Der weltgrößte Premiumautobauer BMW hat im ersten Quartal seine Gewinn und Umsatz stärker gesteigert als erwartet. Die Marge im Automobilgeschäft war allerdings leicht rückläufig, lag aber mit 11,6 Prozent über den Werten der Konkurrenten. Der Umsatz stieg dank eines deutlichen Absatzzuwachses um 14 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern verdiente BMW mit 2,1 Milliarden Euro 19 Prozent mehr. Netto blieben 1,34 Milliarden Euro - rund 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Vorjahreswerte wurden durchgängig angepasst. So wurden der Nettogewinn um 70 und der Vorsteuergewinn um 107 Millionen Euro nach unten korrigiert, der Gewinn je Aktie um 0,11 Euro. Hintergrund seien geänderte Restwerterwartungen bei Leasingverträgen, schreibt BMW im Quartalsbericht.
Zahlen über den Erwartungen
Die vorgelegten Zahlen lagen allesamt über den Analystenerwartungen (Umsatz 17,5 Milliarden Euro, Ergebnis vor Zinsen und Steuern 1,74 Milliarden Euro, Nettogewinn 1,23 Milliarden Euro). Marktbeobachter hatten aufgrund hoher Entwicklungskosten und Ausgaben für die Einführung neuer Modelle wie der Einser- und Dreier-Serie mit Gewinnrückgängen gerechnet.
Der Absatz stieg um 11 Prozent auf 425.528 Fahrzeuge. Allein im März seien mehr Fahrzeuge als jemals zuvor in einem Monat verkauft worden. Im Gesamtjahr soll der Absatz im einstelligen Prozentbereich gesteigert werden. BMW hält an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest, wonach Absatz, Umsatz und Vorsteuergewinn die Rekordwerte aus dem Vorjahr übertreffen sollen, und die operative Rendite im Automobilgeschäft am oberen Rand des langfristig anvisierten Korridors von 8 bis 10 Prozent liegen soll.
Derzeit ausgereizt
Der Aktienkurs von BMW legt am Donnerstag bei hohen Umsätzen deutlich zu. Insgesamt war es sicher ein gutes Quartal für BMW, in dem Gewinn und Umsatz durch Preisanhebungen erhöht werden konnten, was die starke Stellung und Beliebtheit von BMW unterstreicht.
Analyst Michael Punzet von der DZ Bank äußerte sich allerdings zu der Gesamtvorlage vorsichtig, da trotz eines starken ersten Quartals die Zielsetzung für 2012 nur bestätigt wurde. Er sieht auch den Ausblick für die Autoverkäufe in China als zurückhaltend an. Analyst Tim Schuldt von Equinet hält den Ausblick dagegen für viel zu konservativ.
Letztlich also ist es eine Frage der Konjunktureinschätzung, ob BMW die Erwartungen im Gesamtjahr wird übertreffen können oder nicht. Bei einer Bewertung der Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 9,3 für das laufende und knapp 9 für das kommende Jahr erscheint diese derzeit eine gewisse Vorsicht einzupreisen.
Auch die Tatsache, dass die Notierung sehr deutlich mit dem derzeitigen Spitzenniveau zu kämpfen hat, suggeriert dass die Aktie im derzeitigen Konjunkturumfeld etwas ausgereizt ist.