08.06.2007 · Aktien mit China-Phantasie gelten heutzutage meistens von vornherein als teuer. Doch das stimmt nicht. Viele Aktien mit einer Börsennotiz im Ausland sind sogar ausgesprochen günstig bewertet. Wie etwa KSH Holding und Gongyou Machines.
Nach fulminanten Kursgewinnen häuften sich zuletzt die Warnungen vor einer Kursblase an den chinesischen Aktienmärkten. Selbst der amerikanische Ex-Notenbankpräsident Alan Greenspan sah sich veranlasst, mahnend den Zeigefinger zu heben und vor der Gefahr einer bösen Überraschung zu warnen. Und wenn man sieht, wie euphorisch und blind viele Kleinanleger in China Aktien ordern, sind diese Warnungen auch nachzuvollziehen. Zumal die Bewertungen in China selbst wirklich inzwischen übertrieben hoch erscheinen.
Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Gleichzeitig gibt es eine Gruppe chinesischer Aktien, die von dem ganzen Trubel noch nicht erfasst wurden. Gemeint sind dabei jene Titel, die an Auslandsbörsen gelistet sind. Und die Regel dabei ist offenbar: Je kleiner die Werte sind, umso größer ist der Bewertungsabschlag. Wie groß die Kluft zwischen Kursentwicklung und Bewertungen ist, zeigen die beiden dazu passenden Grafiken.
Gongyou mit einstelligem Kurs-Gewinn-Verhältnis günstig
Basierend darauf weisen die Analysten bei BCA Research in einer neuen Studie darauf hin, dass es eine Reihe von Aktien mit China-Phantasie gibt, die von den Anlegern bisher weitgehend ignoriert werden. Diese Vernachlässigung biete eine einmalige und interessante Anlagechance, um vom Wachstum in China zu profitieren. Die Schlussfolgerung lautet, dass die qualitativ hochwertigen Aktien deutliches Kurspotential haben, wenn diese Anlageklasse erst einmal von den Investoren entdeckt wird.
Zu diesen Werten zählt mit Sicherheit auch die in Deutschland gelistete Gongyou Machines. Das Unternehmen hat seinen Sitz zwar in Singapur, der Großteil der Geschäfte und die Produktion befinden sich aber in China. Wie am Freitag mitgeteilt, laufen die Geschäfte des Herstellers von holzverarbeitenden Maschinen und Elektromotoren gut. Den Angaben zufolge ist die Nachfrage nach den hauseigenen Produkten hoch und es wird mit voller Kapazitätsauslastung gearbeitet. Seit der Emission Ende März zu 2,80 Euro ist der Kurs nach einem kurzen Höhenflug aber trotzdem kontinuierlich abgebröckelt.
Die Belastungen, die sich aus den gestiegenen Preisen für die wichtigsten Rohmaterialien Stahl und Kupfer ergeben, können dieses Kurverhalten nur bedingt erklären. Schließlich rechnet die Gesellschaft nach wie vor mit einer Steigerung der Profitabilität im laufenden Geschäftsjahr. Auf Basis des von Beobachtern erwarteten Gewinns in dem Ende Juni auslaufenden Geschäftsjahr lässt sich ein einstelliges Kurs-Gewinn-Verhältnis errechnen. Das erscheint sehr wenig, wenn man bedenkt, wie gut die Nachfrage ist und dass Gongyou die aus dem Börsengang eingenommenen Mittel dazu verwendet, die Kapazitäten auszuweiten.
Dickes Auftragspolster spricht für KSH Holding
Gewisse Rätsel gibt auch die jüngste Kursentwicklung bei der KSH Holding auf. Dieses Bauunternehmen mit Sitz in Singapur ist zwar kein reinrassiges China-Investment, aber auch diese Gesellschaft hat über zunehmende Aktivitäten in China eine gewisse China-Phantasie. Gemeinsam mit Gongyou ist diesem Titel zudem die Tatsache, dass die hohen Kurse gleich nach der Emission nicht verteidigt werden konnten. Und das, obwohl auch hier die Bewertung niedrig ist. Um zu diesem Schluss zu kommen, muss nur der Börsenwert von lediglich rund 70 Millionen Singapur-Dollar herangezogen werden. Denn diesem steht ein Orderbuch von 330 Millionen Singapur-Dollar gegenüber. Die Kapazitäten sind dadurch schon jetzt bis über das am 31. März 2009 endende Geschäftsjahr hinaus ausgebucht.
Und da die Baubranche in Singapur, aber natürlich auch in China sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten boomt, wo KSH über einen Großinvestor einen guten Marktzugang hat, darf hier getrost mit weiteren Vertragsabschlüssen gerechnet werden. Anzunehmen ist dabei auch, dass die neuen Aufträge mit besseren Gewinnspannen ausgestattet sind als die zuvor abgewickelten. Der im Geschäftsjahr 2006/2007 um 16 Prozent auf 6,6 Millionen Singapur-Dollar gestiegene Nettogewinn dürfte deshalb in den nächsten Jahren deutlich zulegen. Stimmen diese Annahmen, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Werte wie KSH oder Gongyou entdeckt werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |