Home
http://www.faz.net/-gv7-x8ri
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Montag, 13. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Aktienmarkt Abnehmende Wachstumsaussichten - größere Kursrisiken

08.03.2010 ·  Kaum legen sich die Sorgen über die Zahlungsfähigkeit von Staaten, übernehmen an den Börsen die Optimisten das Zepter. Dabei scheint die Stimmung in der Wirtschaft fragiler zu werden und das Risiko für größere Kursrückschlage zuzunehmen.

Artikel Bilder (14) Lesermeinungen (0)

Die Zwischenkorrektur an den Börsen scheint vorbei zu sein. Nach kurzen Turbulenzen aufgrund der zwischenzeitlich aufgekommenen Zweifel an den Kreditwürdigkeit verschiedener Staaten ist an den Börsen der Optimismus wieder zurückgekehrt. Die Märkte haben die mittelfristigen Aufwärtstrends wieder aufgenommen und teilweise sogar neue Jahreshochs markiert.

Die Kurse werden von Unternehmens- und Konjunkturdaten getrieben, die von Anlegern gemeinhin positiv interpretiert werden. Allerdings sind viele dieser Daten bei absoluter Betrachtung nicht sonderlich gut. Zudem sind sie auf riesige extrem stimulative monetäre Rahmenbedingungen sowie auf keynesianische Ausgabenprogramme auf Pump zurückzuführen, die die Weltwirtschaft nach der Krise wieder in Fahrt bringen sollen. Mehr Wachstum soll schließlich für höhere Staatseinnahmen sorgen und auf diese Weise die Rückführung der Schulden ermöglichen.

Kippt die Stimmung in der Wirtschaft schon wieder?

Es wird sich allerdings erst noch zeigen müssen, ob diese Rechnung aufgehen kann. Bisher zumindest sind Staatsschulden selbst in Boomzeiten gestiegen, weil spendable Umverteilungspolitiker gerne ihre Klientel alimentieren. Inzwischen sind die daraus folgenden Verbindlichkeiten so groß geworden, dass sie rasch außer Kontrolle geraten könnten, wenn Ausgaben für überflüssigen Luxus und überzogene Ansprüche nicht gekürzt werden. Griechenland scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein.

Inzwischen kommen langsam aber sicher auch zunehmende Zweifel an optimistischen Wachstumsszenarien auf. Nach optisch starken Wachstumsraten, die sowohl auf Basiseffekte als auch auf die außerordentlichen künstlichen Stimulanzien zurückgehen, zeigen sich erste Anzeichen, die auf das Verpuffen dieser Effekte hindeuten. In den Vereinigten Staaten wird die Stimmung im Produktionssektor fragiler und könnte in den kommenden Monaten kippen, erklären zumindest die Analysten den Bank Sarasin.

In Asien hätten entsprechende Stimmungsindikatoren in China und in Japan längst nach unten gedreht. Einzig Eurolands Geschäftsklima befinde sich noch immer in einem ungebrochenen Aufwärtstrend, wenn auch auf einem vergleichsweise tiefen Niveau. Allerdings droht auch hier Ungemach. So hat etwa die Entwicklung der Geldmenge M1, die der Industrieproduktion statistisch etwa um ein Jahr voraus läuft, schon im August des vergangenen Jahres ihr Zenit erreicht. Die Erwartungskomponenten des ZEW-Index befinden sich sie September auf dem Rückzug.

Das Risiko für größere Kursrückschlage nimmt zu

Insgesamt scheine eine Verlangsam der Wirtschaftsentwicklung ab dem zweiten Quartal des laufenden Jahres unausweichlich zu sein, erklärt die Bank Sarasin. Die Konsenserwartungen würden in den kommenden Monaten wahrscheinlich nach unten revidiert werden. Auf makroökonomischer Seite könne es in diesem Rahmen zu negativen Überraschungen kommen. Die Erfahrung zeige, dass die Kurse an den Aktienmärkte nach dem Erreichen des Stimmungshochs in der Industrie noch einige Monate nach oben laufen können.

Das Risiko für einen größeren Kursrückschlag an den Börsen nehme jedoch zu, während mit Anleihen eine bessere relative Rendite erzielen lasse. In diesem Sinne könne es ab dem zweiten Quartal des laufenden Jahres interessant werden. Es sei ratsam, bei der Aktienanlage selektiv auf die Papiere von Unternehmen mit robusten Wachstumsmöglichkeiten, attraktiven Dividendenrenditen und soliden Bilanzen zu setzen, heißt es.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
10.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.692,96 −1,41%
 OK
13.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.692,96 −1,41%
FAZ-INDEX 1.495,13 −1,32%
TecDAX 769,89 −0,43%
MDAX 10.249,10 −1,04%
SDAX 4.985,13 −0,71%
REX 421,06 −0,02%
Eurostoxx 50 2.480,76 −1,65%
F.A.Z. EURO INDEX 80,01 −1,60%
Dow Jones 12.801,20 −0,69%
Nasdaq 100 2.547,32 −0,65%
S&P500 1.342,64 −0,69%
Nikkei225 8.947,17 −0,61%
EUR/USD 1,3233 −0,04%
Rohöl Brent Crude 118,13 $ +0,20%
Gold 1.711,50 $ −2,09%
Bund Future 138,62 € +1,01%