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Aktienmarkt Amerika Exxon führt Hitliste der Schwergewichte an

15.09.2005 ·  General Electric, Intel und Microsoft finden sich in ungezählten Aktienfonds wieder. Vermögensverwalter John Dorfman rät dennoch von ihnen ab. Er setzt dafür auf Chevron, Citigroup, Exxon-Mobil und Wells Fargo.

Von John Dorfman, Dorfman Investments/Bloomberg News
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Bei amerikanischen Aktien aus der zweiten Reihe kenne ich mich besonders gut aus; viele Anleger bevorzugen aber die relative Sicherheit und Stabilität der großen Werte. Einmal im Jahr nehme ich deshalb die 20 - gemessen am Börsenwert - größten amerikanischen Aktien unter die Lupe.

In den vergangenen vier Jahren haben meine Kaufempfehlungen bei den Top 20 im Durchschnitt 8,3 Prozent Rendite gebracht. Die Aktien, die ich mit „neutral“ eingestuft habe, brachten 2,8 Prozent, und die Aktien, von denen ich abgeraten habe, erzielten durchschnittlich eine Rendite von 1,9 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf den Gesamtgewinn, also einschließlich Dividende, über einen Zeitraum von zwölf Monaten.

Hier sind meine neuesten Empfehlungen zu den Top 20:

Exxon Mobil - kaufen
Die Aktien des weltgrößten börsennotierten Ölkonzerns empfehle ich das fünfte Jahr in Folge. Innerhalb von vier Jahren brachten sie einen Gewinn von 77 Prozent. Exxon mit Sitz in Irving, Texas, ist der Hauptproduzent eines Rohstoffs, auf den die Welt angewiesen ist. Das Unternehmen hat eine erstklassige Bilanz, die Verbindlichkeiten liegen bei weniger als neun Prozent des Eigenkapitals. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 13.

General Electric - vermeiden
Der Hersteller von Industrieprodukten und Konsumgütern mit Sitz in Fairfield, Connecticut, hat in den vergangenen fünf Jahren ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 9,4 Prozent verzeichnet. Das reicht meiner Ansicht nach nicht aus, um ein KGV von 20 zu rechtfertigen.

Microsoft - vermeiden
Der Gewinn von Microsoft aus Redmond, Washington, ist in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich 5,4 Prozent per annum gestiegen. Die Aktien des Softwareproduzenten sind sechs Mal so hoch bewertet wie der Buchwert des Unternehmens (Aktiva minus Passiva je Aktie), haben ein KGV von 20 und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von sieben.

Citigroup - kaufen
Citigroup weist eine Dividendenrendite von 3,9 Prozent auf. Die Gewinne sind in den vergangenen fünf Jahren jährlich um 8,7 Prozent gestiegen und das KGV der Aktie des New Yorker Unternehmens liegt bei elf.

Pfizer - kaufen
Nachdem ich drei Jahre lang von Pfizer abgeraten hatte, gab ich im September vergangenen Jahres erstmals wieder eine Kaufempfehlung ab. Doch dann gab die Aktie des New Yorker Unternehmens um zehn Prozent nach. Ich gehe aber unverzagt weiter davon aus, daß der größte amerikanische Pharmakonzern mit einem KGV von zwölf attraktiv bewertet ist.

Johnson & Johnson - neutral
Johnson & Johnson mit Sitz in New Brunswick, New Jersey, ist für mich ein herausragendes Unternehmen. Aber ich zahle nur ungern ein KGV von 19 und das Fünfeinhalbfache des Buchwerts für die Aktien des Herstellers von Gesundheitsprodukten.

Wal-Mart - vermeiden
Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren im Durchschnitt ein Gewinnwachstum von 14 Prozent erzielt, was lobenswert ist. Weniger ermutigend sind allerdings die langfristigen Verbindlichkeiten des Einzelhändlers aus Bentonville, Arkansas, die sich auf 75 Prozent des Eigenkapitals belaufen.

Bank of America - kaufen
In den drei Jahren, in denen Bank of America in den Top 20 rangiert, habe ich sie jedes Jahr empfohlen. Innerhalb von drei Jahren haben die Papiere insgesamt einen Kursgewinn von 58 Prozent gebracht. Das in Charlotte, North Carolina, ansässige Unternehmen gefällt mir angesichts eines KGV von 10 und einer Rendite von 4,7 Prozent besser denn je.

