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Aktien-Analyse Wachsende Konkurrenz setzt Aktien von Bijou Brigitte weiter zu

17.07.2008 ·  Die einstige Erfolgsaktie Bijou Briggite hat wegen zunehmender Konkurrenz seit dem Rekordhoch inzwischen 72 Prozent verloren. Der vom Modeschmuckfilialisten angekündigte Rückzug des Firmengründers kommt deshalb zu einer ungünstigen Zeit.

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Die Aktien von Bijou Brigitte kannten jahrelang nur einen Weg. Und zwar den nach oben. Vom 24. Oktober 1996 bis zum 11. April 2006 explodierte der Titel in knapp zehn Jahren förmlich von 2,37 Euro auf 254,10 Euro.

Doch seitdem ist die Erfolgsserie gerissen. Erst ging es schleichend und zuletzt mit einer zunehmenden Dynamik nach unten. Auch am Donnerstag fällt der Wert um weitere fünf Prozent auf 68 Euro. Allerdings ist dabei ein Dividendenabschlag von 6,50 Euro je Aktie zu berücksichtigen.

Unter dem Strich ändert das aber nichts daran, dass die Notiz des Modeschmuckhändlers auf ein neues Vierjahrestief abrutscht. Gemessen am Rekordhoch beläuft sich das Minus inzwischen auf stolze 72 Prozent. Und wenn man sich den intakten charttechnischen Abwärtstrend anschaut, ist keine baldige Kurswende in Sicht.

Firmengründer will den Stab an den Sohn übergeben

Auch fundamental gesehen hat das in Hamburg ansässige Unternehmen schon wesentlich bessere Zeiten gesehen. Was der Gesellschaft zu schaffen macht, ist die wachsende Konkurrenz. Denn mittlerweile wird Modeschmuck auch von Ketten wie H&M angeboten.

Den bei der Hauptversammlung am Mittwoch vorgelegten neuen Geschäftszahlen ist zu entnehmen, dass der Umsatz im ersten Halbjahr nur dank der Eröffnung von 27 neuen Filialen um 1,7 Prozent auf 169 Millionen Euro gestiegen ist. Auf gleicher Fläche ergab sich dagegen ein Rückgang um 5,2 Prozent. Konkrete Gewinnzahlen wurden gleichzeitig zwar nicht veröffentlicht. Aber wie der fallende Kurs signalisiert, sind die Anleger ganz offensichtlich auch in dieser Hinsicht skeptisch.

Und der beim Aktionärstreffen angekündigte Abschied aus dem Vorstand von Firmengründer und Vorstandschef Friedrich-Wilhelm Werner ist auch nicht dazu angetan, neue Zugversicht zu schüren. Zwar schlug er den seit sieben Jahren im Unternehmen tätigen Sohn Roland als Nachfolger vor, womit eine gewisse Kontinuität gewahrt scheint, aber in der aktuellen schwierigen Lage würden es die Anteilseigner vermutlich lieber sehen, wenn der einstige Macher weiter der entscheidende Strippenzieher bliebe. Immerhin will der Firmengründer den Generationsübergang in den kommenden Jahren weiter begleiten und dem Unternehmen auf Basis eines Beratervertrages eng verbunden bleiben. Behalten will er auch die Mehrheit der Aktien.

Vor dem Aktienkauf erst bessere Nachrichten abwarten

Auf der Hauptversammlung zeigte sich der Vorstandschef grundsätzlich optimistisch. Die Umsatzrückgänge seien auf verstärkten Wettbewerb zurückzuführen und eine ähnliche Entwicklung habe Bijou Brigitte bereits in den 90er Jahren erfolgreich gemeistert. Das Unternehmen werde seine Marktführerschaft sichern und habe für die weitere Expansion in Europa (neben Deutschland und Spanien ist der seit gut 40 Jahre bestehende Schmuckhändler in Frankreich, Griechenland, Italien, Großbritannien und Amerika tätig) bereits Länder wie Schweden, Finnland, die Slowakei und Bulgarien im Visier.

Wer an einer Wiederholung dieses Falles glaubt, könnte die stark gefallenen Kurse zum Einstieg nutzen. Optisch gesehen macht die Aktie inzwischen jedenfalls einen günstigen Bewertungseindruck. Auf Basis der bisherigen Gewinnschätzungen für 2008 ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur noch sieben und eine Dividendenrendite von deutlich mehr als acht Prozent.

Die in Amerika wegen der dortigen Immobilienkrise vorerst auf Eis gelegte weitere Expansion zeigt aber, dass die Gesellschaft derzeit keine Glückssträhne hat. Wegen der bestehenden Unsicherheiten dürfte es deshalb besser sein, vor einem Kauf des Titels erst einmal Nachrichten über eine operative Trendwende abzuwarten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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