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Aktien-Analyse Envio-Aktie kommt langsam wieder an an der Börse

29.03.2010 ·  Seit November sendet der Aktienkurs von Envio Lebenszeichen. Und das könnte so bleiben: Denn der Umweltdienstleister befindet sich auf Wachstumskurs und überzeugt gleichzeitig mit einer vernünftigen Bewertung.

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An der Börse notiert ist die Aktie der Envio AG zwar schon seit dem 24. September 2007. Die meiste Zeit davon wurde der Full-Service-Anbieter im Bereich Umweltdienstleistungen und Recycling aber nicht richtig wahrgenommen. 2008 erlebte der Titel zwar einen temporären Höhenflug, anschließend fiel die Notiz aber sogar bis deutlich unter den Ausgabepreis zurück. Dieser betrug damals ebenso wie der erste Börsenkurs 3,50 Euro. Im Tief rutschte der Titel aber bis 2,84 Euro ab.

Doch dank einer im November begonnenen Aufwärtsbewegung ist es dem Spezialisten für die Dekontaminierung, Verwertung und Entsorgung PCB-haltiger Transformatoren in diesem Jahr gelungen, das Niveau der Erstnotiz zurückzuerobern. Und nicht nur das: Aktuell notiert der Wert mit 4,34 Euro sogar deutlich darüber und eine gute Geschäftsentwicklung in Verbund mit einer moderaten Bewertung lassen dem 2004 im Rahmen eines Management-Buy-Out aus dem ABB Konzern entstandenen Unternehmen noch immer Luft nach oben.

Überzeugende Geschäftszahlen

So ist es der Envio Gruppe im Geschäftsjahr 2009 gelungen, den Umsatz von rund 10 Millionen Euro im Jahr 2008 auf rund 17 Millionen Euro zu steigern. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen stieg gleichzeitig von 2,6 Millionen auf 3,0 Millionen Euro. Diese Werte lagen nicht nur über den eigenen Planzahlen sondern auch über den Schätzungen der Analysten. Außerdem erhöhten sich die liquiden Mittel im Vorjahr 1,45 Millionen Euro auf 3,50 Millionen Euro.

Die Börse hat diese positive Entwicklung zuletzt wie erwähnt bereits mit steigenden Kursen belohnt. Trotzdem kann die Bewertung noch immer als moderat bezeichnet werden. Auf Basis der von Analysten für 2010 erwarteten Gewinne beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis rund acht. Die Bewertungshöhe scheint damit noch ausbaubar zu sein. Zumal der Vorstand dank der wieder erholten Rohstoffpreise davon ausgeht, künftig wieder operative Gewinnmargen von über 25 Prozent erzielen zu können.

Wachstumskurs dürfte anhalten

Das intern auch für das Geschäftsjahr 2010 erwartete dynamische Wachstum (im Februar prognostizierte Envio einen Umsatz zwischen 17,5 und 21 Millionen Euro sowie einen operativen Gewinn von 4,4 Millionen Euro) ermutigt die Verantwortlichen dazu, bei der kommenden ordentlichen Hauptversammlung eine deutliche Anhebung der Dividende vorzuschlagen, die zuletzt 0,08 Euro je Aktie betrug.

Zusätzliche Phantasie beinhaltet der Titel zudem durch die Aktivitäten im Biogas-Bereich. Hier wird mit dem Versorger Thüga derzeit eine Biogas-Anlage auf Erdgas-Qualität errichtet, wobei Envio eine Anlage zur Gasaufbereitung liefert. Nicht unwahrscheinlich, dass es in diesem Geschäftssegment bald noch mehr Aufträge geben wird und daraus dann spürbare Umsatzbeiträge kommen werden. An der Börse kursierten zur Biogas-Tochter zuletzt Ausgliederungs- und Listingsgerüchte. Sollte es dazu kommen, könnte das einen weiteren Kursschub bewirken.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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