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Aktienindex : Die Konjunktursonne heizt die Börsen an

Trotz oder wegen Donald Trump? An den Börsen läuft es rund, und die Kurse steigen. Bild: Junker, Patrick

Viele Aktienindizes steigen auf historische Hochs. Donald Trumps Klimapolitik lässt den Ölpreis sinken. Warren Buffett will in erneuerbare Energien investieren.

          Gute Wirtschaftsdaten sind immer noch die beste Stimulans für Aktienkurse. Seit Tagen sorgen gute Konjunkturdaten aus vielen Ländern für Zuversicht an den Börsen. Sie entlud sich am Freitag in historischen Höchstständen für zahlreiche Aktienindizes, obgleich die am Nachmittag veröffentlichten Zahlen zum amerikanischen Aktienmarkt schlechter als von den Marktteilnehmern erwartet ausfielen. Donald Trumps Absage an das Pariser Klimaabkommen trübte die allgemeine Stimmung am Aktienmarkt nicht, aber sie sorgte für sehr uneinheitliche Kursbewegungen bei Aktien von Energieunternehmen.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Trump trug, neben neuen Daten zur Förderung in den Vereinigten Staaten, mit seinen Äußerungen auch zu einem neuen Schwächeanfall des Ölpreises bei. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent kostete am Freitagabend mit 49,86 Dollar rund 1,5 Prozent weniger als am Donnerstag.

          Die globale Dimension der Hausse verdeutlicht ein Blick auf den MSCI World, einen in der Finanzwelt viel beachteten Index, in dem Aktien aus allen Industrienationen enthalten sind. Er erreichte am Freitag ebenso einen historischen Höchststand wie ein Schwester-Index, der neben Aktien aus Industrienationen auch Aktien aus Schwellenländern enthält. In Deutschland stieg der Dax am Freitagmittag auf einen historischen Rekordstand von 12.879 Punkten; zum Handelsschluss notierte er mit 12.823 Punkten gegenüber Donnerstag immer noch mit 1,3 Prozent im Plus. In Japan hatte zuvor der Nikkei-Index erstmals seit Herbst 2015 wieder die Marke von 20.000 Punkten überschritten.

          „Die jüngsten amerikanischen Konjunkturdaten waren sehr solide“

          „Die jüngsten amerikanischen Konjunkturdaten waren sehr solide, und die Voraussagen für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal sind sehr zuversichtlich“, heißt es im amerikanischen Finanzhaus ETX Capital. „Da erscheinen ein oder zwei Monate mit schwächeren Beschäftigungsdaten ziemlich irrelevant.“ Nach am Freitag veröffentlichten Daten ist in den Vereinigten Staaten im Mai die Arbeitslosenquote auf 4,3 Prozent gefallen. Allerdings blieb die Zahl neu geschaffener Stellen mit 138.000 unter den Erwartungen des Marktes. „Man darf nicht verkennen, dass die amerikanische Wirtschaft am Rande der Vollbeschäftigung operiert“, kommentiert Martin Moryson, Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim. „Die Arbeitslosenquote liegt deutlich unter dem Niveau, das die Fed als Normalbeschäftigung betrachtet. Die Zahlen sind daher kein Indikator für eine schlecht laufende Wirtschaft.“

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          In Europa haben die Ökonomen von Sal. Oppenheim ihre Schätzung des diesjährigen Wirtschaftswachstums der Eurozone auf 2 Prozent heraufgesetzt, nachdem nun auch aus Italien unerwartet günstige Konjunkturdaten vorliegen. „Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich von 1,7 Prozent im Durchschnitt der vergangenen zwei Jahre auf eine Jahresrate von 1,9 Prozent in den vergangenen zwei Quartalen beschleunigt“, schreibt Holger Schmieding, Chefvolkswirt von Berenberg. „Es gibt eine gute Aussicht auf eine Revision der Wachstumsrate auf 2 Prozent. Die Stimmungsindikatoren sprechen für ein stetiges und solides Wirtschaftswachstum.“

          Trumps Rückschlag für die Umwelt

          Der Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaabkommen war Lloyd Blankfein, dem Vorstandsvorsitzenden der großen amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs, seine erste Kurzmeldung auf Twitter wert. „Die heutige Entscheidung ist ein Rückschlag für die Umwelt und für die Führungsrolle der Vereinigten Staaten in der Welt“, schrieb Blankfein, nachdem Trump die umstrittene Entscheidung am Donnerstag bekanntgegeben hatte. In den Handelssälen von Goldman und anderer Wertpapierhäusern der Wall Street war die Einschätzung der Folgen allerdings nicht ganz so klar. Sowohl die Aktienkurse betroffener Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien als auch die Kurse von Kohleproduzenten schwankten in den vergangenen Tagen stark und tendierten insgesamt uneinheitlich.

          Nachdem Trump auf Twitter eine Ankündigung für den Donnerstag avisiert hatte und Spekulationen über einen Rückzug die Runde machten, gaben die Kurse sowohl amerikanischer als auch in New York notierter internationaler Solarunternehmen wie Sun Power, Canadian Solar oder Jinko Solar zunächst kräftig nach. Am Donnerstag erholten sich die Kurse dann aber wieder etwas von den Vortagesverlusten. Der Kurs des amerikanischen Anbieters First Solar gab nach Trumps Ankündigung allerdings weiter nach.

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