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Aktienbörsen Dax setzt Kursaufschwung fort

25.08.2009 ·  Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag nach anfänglicher Kurskonsolidierung die Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen. Der Markt wird unterstützt von einmal mehr optimistisch interpretierten Konjunkturdaten in den Vereinigten Staaten.

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Der Dax nimmt Kurs auf die Marke von 5.600 Punkten. Überraschend starke amerikanische Konjunkturdaten ließen den deutschen Leitindex am Dienstag mit plus 0,68 Prozent auf 5.557,09 Punkten auf einem Jahreshoch schließen. Zudem erreichte er bei rund 5.576 Punkten einen Höchststand im Tagesverlauf seit dem 6. Oktober 2008. Der MDax legte um 0,88 Prozent auf 6.879,78 Zähler zu, während der TecDax vor allem aufgrund von Verlusten bei den Solarwerten und der Infineon-Aktie um 0,22 Prozent auf 705,79 Punkte nachgab.

„Am Morgen hat der Dax noch um die 5.500 Punkte gekämpft, doch nach den guten amerikanische Konjunkturdaten am Nachmittag ging es aufwärts“, sagte ein Händler in Frankfurt. In den Vereinigten Staaten wurde bekannt gegeben, dass der Case-Shiller-Hauspreisindex im Juni bei 141,86 Punkten gelegen habe, nach 139,84 Punkten im Monat zuvor. Dieser leichte Preisanstieg um Monatsvergleich wird von den Finanzmärkten ebenso positiv bewertet, wie die Tatsache, dass der Preisrückgang im Jahresvergleich mit einem Minus von 15,44 Prozent optisch etwas weniger ausgeprägt war, als befürchtet.

Amerikanische Verbraucher sind überaus optimistisch

Zudem lag das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher im August bei 54,1 und war damit deutlich optimistischer, als die erwarteten 47,9. Das führte dazu, dass die Kurse an der Wall Street im frühen Handel um bis zu einem Prozent zulegten. Mit Blick auf Deutschland hieß es: Die Marke von 5.600 Punkten könnte der Dax nach Ansicht eines Händlers möglicherweise bereits an diesem Mittwoch in Angriff nehmen, wenn das Ifo-Geschäftsklima überzeugt. Allerdings verwies er auf die weiterhin extrem dünnen Umsätze im Dax. „Die Tagesumsätze sind etwa halb so hoch gewesen wie an einem durchschnittlichen Tag im vergangenen Jahr.“

Da die Nachrichtenlage sehr dünn war, sorgten vor allem Analystenurteile zu Einzelwerten für Bewegung. So setzten sich die Siemens-Papiere mit plus 3,80 Prozent auf 61,70 Euro an die Dax-Spitze. Merrill Lynch hatte die Titel von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 60,00 auf 70,00 Euro angehoben. Viele gute Nachrichten prägten den Industriegütersektor, schrieb Analyst Mark Troman in einer europäischen Branchenstudie. Siemens sei ein „Performance-Nachzügler“ in diesem Jahr, nachdem sich die Titel bisher eher zögerlich nach oben entwickelt hätten. Bis Jahresende sei es aber möglich, dass sie den Sektor noch schlagen können, meinte der Experte und sieht Chancen für die Aktie, wenn der Ifo-Index weiter stark zulege, wovon er in den nächsten Monaten ausgehe, und wenn der Markt wieder auf die Restrukturierungsaspekte des Konzerns abhebe. Dies könne vor allem nach der Bundestagswahl am 27. September sehr gut der Fall sein, glaubt er.

Die Volkswagen-Stammaktien waren hingegen mit minus 2,77 Prozent auf 144,22 Euro erneut schwächster Wert im Leitindex. Seit Anfang August geht es mit den VW-Titeln fast kontinuierlich abwärts. Es wird erwartet, dass sie bis Ende des Jahres, wenn der Wüstenstaat Katar die letzten von Porsche übernommenen VW-Optionen ausüben wird, ihren Platz im Dax für die VW-Vorzüge räumen müssen. Die Vorzugsaktien legten um rund ein Prozent zu.

