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Nach weltweitem Hackerangriff : Aktien von IT-Sicherheitsfirmen an der Börse gesucht

  • Aktualisiert am

Der Dax ist weiter auf Rekordkurs an der Frankfurter Börse. Bild: AFP

Die Rekordjagd an den Börsen geht weiter. Der Dax klettert auf neue historische Bestmarken und vor allem Aktien von IT-Sicherheitsfirmen stehen hoch in der Anlegergunst.

          Die Rekordjagd an den europäischen Börsen geht weiter: „Dem positiven Trend können die erneuten Störfeuer aus Nordkorea, aber auch die Verwundbarkeit der Welt durch Angriffe aus dem Netz nichts anhaben", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. „Europa ist attraktiv für Investoren und Liquidität ist genug vorhanden." Der Sprung des Dax über die 13.000er-Marke sei nur eine Frage von Tagen.

          Nachdem der Dax gleich zu Handelsstart erstmals in seiner Geschichte die 12.800-Punkte-Hürde überwand, bröckelten aber die Gewinne wieder ab und der Markt drehte in die Verlustzone. Zum Mittag stand der deutsche Leitindex 0,23 Prozent im Minus bei 12 741,52 Punkten

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          Zur positiven Grundstimmung trug der Anstieg des Ölpreises bei. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 52,11 Dollar je Barrel (159 Liter) und dämpfte damit die Furcht der Investoren vor einer Pleitewelle in der Förderindustrie. Die beiden wichtigen Exportländer Saudi-Arabien und Russland einigten sich darauf, die Ende November beschlossenen und zunächst bis Juni befristeten Förderkürzungen bis März 2018 zu verlängern. Damit sollen die Ölschwemme eingedämmt und die Preise stabilisiert werden.

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          Der weltweite Hackerangriff auf Computersysteme von Konzernen, Behörden, Schulen und Privatleuten hat derweil Anbieter von Sicherheitssoftware an der Börse heiß begehrt gemacht. In London stiegen Sophos um acht Prozent auf ein Rekordhoch von 868 Pence. Die Papiere des finnischen Rivalen F-Secure kletterten um bis zu 5,1 Prozent auf ein 16-Jahres-Hoch von 4,15 Euro. In Amerika, wo die meisten IT-Sicherheitsfirmen sitzen, legten Cisco Systems, Cyberark und Palo Alto Networks vorbörslich jeweils rund zwei Prozent zu. Die Titel von FireEye und Symantec gewannen je rund vier Prozent.

          „Nach Cyberattacken werden Menschen sensibler für die Sicherheit ihrer Computer und man erkennt danach oft eine steigende Nachfrage nach entsprechender Software", sagte Technologie-Analyst Neil Campling von Northern Trust. Die in London ansässige Sophos sei in Europa besonders begehrt, da sie sich auf kleine und mittlere Unternehmen fokussiere, deren IT-Systeme oft veraltet seien.

          Die europäischer Polizeibehörde Europol registrierte am Wochenende in 150 Länder mindestens 200.000 getroffene Computersysteme. Beim Autobauer Renault kam es zum teilweisen Produktions-Stopp. Bei der Deutschen Bahn fielen Anzeigetafeln und Fahrscheinautomaten aus. Britische Krankenhäuser mussten Patienten abweisen und Operationen verschieben.

          RWE ST

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          Abseits der IT-Aktien waren auch RWE gefragt, deren Papiere sich um 2,8 Prozent auf 16,03 Euro verteuerten. „Die Ergebnisse im ersten Quartal zeigen, dass RWE gut ins Jahr gestartet ist", urteilten die Analysten der Investmentbank Jefferies. Obwohl das operative Ergebnis geschrumpft sei, hätten zwei von drei Sparten deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Positiv sei auch, dass der Versorger seine Ziele für das Gesamtjahr bestätigt habe.

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          Quelle: casc/Reuters

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