu lesen. An der Wertentwicklung kann diese Ignoranz aber nicht liegen, denn der für den Markt richtungsweisende AEX-Index hat es seit Mitte März 2003 immerhin auf ein Plus von 143 Prozent gebracht.

In dieser Zeit hat sich ein lupenreiner Aufwärtstrend ausgebildet, der nicht den Eindruck erweckt, als ob er bald beendet werden sollte. Beim Blick auf den AEX fällt außerdem dessen hohe Korrelation mit dem Dax auf (siehe Chart). Und deshalb ist es beruhigend zu wissen, daß auch am deutschen Aktienmarkt derzeit noch einige Argumente für weiter steigende Kurse sprechen.

Überzeugende Vergangenheitsbilanz

Wer am niederländischen Aktienmarkt mitmischen will, der war in den vergangenen drei Jahren gut beraten, auf den Broker SNS Securities zu hören. Die zu Jahresbeginn abgegebenen Topempfehlungen der dortigen Analysten haben zum Teil im Schnitt deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt (siehe Grafik). So betrug das Plus der im Vorjahr vorgestellten Kaufempfehlungen inklusive Dividende fast 49 Prozent, während es der AEX nur auf einen Zuwachs von 25,48 Prozent brachte.

Stark ist SNS Securities vor allem im Nebenwertesegment und die da erbrachten überzeugenden Leistungen haben dem Unternehmen bei einer von AQ Research erstellten Rangliste im Vorjahr den ersten Platz im Bereich der Analyse von kleinen und mittleren Aktien gebracht. Auch mit Hilfe der unlängst vorgelegten Liste der 15 besten Investmentideen für 2006 soll dieser Spitzenplatz verteidigt werden.

Konjunkturelles Umfeld dürfte stützend wirken

Bevor die Favoriten, die große, mittlere und kleinere Unternehmen umfassen, benannt werden, sei zunächst die generelle Einschätzung der SNS-Analysten zum derzeitigen Börsenumfeld erwähnt. Was das konjunkturelle Umfeld angeht, wird dieses als stützend für Aktien eingestuft. Das Wachstum in den zwölf alten EU-Staaten wird für dieses Jahr auf 2,0 bis 2,5 Prozent veranschlagt, was verglichen mit dem vermutlich im Vorjahr erreichten Wert von 1,5 Prozent eine deutliche Wachstumsbeschleunigung wäre.

Auch die Konjunktur in den Niederlanden dürfte mit einem erwarteten Plus von 2,2 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt einen Gang nach oben schalten und damit erstmals seit 1999 im Vergleich mit den Nachbarn nicht mehr unterproportional ausfallen. Am Rentenmarkt dürfte dieses Konjunkturszenario in einem Anstieg der Renditen bis Jahresende auf 4,0 Prozent bewirken und die Europäische Zentralbank dürfte ihre Leitzinsen bis dahin um 50 Basispunkte auf 2,75 Prozent erhöhen, so die Annahme.

Nebenwerte nicht mehr generell erste Wahl

Die Bewertungen an den europäischen Aktienmärkten werden als weiterhin attraktiv bezeichnet, was unter anderem auch an Dividendenrenditen festgemacht wird, die sich in etwa auf dem Niveau der Anleiherenditen bewegen. Den im AEX vertretenen Unternehmen wird im Schnitt ein Gewinnplus von sieben Prozent zugetraut und auf dieser Basis wird dem Index, der Ende 2005 bei 437 Punkten notierte, bis Ende 2006 ein Anstieg bis auf 460/470 Punkten zugebilligt.

Nachdem die Nebenwerte ihre zuvor im Vergleich mit den Standardwerten zu beobachtende schlechtere Wertentwicklung in den vergangenen Jahren wieder wettgemacht haben und inzwischen als Gruppe sogar höher bewertet sind (siehe Grafiken), wird bei SNS nun mit einem Ende dieser relativen Stärke gerechnet. Für die Standardwerte spricht dabei zudem die Annahme, daß sich die Übernahmeaktivitäten verstärkt auf dieses Segment konzentrieren dürften.

Aber auf Ebene der Einzelwerte finden die SNS-Analysten auch bei den Nebenwerten noch immer zahlreiche interessante Chancen. Die Liste der 15 Topempfehlungen enthält aber sowohl große, mittlere und kleinere Unternehmen. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Werte: Eriks (NL0000350379), ING (US4568371037), Stork (NL0000390664), ICT (NL0000359537), Imtech (NL0000361269), Reed Elsevier (NL0000349488), Hagemeyer (NL0000355477), LogicaCMG (GB0005227086), Vedior (NL0000390854), ASMI (USN070451026), Philips (NL0000009538), TNT (NL0000009066), Wessanen (NL0000395309), OPG (NL0000376416), BAM (NL0000337244).

15 konkrete Einzelempfehlungen für 2006

Gesucht wurden die Favoriten dabei nach fünf Bewertungsklassen. In der ersten Gruppe handelt es sich dabei um Unternehmen, die sich zyklisch im Aufschwung befinden (Top-Tip: Logica CMG), die zweite umfaßt wachstumsstarke Firmen (Imtech), die dritte günstige bewertete Aktien (Stork), die vierte Titel, die mit interessanten Unternehmensgeschichten aufwarten können (Philips) und die fünfte Gruppe Unternehmen aus Branche, die derzeit spannende Entwicklungen durchlaufen (BAM).

Die Kaufempfehlung für den IT-Dienstleister LogicaCMG wird mit der Erwartung stark steigender Gewinne und einer Unterbewertung im Branchenvergleich begründet. Auch Philips sei mit einem EV/Ebitda von 5,4 auf Basis der geschätzten Zahlen für 2006 noch niedrig bewertet, doch die Tatsache, daß es in allen Geschäftsbereichen gut laufe, dürfte demnächst eine Neubewertung bewirken.

Bei Imtech wird erwartet, daß der technische Gebäudeausrüster von einer anziehenden Nachfrage profitieren wird und dieses Unternehmen außerdem über Zukäufe wachsen wird, wobei diese Perspektiven derzeit noch nicht im Aktienkurs widergespiegelt würden. Zum Maschinenbauunternehmen Stork heißt es, die Luft- und Raumfahrtsparte sei mit einem Bewertungsfaktor von sechs gemessen am Gewinn vor Steuern und Zinsen fast halb so niedrig bewertet wie vergleichbare Unternehmen und das könne Übernahmeinteressenten auf den Plan rufen. Und zugunsten des Baukonzerns BAM Group wird abschließend angeführt, daß mehr und mehr öffentliche Infrastrukturprojekte wegen klammer Staatshaushalte in Form von Public Private Partnerships durchgeführt wurden und in diesem Bereich sei BAM sehr gut positioniert.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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