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Aktienanlage Warren Buffett investiert in europäische Aktien

 ·  Für seine größte Investition des vergangenen Jahres setzt Investor Warren Buffett ungewöhnlich auf eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung. Zudem: seine Top Ten im Bild.

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Warren Buffett glaubt fest an eine rosige Zukunft Amerikas, wittert aber auch in der Alten Welt Chancen. Der berühmte Investor legte Ende des vergangenen Jahres mit seiner Gesellschaft Berkshire Hathaway jeweils 175 Millionen Euro in acht börsennotierten europäische Unternehmen an - insgesamt also mehr als eine Milliarde Euro.

Die Staatsschuldenkrise in Europa, die sich im vergangenen Jahr auch negativ auf die Aktienmärkte ausgewirkt hatte, habe günstige Kaufgelegenheiten geboten. Buffett sagte das in einem Interview im Fernsehsender CNBC, ohne jedoch konkretere Angaben zu den Titeln zu machen.

Die größten Investitionen von Warren Buffett

Aktien sind immer noch günstig

Im Aktienportfolio von Berkshire Hathaway, das Ende vergangenen Jahres einen Marktwert von knapp 77 Milliarden Dollar hatte, befinden sich überwiegend amerikanische Gesellschaften wie der Getränkehersteller Coca-Cola, der Technologiekonzern IBM oder die Finanzdienstleister American Express und Wells Fargo. Auf der Liste der 14 größten Beteiligungen stehen allerdings auch der deutsche Rückversicherer Munich Re, der französische Pharmakonzern Sanofi und britische Supermarktkette Tesco.

Buffett hält Aktienkurse trotz der jüngsten Erholung im Vergleich zu anderen Anlagen immer noch für günstig. Langfristig würden sich Aktien besser entwickeln als Anleihen, Gold oder andere Anlageoptionen, sagt er. Buffett wurde mit Anlagen in unterbewertete Aktien zum drittreichsten Mann der Welt. Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" bezifferte sein Vermögen, das vor allem aus Aktien von Berkshire Hathaway besteht, zuletzt auf 39 Milliarden Dollar.

Neu bei IBM

Berkshires größter Zukauf am Aktienmarkt war im vergangenen Jahr aber kein europäisches Unternehmen, sondern der amerikanische Standardwert IBM. Berkshire kaufte rund 64 Millionen IBM-Aktien für knapp 11 Milliarden Dollar. Damit hält Berkshire 5,5 Prozent an dem Unternehmen.

Die Meldung hatte an der Börse für Überraschung gesorgt, da sich Buffett bei Technologieunternehmen bisher zurückgehalten hatte. Buffett räumte in seinem am Wochenende veröffentlichten Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway auch ein, dass er sehr spät auf die Idee der IBM-Anlage gekommen sei, obwohl er den Geschäftsbericht des Unternehmens seit mehr 50 Jahren lese.

Hoffen auf schwache Kursentwicklung

Am Beispiel von IBM sorgte Buffett in seinem Aktionärsbrief - eine Pflichtlektüre für Börsianer an der Wall Street - für eine weitere Überraschung. Er stellte die weitverbreitete Annahme von Aktienanlegern in Frage, dass sie nur von steigenden Kursen ihrer Papiere profitieren. Im Fall von IBM sei das anders, solange der Konzern seine Gewinne kontinuierlich steigere und eigene Aktien zurückkaufe. "Wir hoffen, dass sich die Aktien im Markt lange Zeit unterdurchschnittlich entwickeln", schreibt Buffett.

Der Grund: Wenn der Aktienkurs von IBM dahindümpele, könne das Unternehmen für die gleiche Summe eine größere Anzahl Aktien zurückkaufen. Da das die Zahl der ausstehenden Aktien verknappt, steigt der prozentuale Anteil von Berkshire an IBM und der Anteil am Gewinn je Aktie. "Die Logik ist einfach: Wenn Sie in der Zukunft Aktien kaufen, entweder direkt oder indirekt (durch Ihre Beteiligung an einer Gesellschaft, die Aktien zurückkauft), schaden Ihnen steigende Aktienkurse", schreibt Buffett.

Der Milliardär rechnet aber nicht damit, dass ihm viele Aktionäre bei seiner Argumentation folgen werden. Menschliche Emotionen komplizierten die Sache. "Die meisten Leute, selbst die, die zukünftig Aktien kaufen wollen, finden Trost in steigenden Kursen", weiß Buffett.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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