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Aktienmarkt Amerika Die Perlen der Internetaktien

05.12.2005 ·  Scott Kessler von Standard&Poor's hat vier Internetunternehmen ausgemacht, die profitabel sind und gute Kennzahlen aufweisen - und das zu attraktiven Kursen.

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Anleger müssen für gewöhnlich einiges auf den Tisch legen, um von schnell wachsenden Internetaktien höhere Renditen zu bekommen. Allerdings gibt es einige Papiere, die nicht allzu hoch bewertet sind. „Wir empfehlen Aktien, die historisch gesehen nicht als Substanzwerte betrachtet werden“, sagt Scott Kessler, der das Research für Aktien aus dem Bereich Informationstechnologie bei Standard & Poor's leitet. „Die meisten Investoren wissen den Wert, der in Internetaktien steckt, nicht richtig zu würdigen“, fügt Kessler hinzu.

Audible, IAC/InterActiveCorp, RealNetworks und VeriSign sind die Aktien, die Kessler ins Auge gefallen sind. „All diese Unternehmen kommen aus der Internetbranche, sie sind alle profitabel, haben gute Kennzahlen und sind führend in ihren Märkten“, sagt Kessler weiter.

Kessler, der die Bewertungen genau beobachtet, hat vor kurzem mit Karyn McCormack von Business Week Online darüber gesprochen, was ihm an diesen Aktien gefällt. Er ist Aktienanalyst bei Standard & Poor's. Er ist an keinem Unternehmen, das er beobachtet, beteiligt oder damit in irgendeiner Weise verbunden. Die Aussagen spiegeln lediglich die persönliche Meinung des Analysten bezüglich der besprochenen Titel wider. Die Vergütung des Analysten ist oder war nicht - weder direkt noch indirekt - abhängig von den speziellen Empfehlungen oder Ansichten, die er geäußert hat, und wird dies auch in Zukunft nicht sein, wie S&P verspricht.

Audible: Vor hohem Sprung bei Gewinn je Aktie

Die Aktie notiert bei rund 13 Dollar. Das Unternehmen gelingt es derzeit, die Rentabilität deutlich zu steigern. In diesem Jahr rechnen wir bereits mit einem kleinen Gewinn. Unsere Schätzungen liegen bei sieben Cent je Aktie in diesem Jahr und 36 Cent im kommenden Jahr. Doch das ist kein einmaliger Gewinnsprung. Wir gehen in hohem Maße davon aus, daß der Gewinn je Aktie sich verfünffacht.

Zwar handelt es sich um eine niedrige Ausgangsbasis, doch das Unternehmen wächst enorm und hat beträchtliche Möglichkeiten, einschließlich Podcasting, der Bereitstellung von Audiodateien über das Internet. Anfang des Jahres notierte die Aktie bei weit mehr als 20 Dollar. Der Kurs hat nachgegeben und liegt jetzt bei etwas über zehn Dollar. Diese Aktie gefällt uns weiterhin. Wir gehen davon aus, daß der Titel über deutliches Aufwärtspotential verfügt und derzeit sehr attraktiv ist.

IAC/InterActiveCorp: Aktie ist 35 Dollar wert

Kürzlich haben wir IAC/InterActiveCorp heraufgestuft. In den vergangenen Jahren haben die Anleger nur schwer verstanden, was hinter dem Unternehmen steckt. Das liegt zum einen daran, daß zu IAC zahlreiche unterschiedliche E-Commerce- und Content-Business-Firmen gehören wie etwa Evite, Home Shopping Network, Lending Tree oder Ticketmaster. Da das Unternehmen so viele verschiedene Marken und Branchen umfaßt, fällt es den Anlegern schwer, sich ein Bild von IAC zu machen.

