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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Aktien der Dekade Die elf großen Ertragsbringer

 ·  Elf Aktien habe es geschafft: Seit 2003 haben diese Werte in jedem Jahr einen positiven Gesamtertrag verzeichnet. Mit dabei Mc Donald’s und der Ziegelfabrikant Creaton.

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Die Aktienkurse sind auf dem Vormarsch, während die Renditen von Staatsanleihen nahe null liegen. Für Investoren daher kaum eine Frage, welcher Anlagegattung derzeit der Vorzug zu geben ist. Eigentlich – denn Unsicherheit herrscht weiterhin. Am liebsten hätten Anleger ja eine Garantie, dass sie mit diesen Unternehmensanteilen nie Verluste erleiden können.

Zwischenzeitliche Verluste mögen ja hinnehmbar sein, aber am liebsten sollte doch ein Gewinn dastehen, wenn man ihn gerade braucht. Das sind allerdings Wunschträume. Aktien, die im vergangenen Jahrzehnt in gleitenden 12-Monats-Zeiträumen immer einen Gewinn verzeichnet haben, braucht man erst gar nicht zu suchen.

Jedes Jahr im Plus

Blickt man auf das Kalenderjahr, so finden sie sich in den Datenbanken des Finanzinformationsdienstleisters Bloomberg doch: Elf Aktien, die an deutschen Börsenplätzen gehandelt werden, die seit 2003 jedes Kalenderjahr mit einem positiven Ertrag abschlossen haben und sich so als Aktien der Dekade qualifizieren. Knapp die Hälfte stammt aus Deutschland, drei aus den Vereinigten Staaten und je eine aus Spanien, der Schweiz und Japan.

Besonders stark sind klassische defensive Aktien vertreten: Nahrungsmittel, Infrastruktur, Rohstoffe, Pharmazie und Immobilien. Das kurioseste Geschäftsfeld dürfte wohl die spanische Viscofan haben, die Kunstdärme herstellt. Ein Name ist allgemein bekannt: Mc Donald's. Wer in den vergangenen neun Jahren zu Jahresbeginn Mc Donalds-Aktien gekauft hätte, hätte sie am Jahresende stets mit Gewinn verkaufen können – selbst im Krisenjahr 2009 reichte es noch für einen Ertrag von knapp 5 Prozent. Dabei half auch durchaus die Dividende mit.

Schweizer Mobilfunker über 10 Jahre an der Spitze

Betrachtet man den Gesamtertrag über zehn Jahre, belegt keiner der Werte absolute Spitzenplätze. Am besten schneidet noch mit einem durchschnittlichen jährlichen Gesamtertrag von rund 35 Prozent das Schweizer Mobilfunkunternehmen Mobilezone ab, das es damit auf Platz 69 bringt. Doch nicht jedes Jahr hatten die Anleger damit Glück. Das Kurshoch stammt aus dem Frühjahr 2011, in dem die Aktie eine ziemliche Talfahrt erlebte und die Aktie es nur dank einer großzügigen Dividendenzahlung auf einen Jahresertrag von 1,3 Prozent brachte.

Aber insgesamt können Anleger mit den Erträgen der Aktien über zehn Jahre hinweg zufrieden sein. Mehr als die Hälfte brachte im Jahresdurchschnitt mehr als 15 Prozent ein und selbst die schwächsten Aktien des japanischen Pharmakonzerns Kyowa Hakko Kirin und des Glasherstellers Pilkington Deutschland (ehemals Flachglas AG) weisen einen Durchschnittsertrag von mehr als 6 Prozent im Jahr auf.

Deutsche Aktien meist wenig liquide

Die Tatsache, dass Pilkington Deutschland es in die Top-Elf geschafft hat, lenkt den Blick auf ein Problem, das spezifisch ist für die deutschen Werte. Im Gegensatz zu den ausländischen Aktien ist ihre Marktkapitalisierung gering. Zusammen bringen es die fünf Werte gerade einmal auf rund 2 Milliarden Euro. Nahezu jede andere Aktie unter den Top-Werten hat allein eine höhere Marktkapitalisierung.

Das Bild verschärft sich, wenn man den oftmals geringen Streubesitz berücksichtigt. So beträgt dieser bei der mehrheitlich zum japanischen Glashersteller NSG gehörenden Pilkington 3,7 Prozent, beim Stuttgarter Immobilienunternehmen Dinkelacker nur 2 Prozent. In letzterem Fall werden gerade einmal 6090 Aktien gehandelt. Berücksichtigt man nur den Wert des Streubesitzes, so bringen es die deutschen Aktien gerade einmal auf 278 Millionen Euro – und dabei entfällt fast die Hälfte auf die Umweltbank mit einem Streubesitz von 84 Prozent. Die geringe Liquidität der Aktien kann auch als Grund für die verhältnismäßig stabile Kursentwicklung gelten.

Positive Creaton

Das verdirbt den Spaß am Investieren, zumal es für keinen der deutschen Werte tragfähige Analystenprognosen gibt und ihr Umsatz meist sehr klein ist. Beispielsweise verzeichnete die Umweltbank 2011 einen Bruttoertrag von lediglich 81 Millionen Euro. Eine Ausnahme ist der Edelmetallverarbeiter Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro.

Wiederholt man die Untersuchung quartalsweise, steigt die Zahl der erfolgreichen Aktien auf insgesamt 29. Interessanterweise gibt es dabei doch acht Mehrfachplazierungen und die Vorzugsaktie des bayerischen Dachziegelherstellers ist sogar dreimal vertreten. Ansonsten verändert sich das Bild nicht wesentlich: Mc Donald's ist der einzig wirklich bekannte Name, die deutschen Aktien sind gering kapitalisiert, die Unternehmen klein. Der von Siemens beherrschte Nachrichtensoftware-Spezialist Cycos setzte im jüngsten vollständigen Geschäftsjahr gerade einmal 6,5 Millionen Euro um. Größtes Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 33 Milliarden Euro ist dann der Pharmagroßhändler Express Scripts.

Keine Schnäppchen, aber ihr Geld wert?

Günstig sind die Aktien nicht. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das kommende Geschäftsjahr liegt unter den Jahresgewinnern zwischen 13 für Viscofan und 20 für die amerikanische Church & Dwight, die Haushaltsprodukte wie Zahncreme und Reinigungsmittel herstellt. Die Aktie des Biotech-Unternehmens Alexion bringt es gar auf ein KGV von 42 und die Bewertung mit 7,5 für den spanischen Eisenbahnbauer CAF erklärt sich wohl nicht zuletzt aus den Sorgen um die Solvenz des spanischen Staates, auch wenn CAF zuletzt nur rund ein Viertel seines Umsatzes im Heimatland machte.

Doch hohe Bewertungen mögen der Preis für Aktien sein, die insgesamt eine recht gute Wertentwicklung aufweisen, auch wenn die Erfolge der Vergangenheit kein Garant für die Zukunft sind. Aber: acht der Top-Elf-Aktien liegen im laufenden Jahr auch wieder im Plus. Nachsitzen muss neben Kyowa Kirin auch Mc Donald's – aber nichts, was nicht auch 2012 eine Jahresendrally wieder gut machen könnte.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.


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