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Aktien F.A.Z.-Euro-Index schlägt Euro Stoxx 50

Der 100 Werte umfassende F.A.Z.-Euro-Index ist im Jahr 2012 stärker gestiegen als der Euro Stoxx 50. Auch die F.A.Z.-Branchenindizes entwickelten sich besser.

© F.A.Z.

Der F.A.Z.-Euro-Index ist im Jahr 2012 um 19,5 Prozent gestiegen, der Euro Stoxx 50 hingegen nur um 18,1 Prozent. In beiden Entwicklungen sind die Dividendenzahlungen der Unternehmen berücksichtigt und anfallende Quellensteuern abgezogen. Bei der Betrachtung der reinen Kursentwicklung ist der Abstand noch größer: Der F.A.Z.-Euro-Kursindex stieg um 16,2 Prozent, der Euro Stoxx 50 nur um 13,8 Prozent.

Daniel Mohr Folgen:

Damit bewahrheiten sich die bei der Gründung des F.A.Z.-Euro-Index im September 2011 genannten Vorteile des 100 Aktientitel umfassenden Index: Alle 100 Titel haben ein Indexgewicht von 1 Prozent. Dies führt zu einer wesentlich besseren Risikostreuung und langfristig zu einer höheren Rendite, als wenn einzelne Titel ein deutlich höheres Gewicht im Index haben als andere. Auch die Indexschwankungen sind dadurch beim F.A.Z.-Euro-Index geringer. Eine Rückrechnung bis ins Jahr 2001 unterstreicht den Vorteil eines gleichgewichteten Index: der F.A.Z.-Euro-Kursindex sank seit dem Sommer 2001 um 15 Prozent, der Euro Stoxx 50 hingegen um 38 Prozent.

Frappierende Unterschiede

Noch frappierender sind die Unterschiede bei einzelnen Branchenindizes. In sechs von neun vergleichbaren Branchenindizes haben sich diejenigen des F.A.Z.-Euro-Index besser entwickelt als die entsprechenden Euro-Stoxx-Indizes. In drei Fällen lagen die Stoxx-Indizes vorne. Der größte Unterschied ergab sich im Branchenindex Telekommunikation. Hier verlor die Stoxx-Variante 17 Prozent, während der F.A.Z.-Euro-Telekommunikation um 4 Prozent stieg. Hier machte sich die Ungleichgewichtung in den Stoxx-Indizes besonders negativ bemerkbar. So kommt alleine die Telefónica im Euro Stoxx Telekommunikation derzeit auf ein Indexgewicht von 38 Prozent, die Deutsche Telekom folgt mit 24 Prozent und die France Télécom mit 15 Prozent.

Alle drei Werte verbuchten im Jahr 2012 Kursverluste: die Telekom moderate 3 Prozent, Telefónica 22 Prozent und France Télécom sogar 31 Prozent. Im F.A.Z.-Telekommunikation kommen die drei genannten Werte hingegen zusammen nur auf ein Gewicht von 17 Prozent. Die positive Wertentwicklung anderer, kleinerer Telekommunikationsgesellschaften kann dadurch nennenswert zur Geltung kommen. So verbuchten Hellenic Telecommunication, Freenet oder die französische Iliad hohe Kursgewinne, so dass die Verluste der Großkonzerne auf Indexebene mehr als kompensiert werden konnten.

Der speziellen Indexkonstruktion der F.A.Z.-Euro-Indizes ist es zudem zu verdanken, dass eine breitere regionale Streuung stattfindet. In den Branchenindizes ist grundsätzlich aus jedem Land das jeweils branchengrößte Unternehmen enthalten, sofern es bestimmte Mindestanforderungen an die Handelbarkeit der Aktien erfüllt. Dies führt dazu, dass auch Unternehmen aus Ländern mit weniger großen Kapitalmärkten wie Österreich überhaupt Einzug in die Euro-Indizes erhalten. Die Gleichgewichtung der Aktien im Index sorgt zudem dafür, dass nicht das Gewicht großer Konzerne derart erdrückend ist, dass die Entwicklung kleinerer Aktiengesellschaften für die Indexentwicklung praktisch irrelevant sind.

Anpassung Ende Juni

Im 100 Werte umfassenden F.A.Z.-Euro-Index sorgt zudem eine weitere Komponente für eine größere Streuung: Die Zahl der Aktiengesellschaften aus den einzelnen Ländern bemisst sich nach der Bedeutung der Volkswirtschaft anhand des Bruttoinlandsprodukts. Auf diese Weise haben Deutschland und Frankreich mit 28 und 22 Indexmitgliedern zwar auch ein Gewicht von rund 50 Prozent im F.A.Z.-Euro-Index. Im Euro Stoxx 50 kommt Deutschland hingegen auf 32 Prozent und Frankreich sogar auf 35 Prozent. Italienische Unternehmen sind im Euro Stoxx 50 hingegen nur mit 8 Prozent gewichtet, während Italiens wirtschaftliches Gewicht im Euroraum 17 Prozent beträgt. Unternehmen aus Portugal, Griechenland und Österreich kommen im Euro Stoxx 50 gar nicht vor. Irland, Belgien und Finnland jeweils nur einmal, obwohl das wirtschaftliche Gewicht dieser Länder im Euroraum zusammen 15 Prozent beträgt.

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Um in den F.A.Z.-Euro-Index aufgenommen zu werden, muss ein Land mindestens 1 Prozent zum Euroraum-Bruttoinlandsprodukt beitragen. Daher sind Estland, Malta, Zypern, Slowenien, Slowakei und Luxemburg im F.A.Z.-Euro-Index nicht vertreten, wohl aber mitunter in den Branchenindizes. Der F.A.Z.-Euro-Index wird einmal im Jahr Ende Juni angepasst. Haben sich die wirtschaftlichen Gewichte verschoben, kann ein Land Werte hinzugewinnen oder verlieren. Das Gewicht aller Titel wird wieder auf je 1 Prozent gesetzt.

Wer als Anleger an der Entwicklung des F.A.Z.-Euro-Index partizipieren möchte, kann dies mit einem Indexzertifikat der Hypo-Vereinsbank unter der Wertpapierkennnummer HV5NE4 tun. Das Zertifikat entwickelt sich genau wie der Index. Dividenden werden in der Entwicklung vollständig berücksichtigt. Der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Geld-Brief-Spanne) betrug am Donnerstag 2 Cent. Es fällt jährlich eine Verwaltungsgebühr von 0,1 Prozent an. Die Hypo-Vereinsbank hat auch Zertifikate auf alle F.A.Z.-Euro-Branchenindizes begeben.

Quelle: F.A.Z.

 
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