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Aktien-Analyse Der Elan bei der Sky-Aktie ist schon wieder verpufft

24.11.2009 ·  Der Höhenflug, den die Aktie von Sky Deutschland genoss, währte nur kurz. Nachdem klar geworden ist, dass der Bezahlsender auch unter dem neuen Management kein Selbstläufer ist, schmiert der Kurs wieder ab.

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Nach einem langen Siechtum hatte die Aktie von Sky Deutschland, die zuvor unter dem Namen Premiere firmierte, plötzlich eine ausgesprochen gute Phase. Ausgehend von einem am 14. April markierten Rekordtief bei 1,33 Euro hat sich die Notiz anschließend bis zum 18.September, als eine Schlussnotiz von 4,36 Euro zu Buche stand, mehr als verdreifacht.

Getrieben wurden die Kurse in dieser Zeit von der Hoffnung, dass es dem neuen Vorstand Mark Williams gelingen wird, das Ruder herumzureißen und endlich so viele Abonnenten zu gewinnen, dass der Bezahlsender in die schwarzen Zahlen vorstoßen kann. Doch diese Hoffnung hat sich zuletzt wieder merklich verflüchtigt. Bester Beleg dafür ist der Aktienkurs, der am Dienstag im Tagestief nur noch bei 2,54 Euro gehandelt wurde.

Quartalzahlen sorgten für Ernüchterung

Wieder deutlich nachdenklicher sind die Anleger durch die zuletzt von Sky Deutschland veröffentlichten Nachrichten geworden. Denn zumindest die jüngsten Quartalszahlen haben deutlich gemacht, dass sich das Ruder offenbar doch nicht so schnell wie erhofft herumreißen lässt. Auch unter dem neuen Namen und unter dem Kommando des von Großaktionär Rupert Murdoch (sein Unternehmen News Corp hielt zuletzt knapp 40 Prozent der Sky-Aktien) eingesetzten Sanierers wurde im dritten Quartal weniger Umsatz und mehr Verlust eingefahren.

Konkret sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7 Prozent auf 208,5 Millionen Euro, während sich der operative Quartalsverlust von 27 Millionen Euro auf 87,9 Millionen Euro erhöhte. Diese Zahlen sind auch deshalb so ernüchternd, weil das Unternehmen in dieser Periode einen hohen Werbeaufwand betrieben hat und die Kabel-Konkurrenten und Arena-Sat seit August die Fußball-Bundesliga nicht mehr anbieten. Zwar konnten 201000 Abonnenten gewonnen werden, allerdings verabschiedeten sich gleichzeitig auch 134000. Die Ende September bestehende Kundenzahl von 2,43 Millionen liegt noch weit entfernt von den 3,4 Millionen, die Williams zum Amtsantritt bis Ende 2010 anvisiert hat.

Inzwischen ist er davon schon wieder abgerückt und nun lautet der Plan, mit 2,8 bis 3,0 Millionen Kunden die Gewinnzone zu erreichen. Der Plan beinhaltet dabei die Vorgabe, höhere Umsätze pro Kunde zu erzielen. Tendenziell ist das zuletzt auch schon gelungen, gleichzeitig sind wegen der höheren Preise für das Fußball-Bundesliga-Paket aber auch viele Kunden abgesprungen. Und es ist fraglich, ob sich wirklich genügend Deutsche finden werden, die Geld ausgeben, um den überbezahlten Fußballprofis zuzuschauen. Zumal die Haushaltskassen angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten ohnehin nicht prall gefüllt sind. Zu bedenken ist dabei auch, dass die Gesellschaft nun schon seit der Gründung vor 18 Jahren vergeblich versucht, in Deutschland erfolgreich zu werden.

Deutsche Analysten sehen den Aktienkurs weiter fallen

Wie schwierig die Aufgabe tatsächlich ist, die er übernommen hat, scheint inzwischen auch Williams zu dämmern. Sonst wären zuletzt vermutlich nicht die Gerüchte aufgekommen, wonach Williams die Absicht geäußert habe, das Unternehmen eventuell noch in diesem Jahr zu verlassen. Ein Sprecher des Abo-Senders hat diese Spekulationen zwar dementiert, aber verwundern würde es nicht, wenn Williams frustriert ist.

Auch die amerikanischen Broker wie Goldman Sachs und Morgan Stanley, die Williams zunächst begeistern konnte, sind zuletzt skeptischer geworden. In beiden Häusern wurden in Reaktion auf die Quartalszahlen die Kursziele gesenkt. Mit 3,50 Euro und 5,55 Euro liegen sie aber noch deutlich über dem aktuellen Börsenkurs.

Richtig pessimistisch zeigen sich dagegen die Vertreter von deutschen Instituten. So beläuft sich bei M.M.Warburg das Kursziel auf 1,60 Euro und bei der Commerzbank auf 1,50 Euro. Die Analysten bei Viscardi beziffern das Kursziel sogar nur auf 0,50 Euro. Zur Begründung wird auf den schwachen Cashflow, die geringe Vorhersehbarkeit der weiteren Entwicklung sowie die anhaltenden Insolvenzrisiken verwiesen. Und wer sich den Chart anschaut, der nach dem Zwischenhoch schon wieder den Kopf hängen lässt, dem können Zweifel kommen, ob sich die optimistischen Erwartungen der Unternehmensleitung noch erfüllen werden. Wegen der hohen Risiken ist der Titel auf Basis der vorliegenden Informationsbasis für konservative Anleger jedenfalls derzeit keine Alternative.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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