Erratische Kursbewegungen nach Meldungen

Im MDax sprangen die Tui-Titel um 8,96 Prozent auf 5,900 Euro an die Spitze und profitierten davon, dass die amerikanische Bank Morgan Stanley die Papiere des Touristikkonzerns von „Equal-weight“ auf „Overweight“ hochgestuft hatte. Analyst Jamie Rollo sprach von einem günstigen Chance/Risiko-Verhältnis in der Aktie.

Der Windkraftanlagenbauer Nordex hatte nach einem schwachen Start ins Jahr für das zweite Quartal eine Erholung gemeldet. Die Aktie gewann daraufhin 3,07 Prozent auf 13,42 Euro. Die Analysten- und Händlerurteile über die wichtigsten Kennzahlen des zweiten Quartals fielen allerdings gemischt aus. Charttechnisch hingegen waren laut einem Händler die Impulse für die Titel positiv. Ein anderer Börsianer begrüßte auch den Ausblick und die Vorbereitung auf ein „stärkeres Wachstum 2010“.

Mit plus 40,63 Prozent auf 0,900 Euro waren die Papiere von Conergy nach einer Gerichtsentscheidung Favorit im TecDax. Das Solarunternehmen hat angeblich einen Teilerfolg im Streit mit dem Siliziumwafer-Hersteller MEMC erreicht. In einer ersten Einschätzung habe ein New Yorker Bezirksgericht eingeräumt, dass es eine Grundlage für die Conergy-Klage auf Auflösung eines langfristigen Liefervertrages gebe, berichtete eine Zeitung unter Berufung auf Gerichtsunterlagen. Der Ausgang des Verfahrens gilt als entscheidend für die Rettung der angeschlagenen Gesellschaft.

Die im SDax notierten Titel von Air Berlin büßten nach Zahlen 2,50 Prozent auf 3,90 Euro ein. Die Quartalszahlen hätten ein gemischtes Bild ergeben, urteilte etwa Analyst Stefan Kick von der Berenberg Bank. Weitere Marktteilnehmer verwiesen zudem auf den jüngsten Kurssprung der Aktie um gut 18 Prozent innerhalb von drei Handelstagen.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,82 Prozent auf 2.801,14 Punkte. Der CAC-40-Index stieg in Paris um 0,78 Prozent auf 3.680,61 Zähler. Für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,42 Prozent auf 4.916,800 Punkte nach oben. Damit nahm der britische Leitindex erstmals seit Anfang Oktober 2008 wieder die Marke von 5.000 Punkten ins Visier.

Europäische Telekomwerte gefragt

Europaweit gefragt waren Telekomwerte. Einer der stärksten Titel im europäischen Leitindex waren mit plus 3,74 Prozent auf 18,45 Euro die Aktien der France Telecom. Auch die Papiere der Telecom Italia, der Deutschen Telekom oder der Vodafone Group legten deutlich zu. An der Spitze im EuroStoxx standen die Aktien von L'Oreal nach einer positiven Studie mit plus 5,09 Prozent auf 64,43 Euro. Jefferies hatte die Titel des Kosmetikkonzerns von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft.

In London erholten sich Aktien der Royal Bank of Scotland (RBS) von ihren frühen Verlusten und kletterten um 3,86 Prozent auf 53,65 Britische Pence. Die verstaatlichte Bank will Gerüchten zufolge Aktien von der Regierung zurück kaufen. Am Morgen hatten noch Presseberichte über einen stockenden Verkauf des Asiengeschäfts belastet, die mittlerweile Kreisen zufolge aber dementiert wurden.