Der zweite Grund, weshalb das Unternehmen nicht richtig eingeschätzt wird, liegt darin, daß es eine Reihe von Beteiligungen ge- und verkauft hat. Im Sommer dieses Jahres hat sich IAC von Expedia und den dazugehörigen Tourismusbeteiligungen getrennt und Anfang des Jahres Ask Jeeves gekauft. Beides waren Transaktionen von beträchtlichem Wert und dies könnte bei den Anlegern für Verwirrung gesorgt haben.

Unserer Einschätzung nach sind die Komplexität und die Unsicherheit weniger bestimmende Faktoren als früher. Wir gehen davon aus, daß das Unternehmen sich darauf konzentriert, seine bestehenden Geschäfte zu führen. Es verfügt über eine Menge bekannter Marken und Firmen.

Vor allem im Hinblick auf die guten Bilanzkennzahlen sehen wir die Aktie als deutlich unterbewertet. Die Aktie wird nicht unweit der 30 Dollar gehandelt. Wir rechnen damit, daß der Kurs auf rund 35 Dollar steigt. Unser Zwölf-Monats-Kursziel liegt bei 34 Dollar. In der Vergangenheit mögen die Anleger diese Art von Unternehmen für nicht attraktiv gehalten haben, aber wir mögen diese Aktie.

Realnetworks: Mutter des Real-Player

Auch diese Aktie haben wir vor kurzem heraufgestuft. RealNetworks ist einer der wichtigsten Anbieter im Bereich Onlinemedienservice. Mit dem RealPlayer steht RealNetworks in einer Reihe mit Microsoft und Macromedia, deren Produkte zu den Programmen gehören, die auf den meisten Rechnern zu finden sind. Vor einigen Jahren drehte sich das Geschäft bei RealNetworks vor allem um den RealPlayer. Inzwischen sind die Hauptwachstumstreiber jedoch Onlinemusik und Spiele.

Beim Thema Musik im Internet herrscht ein harter Wettbewerb, bei dem nur schwer Geld zu verdienen ist. Aber kürzlich hat Yahoo den Preis für seinen Musikservice angehoben, und Microsoft hat begonnen, den Service von Real zu promoten. Beim Abo von Musik-Downloads ist Real Marktführer. Auch bei Spielen zählt es zu den führenden Anbietern. Dabei konzentriert sich Real vor allem auf die einfacheren Spiele im Gegensatz zu dem härter umkämpften Markt der aufwendigen Online-Rollenspiele für mehrere Teilnehmer.

Vor kurzem hat RealNetworks einen Wettbewerbsstreit mit Microsoft beigelegt und erhielt 761 Millionen Dollar als Abfindung. Die Marktkapitalisierung liegt bei 1,5 Milliarden Dollar, was zeigt, wie hochdimensioniert der Vergleich ausfiel. Wir gehen davon aus, daß das Unternehmen 2006 einen Gewinn je Aktie von einem Dollar erzielt - bei einem Kurs von derzeit unter neun Dollar. Deshalb halten wir die Aktie momentan für sehr interessant.

Verisign: Wachstumsrate von 15 Prozent

Seit dem Platzen der Internetblase hat sich das Unternehmen sehr verändert. Noch immer verwaltet es die Registrierungen von Domain-Bezeichnungen, was ein gutes Geschäft ist. In den vergangenen Jahren ist jedoch der Bereich Sicherheit im Internet sowie Sicherheitsservice dazugekommen. Gleichzeitig hat das Unternehmen eine Reihe von Zukäufen in der Telekommunikationsbranche getätigt, zuletzt aus dem Bereich mobiler Content-Service der nächsten Generation.

Vor ein bis zwei Monaten wurde die Aktie wegen Bedenken beim mobilen Content abgestraft. Wir sind der Meinung, daß sich dies wieder bereinigt hat und auch die anderen Geschäfte gut laufen. Daher rechnen wir damit, daß VeriSign im kommenden Jahr einen Gewinn von 1,24 Dollar je Aktie einfährt. Die Aktie notiert bei 22 bis 23 Dollar, und die Wachstumsrate des Unternehmens liegt bei rund 15 Prozent.

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