American International Group (AIG) - neutral
Die Aktie von AIG ist von 103,79 Dollar im Dezember 2000 auf mittlerweile 61,23 Dollar gefallen. Vorwürfe falscher Bilanzierung seitens der amerikanischen Börsenaufsicht SEC und der erzwungene Abgang des langjährigen Vorstandschefs Hank Greenberg haben zu dem Niedergang beigetragen. Meiner Einschätzung nach sind die Aktien des New Yorker Versicherers innerhalb des kommenden Jahres ein Kauf, jetzt allerdings noch nicht.

Intel - vermeiden
Bei dem weltgrößten Chiphersteller kann ich nicht von einer Erfolgsgeschichte meinerseits reden. Zum Beispiel lag ich falsch, als ich im September 2001 eine optimistische Einschätzung gab. Genauso falsch lag ich mit meiner pessimistischen Beurteilung im September 2004. In jedem Fall ist die Aktie des Unternehmens aus Santa Clara mit einem KGV von 20 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 4,3 sehr teuer.

Altria Group - neutral
Nach zweijähriger Abwesenheit ist der Lebensmittel- und Tabakhersteller wieder in die Top 20 zurückgekehrt. Eine Dividendenrendite von 4,4 Prozent ist verführerisch, aber meiner Meinung nach ist das New Yorker Unternehmen nicht günstig genug, um Prozeßrisiken aufzuwiegen.

Procter & Gamble - vermeiden
Der König der Konsumgüter ist meiner Ansicht nach überschätzt und überbewertet. Die Schuldenquote liegt bei 152 Prozent und die Marktbewertung des Unternehmens aus Cincinnati beträgt das 8,8fache des Buchwerts.

Chevron - kaufen
Mit einem KGV von elf und einer Dividendenrendite von 2,9 Prozent halte ich den zweitgrößten amerikanischen Ölproduzenten mit Sitz in San Ramon, Kalifornien, für attraktiv.

IBM - vermeiden
Die Bilanz von IBM ist schwächer als zu früheren Zeiten, die Schuldenquote liegt bei 79 Prozent. Das Gewinnwachstum lag in den vergangenen fünf Jahren bei durchschnittlich minus 0,6 Prozent, während der Umsatz der Computerfirma aus Armonk im Bundesstaat New York um durchschnittlich 1,9 Prozent stieg.

Berkshire Hathaway - kaufen
Derzeit ist die Aktie des Versicherungs- und Textilunternehmens aus Omaha, Nebraska, das vom Investmentguru Warren Buffett geführt wird, für das Anderthalbfache des Buchwerts und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,7 zu haben.

JP Morgan Chase - kaufen
JP Morgan ist weder glamourös noch aufregend. Bei einer Dividendenrendite von 3,9 Prozent und einem KGV von 13 muß es das auch nicht sein. Man kann die Aktie der New Yorker Bank kaufen und nebenbei einen spannenden Roman lesen.

Cisco Systems - vermeiden
Wie in den guten alten Zeiten ist der größte Netzwerkhersteller bewertet wie eine Luxusaktie. Das Papier des Unternehmens aus San Jose, Kalifornien, hat ein KGV von 20 und die Marktbewertung beträgt das 5,1fache des Buchwerts. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 4,8. Das ist zu viel für meinen Geschmack.

Coca Cola - vermeiden
Der Getränkeproduzent aus Atlanta hat in den vergangenen fünf Jahren ein Gewinnwachstum von 15 Prozent erzielt. Das Umsatzwachstum kam allerdings nicht über zwei Prozent hinaus. Mit einem KGV von 21 und einem Markt-Buchwert-Verhältnis von 6,5 Prozent erscheint mir die Aktie überbewertet.

Amgen - vermeiden
Amgen ist eine Rarität - ein Biotechunternehmen, das schont profitable Produkte auf den Markt gebracht hat. Im vergangenen Jahr belief sich die operative Gewinnspanne des Unternehmens aus Thousand Oaks, Kalifornien, auf eindrucksvolle 41 Prozent. Ich wäre jedoch für keine Aktie bereit, ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von neun zu akzeptieren.

Wells Fargo - kaufen
In den vergangenen beiden Jahren habe ich die Aktien der Bank aus San Francisco empfohlen; das Papier ist in dieser Zeit um 27 Prozent gestiegen. Bei einem KGV von 14 und einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent ist ein Kauf immer noch zu empfehlen.

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