Minenwerte litten unterdessen unter Gewinnmitnahmen und zuletzt wieder sinkenden Metallpreisen aufgrund von Unsicherheiten über eine Konjunkturerholung in China. Einer der schwächsten Werte waren jene von Antofagasta mit minus 3,01 Prozent auf 789,50 Pence - der Kupferproduzent wird am Mittwoch Halbjahreszahlen vorlegen. Aber auch die Anteilsschein von Kazakhmys, Rio Tinto und BHP Billiton gaben nach.

In der zweiten Reihe blieben die Papiere von Natixis bei einem Kurs von 2,309 Euro vom Handel ausgesetzt. Laut einem Pressebericht gewährt der Hauptaktionär - die französische Privatkundenbank Groupe BPCE - der Investmentbank der Sparkassen die Übernahme fauler Kredit in Milliardenhöhe. Natixis und BPCE halten im Laufe des Tages eine Aufsichtsratssitzung ab. Die Ergebnisse für das zweite Quartal wurden um einen Tag auf Mittwoch vorgezogen, dann sollen auch die Aktien wieder gehandelt werden.

Der anhaltende Konjunkturoptimismus hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag an seine Vortagsgewinne anknüpfen lassen. Der Dax baute nach positiven amerikanischen Immobiliendaten und Aussagen des amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke seine Aufschläge aus und schloss 2,86 Prozent höher bei 5462,74 Zählern, was ein neues Jahreshoch auf Schlusskursbasis bedeutete.

Damit beendete der Leitindex eine holprige, aber nachrichtenarme Woche per saldo mit einem Plus von 2,89 Prozent. Beim MDax der mittelgroßen Werte zeigten die Kurstafeln zum Handelsende einen Tagesgewinn von 1,96 Prozent auf 6.705,99 Punkte an. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es vor dem Wochenende um 1,33 Prozent auf 708,57 Zähler hoch.

Versorger im Dax gefragt

In Amerika stiegen die Verkäufe bestehender Häuser im Juli deutlich stärker als erwartet und Bernanke sprach von guten Aussichten auf eine baldige Rückkehr des heimischen Wirtschaftswachstums. Zudem sieht der Dax laut einem Händler auch charttechnisch gut aus und visiert die Marke von 5.800 Punkten an. Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank ergänzte: „Die guten Häuserdaten zeigen, dass die Politik der amerikanischen Notenbank wirkt. Da aber auch die anderen Konjunkturdaten im Trend nach oben zeigen, gibt es keinen Grund mehr zu sagen: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.“

Aktien des Versorgers Eon legten an der Dax-Spitze um 5,54 Prozent auf 29,93 Euro zu, Titel des Konkurrenten RWE gewannen 4,56 Prozent auf 64,01 Euro. Von Händlern hieß es, der Sektor sei einer der größten Gewinner der Woche. Die von der Branchenentwicklung weitgehend abgekoppelten Volkswagen-Stammaktien
erholten sich etwas von ihren drastischen Verlusten der vergangenen Tage und stiegen um 4,74 Prozent auf 6,84 Euro.

Fraport-Aktie nach Gerichtsurteil volatil

Die im MDax gelisteten Fraport-Aktien reagierten mit Schwankungen auf den Gerichtsentscheid zum Flughafenausbau. Sie zogen nach einem zwischenzeitlichen Rutsch bis auf 34,49 Euro an und schlossen 3,11 Prozent höher bei 36,09 Euro. Der Kasseler Verwaltungsgerichtshof (VGH) gab grünes Licht für den Ausbau. Allerdings muss die Zahl der Nachtflüge zwischen 23.00 und 5.00 Uhr neu geregelt werden, da sie nicht mit dem gesetzlich gebotenen Schutz der Nachtruhe vereinbar sei. Hierzu ließ der VGH auch eine Revision der Kläger beim Bundesverwaltungsgericht zu. „Für mich kommt die Entscheidung nicht überraschend“, sagte Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Er habe die Wahrscheinlichkeit einer negativen Entscheidung als sehr gering eingeschätzt. „Tendenziell ist die Entscheidung aber leicht positiv, da der Markt grundsätzlich keine Risiken mag und vorher ein Restrisiko bestanden hat.“

