30.06.2006 · Welche Spuren hat die jüngste Korrektur an den Aktienmärkten hinterlassen? Viele Indizes notieren nach den ersten sechs Monaten auf dem Niveau des Jahresbeginns. Vietnam dagegen liegt 68 Prozent im Plus, Dubai fast genauso stark im Minus.
Schon wieder ein halbes Jahr rum - Grund genug für eine kurze Halbzeitbilanz zum Geschehen an den Weltbörsen: Asien meist im Plus, der Nahe Osten klar im Minus, Europa und Nordamerika retten einen kleinen Vorsprung in die zweite Halbzeit (siehe FAZ.NET-Tabelle und Charts). Wie das Börsenjahr als ganzes wird, zeichnet sich noch nicht ab - ein klares Unentschieden also.
Noch vor wenigen Tagen wäre das Zwischenfazit schlechter ausgefallen, inzwischen aber haben - zumindest an einigen Börsen - die Optimisten wieder Oberwasser. Der Dax etwa stand vor nicht allzu langer Zeit im Vergleich zum Jahresbeginn leicht unter Wasser. Nach der jüngsten Aufholjagd steht allerdings wieder ein kleines Plus von gut drei Prozent. MDax und TecDax kamen während der Korrektur zwar stark unter die Räder, notieren inzwischen aber etwa sechs Prozent höher als zu Jahresbeginn.
Der größte Verlierer: Dubai
Das größte Plus verzeichnet zur Halbzeit mit etwa 68 Prozent die Börse Vietnam - und das trotz einer massiven Korrektur. Zwischenzeitlich hatte sich der Index in diesem Jahr schon verdoppelt. Ganz vorne dabei ist auch Peru mit einem Plus von 65 Prozent. Andere lateinamerikanische Börsen wie Brasilien gehörten zeitweise zu den Überfliegern, stürzten dann aber regelrecht ab. Inzwischen weist der Bovespa ein Plus von neun Prozent zum Jahresbeginn auf.
Auch in Moskau war die Korrektur erheblich. Trotzdem liegt der russische RTS immer noch 31 Prozent im Plus. Der größte Verlierer ist im Nahen Osten zu finden: In Dubai etwa ging es 58 Prozent nach unten.
Frage nach Korrektur oder Trendwende noch unbeantwortet
In Euro gerechnet gehört auch die Türkei zu den großen Verlierern: Der Index verlor in Lira gerechnet knapp zwölf Prozent, in Euro gerechnet aber fast 30 Prozent. Dubai verlor in Euro gerechnet stolze 61 Prozent, Abu Dhabi 36 Prozent und Amman 31 Prozent.
In Europa sind „nur“ die in den ersten Monaten aufgelaufenen Gewinne dahin, es bleiben aber - bisher zumindest - keine dramatischen Verluste. Ganz so schlimm, wie die Situation in den vergangenen Wochen oft beschrieben wurde, scheint es also nicht zu sein. Trotzdem: Die Frage nach Korrektur oder Trendwende kann noch nicht beantwortet werden. Nicht ausgeschlossen also, daß die Bilanz zum Jahresende schlechter ausfällt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |