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Aktienjahr 2011 Wenige Lichtblicke

23.12.2011 ·  Nur bei 18 Aktien der 100 Werte des F.A.Z.-Index sind die Kurse gestiegen. Genauso viele verbuchten dagegen Verluste von mehr als 40 Prozent.

Von Daniel Mohr
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Das Aktienjahr 2011 wird als ein schwaches in die Börsengeschichte eingehen. Der den deutschen Markt mit 100 Werten breit abdeckende F.A.Z.-Index ist seit dem Jahresbeginn um fast 19 Prozent gesunken. Kursraketen gab es keine, dafür um so mehr Aktien mit erheblichem Wertverlust.

Größte Verlierer im Index sind die Papiere des Thalheimer Solarunternehmens Q-Cells mit einem Kursminus von 79 Prozent. Vor vier Jahren wurde dem Unternehmen noch ein Börsenwert von mehr als 10 Milliarden Euro zugemessen, und der Dax-Aufstieg schien in greifbarer Nähe. Mittlerweile dümpelt der Kurs rund um 50 Cent, was einem Börsenwert von weniger als 100 Millionen Euro entspricht. Das Unternehmen steht symptomatisch für den Niedergang der Solarwerte an der Börse. Der Solarworld-Kurs halbierte sich im Jahresverlauf, der von Centrotherm sank um gut 60 Prozent und der von SMA Solar um 40 Prozent. Die Papiere der insolventen Solon und Solar Millennium sind mittlerweile ebenso Pennystocks wie die von Conergy. Aus den einst hohen Gewinnmargen der Branche sind durch Konkurrenz aus Asien und hiesige Überkapazitäten schnell hohe Verluste geworden.

Zutrauen in die Zukunftsfähigkeit

Zweitschwächster Wert nach Q-Cells ist im F.A.Z.-Index die Aktie der Commerzbank mit einem Kursminus von 70 Prozent. Die milliardenschwere Kapitalerhöhung im Frühjahr und die deutliche Rückführung der staatlichen Einlagen nutzten dem Unternehmen nicht. Vielmehr überwiegen an der Börse die Erwartungen eines weiteren hohen Kapitalbedarfs verbunden mit der Befürchtung einer abermals nötigen Rettung durch den Staat. Das Misstrauen in die Finanzinstitute äußerte sich aber auch im Kursverlauf der anderen Bankaktien: Der Kurs der Aareal Bank sank um 35 Prozent, derjenige der Deutschen Bank gab um 25 Prozent nach.

Auf Platz drei der Verliererliste steht mit Heidelberger Druck ein Unternehmen, das symptomatisch ist für den Niedergang der Druckmaschinenindustrie steht. Eine Insolvenz wie von MAN Roland gab es bei Heidelberger Druck zwar nicht, für ein großes Zutrauen in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens spricht ein Kursrückgang um zwei Drittel allerdings auch nicht. Mit Metro, RWE, Lufthansa, Thyssen-Krupp und K+S gehören überdies jedoch auch einige der großen deutschen Aktiengesellschaften zu den Verlierern des Jahres am Aktienmarkt.

© F.A.Z. SGL Carbon der größte Gewinner, Q-Cells als Schlusslicht

18 der 100 Werte im F.A.Z.-Index haben jedoch im Jahresverlauf ihre Bewertung an der Börse erhöhen können. Ganz an der Spitze steht der Wiesbadener Kohlefaserspezialist SGL Carbon mit einem Kursplus von gut einem Drittel. Nachdem BMW-Großaktionärin Susanne Klatten schon länger an dem Unternehmen beteiligt war, stieg zunächst Volkswagen mit einem Anteil von 8 Prozent bei dem Unternehmen ein, dann erhöhte Frau Klatten ihren Anteil auf 27 Prozent und schließlich kaufte sich BMW mit einem Anteil von nun mehr als 15 Prozent bei dem Unternehmen ein. Dies alles sorgte nicht nur für eine hohe Aktiennachfrage, sondern löste auch für Spekulationen über einen Übernahmekampf um den wichtigen Zulieferer der Automobilindustrie aus. Zuletzt hatte das Unternehmen jedoch die Spekulationen eingedämmt und betont, eigenständig bleiben zu wollen. Der Aktienkurs ist seit seinem Hoch daher um rund ein Viertel gefallen.

Zweitgrößter Gewinner im F.A.Z.-Index sind die Dividendentitel des Modeunternehmens Gerry Weber mit einem Kursplus von 28 Prozent. Hier überzeugt die Börsianer ein starkes Unternehmenswachstum. Auf Platz vier folgt das Mobilfunkunternehmen Freenet, das neben einer guten Geschäftsentwicklung auch von der Anteilsaufstockung des Konkurrenten Drillisch auf mehr als 20 Prozent profitierte.

Von den größeren deutschen Aktiengesellschaften schafften es lediglich der Darmstädter Pharmakonzern Merck mit einem Kursanstieg um 26 Prozent deutlich ins Plus. Aber auch der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius sowie sein Tochterunternehmen Fresenius Medical Care überzeugten die Börsianer. Die Papiere von SAP, Beiersdorf und Adidas schafften es immerhin noch knapp ins Plus.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Wirtschaft.

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