Die Titel von Continental stiegen um 2,71 Prozent auf 27,71 Euro. Nach der Verlängerung der Kredite für den Autozulieferer Schaeffler bemühen sich die Banken laut der Zeitung „Die Welt“ auch um eine Lösung für die Tochter. Nach den erfolgreichen Verhandlungen von Schaeffler „sehen wir gute Chancen für Continental, ebenfalls eine entsprechende Vereinbarung treffen zu können“, schrieb Analyst Michael Punzet von der DZ Bank. Er beließ die Aktie des Hannoveraner Autozulieferers auf „Kaufen“.

Gebeutelte Solaraktien zeigen eine Gegenreaktion

Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 kletterten um 5,19 Prozent auf 7,50 Euro. Händler verwiesen auf anhaltende Gerüchte, denen zufolge ähnlich wie beim Halbleiterkonzern Infineon nun bei dem Fernsehkonzern eine Kapitalerhöhung geplant sei, die von einem Investor unterstützt werde. Dazu werde vorab „Kurspflege“ betrieben. Auch gebe es immer noch viele Anleger, die zuvor auf fallende Notierungen gesetzt hätten und sich jetzt eindecken müssten.

Bei den Technologiewerten konnten Solartitel deutlich zulegen. Händler verwiesen auf einen Artikel im „Handelsblatt“, dem zufolge die deutschen Vertreter der Solarbranche Schutzzölle gegen die Konkurrenz aus China verlangen. Ein Händler sagte: „Fordern kann man viel - allerdings ist dies ein ganz neuer Gedanke und das kann etwas Fantasie in den zuletzt unter Druck stehenden Sektor bringen.“ Die Branche sei ohnehin reif für eine Reaktion nach oben. In das Bild der „Suche nach positiven Impulsen“ passe auch die positive Reaktion auf ein Interview mit Karl-Theodor zu Guttenberg in der „Financial Times Deutschland“, ergänzte ein Börsianer. Der Wirtschaftsminister verordnet seinem eigenen Haus eine Neuausrichtung und will einen Schwerpunkt auf den Ausbau erneuerbarer Energien legen. Roth & Rau
verteuerten sich um 6,34 Prozent auf 23,48 Euro, Solarworld kletterten 5,53 Prozent auf 15,47 Euro.

Zockerpapier Escada mit deutlichen Gewinnen

An der Indexspitze rückten Aixtron-Papiere um 6,60 Prozent auf 14,54 Euro vor. Hier verwiesen Händler auf Spekulationen um einen Aufkäufer im Markt. Auch sei der Spezialmaschinenbauer mit einer Marktkapitalisierung von über einer Milliarde Euro wieder in den Fokus großer institutioneller Anleger gerückt.

Escada-Titel sprangen 17,33 Prozent auf 0,880 Euro hoch. Viele Investoren signalisierten ihr Interesse an der Luxusmarke, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Zuletzt teilte Insolvenzverwalter Christian Gerlof mit, es gebe gute Chancen, den Betrieb fortzuführen. Experten bezweifeln allerdings, dass der Damenmodeschneider langfristig eigenständig überleben kann. Börsianer sprachen von einem „Zockertitel, der nun mal wieder hochgerissen wird“.

Quelle: Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
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Name Kurs Prozent
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TecDAX 730,90 −2,68%
MDAX 9.870,46 −2,73%
SDAX 4.717,40 −2,20%
REX 439,15 +0,37%
Eurostoxx 50 2.068,66 −2,37%
F.A.Z. EURO 67,11 −2,09%
Dow Jones 12.118,60 −2,22%
Nasdaq 100 2.458,83 −2,62%
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