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Aktien-Analyse Aktie von Zooplus nimmt langsam Fahrt auf

23.11.2009 ·  Die seit Mai 2008 börsennotierte Aktie von Zooplus wird erst jetzt langsam von den Anlegern entdeckt. Und angesichts der strammen Wachstumsraten ist der Online-Anbieter von Tierbedarf zu Recht einen Blick wert.

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Die Zooplus AG ist zwar seit dem Mai des Vorjahres börsennotiert, aber der breiten Masse der Anleger ist das Unternehmen bisher noch kein echter Begriff. Lange Zeit hat man mit dieser Unkenntnis aber auch nicht viel verpasst, denn zunächst ging es abwärts mit der Notiz.

Doch im Oktober 2009 ist die Gesellschaft, die über das Internet mehr als 8.000 Produkte an Tierbedarf, Futter aller führenden Hersteller und Zubehör anbietet, vom Entry Standard der Frankfurter Börse in den Regulierten Markt (Prime Standard) gewechselt. Und vielleicht ist die seit August verbuchte Kurssteigerung ein Resultat der mit dem Segmentwechsel verbundenen höheren Aufmerksamkeit.

Halbjahresergebnis rutscht ins Minus

Sehr aufmerksam lauschten auch die Teilnehmer auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt am 9. November einer vom Finanzvorstand und Mitgründer Florian Seubert vorgetragenen Unternehmenspräsentation. Und das, was sie erzählt bekamen, klang strategisch durchaus sinnvoll und aussichtsreich.

Denn die Gesellschaft, die sich selbst als Europas führender Online-Händler im Bereich Heimtierbedarf bezeichnet, hat sich ein strammes Wachstum auf die Fahnen geheftet. Von 2005 bis 2008 ist der Umsatz von 26,5 Millionen auf 80,3 Millionen Euro gestiegen und das Jahresergebnis verbesserte sich von minus 411.000 auf 5,76 Millionen Euro.

Beim Ergebnis gab es im ersten Halbjahr zwar einen Rückschlag, wurde im Konzern doch aus einem Vorjahresplus von 4,2 Millionen Euro ein Minus von 0,6 Millionen Euro. Doch das darauf zurückzuführen, dass anders als in der Vorjahresperiode ein positiver Ertragssteueraufwand von 4,8 Millionen Euro nicht mehr zu Buche schlug. Aber beim Umsatz, der von 37 Millionen auf 59 Millionen Euro kletterte, ging es auch in den ersten sechs Monaten aufwärts.

Ehrgeizige Wachstumsziele

Geht es nach Seubert, dann soll die Wachstumsstory weiter fortgeschrieben werden. Mit Hilfe der eingeleiteten europaweiten Expansion soll der Umsatz bis 2013 in eine Größenordnung von 250 bis 300 Millionen Euro hineinwachsen. Die Zielmarke für die Marge beim Vorsteuergewinn beträgt gleichzeitig 6 bis 8 Prozent. Derzeit ist Deutschland mit Abstand zwar noch der wichtigste Markt, aber Zooplus hat sein Geschäftsmodell insgesamt bereits in 15 Ländern eingeführt. Und auch weil man Heimtierbedarf wegen der standardisierten Produkte, dem gut planbaren Bedarf und dem bequemen Bezugsmöglichkeiten als ideal geeignet für den Online-Handel einschätzt, sieht man sich bei Zooplus gut gerüstet, sich künftig einen wachsenden Anteil von dem europaweit 17 Milliarden Euro großen Umsatzkuchen mit Heimtierprodukten abschneiden zu können.

Genau darauf scheint auch der Verleger Hubert Burda zu wetten, denn er ist über die Burda Digital Ventures GmbH der größte Aktionär bei Zooplus. Und wenn die genannten Geschäftsziele erreicht werden, dann könnte sich dieses Engagement noch richtig lohnen. Dem mittelfristig angestrebten Umsatz von 250 Millionen bis 300 Millionen Euro steht derzeit jedenfalls erst ein deutlich geringerer Börsenwert von 77 Millionen Euro gegenüber.

Wie es kurzfristig mit der Notiz weitergehen wird, entscheidet sich auch mit darüber, wie die für Ende des Monats anberaumten Zahlen für das dritte Quartal ausfallen werden. Beim Gewinn je Aktie dürfen da vermutlich noch keine Wunderdinge erwartet werden, müssen in diesem Jahr doch noch die Kosten für den Wechsel vom Entry in den Prime Standard von 200.000 Euro sowie ebenfalls einmalige hohe sechsstellige Kosten für die Eröffnung eines pan-europäischen Logistikzentrums im holländischen Tilburg verkraftet werden. Der eingeleitete charttechnische Aufwärtstrend zeigt aber, dass einige Marktteilnehmer an die Langfriststory glauben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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