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Aktien Ägypten - Börse des Jahres 2004

30.12.2004 ·  Nach nerviger Seitwärtsbewegung können die etablierten Börsen das Jahr doch noch mit leichten Kursgewinnen abschließen. Wer richtig gutes Geld verdienen wollte, mußte dagegen an Nebenbörsen investieren. Zum Beispiel in Ägypten.

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Das Jahr 2004 war für Aktienanleger lange Zeit eine nervige Angelegenheit. Denn orientierten sie sich nur an den bekannten, breiteren Indizes der industrialisierten Staaten, so zeigten sie die längste Zeit nur geringe Dynamik nach oben. Gleichzeitig mußte man immer wieder die Sorge haben, die Märkte könnten wieder nach unten ausbrechen. Das war ein Gefühl, das man aus der Baisse der Jahre 2000 bis 2002 nur zu gute kannte.

Dieses Gefühl löste sich erst zum Jahresende. Denn nachdem die Wahl in Amerika vorbei war und sich zumindest dort politisch vergleichsweise wenig ändern dürfte, stellte sich so etwas wie ein Erleichterungsgefühl ein.

Verhaltene Kursgewinne der etablierten Märkte

Gleichzeitig schien sich auch andere den Markt eher belastende Faktoren - zum Beispiel der zwischenzeitlich hohe Ölpreis - eher zu entspannen. Konjunkturdaten und auch die Dollarschwäche wurden in den vergangenen Wochen tendenziell positiv interpretiert und führten dazu, daß die viel beachteten Indizes neue Jahreshochs etablieren konnten und mit Kursgewinnen auf das Jahresende zusteuern.

Ob der Optimismus nachhaltig sein wird oder ob bei vielen Anlegern - vor allem auch Institutionelle haben am Jahresende gerne positives zu vermelden und neigen aus diesem Grund dazu, ihre Bilanz zum Jahresende mit gezielten Wertpapierkäufen noch einmal zum Teil künstlich aufzupeppen - die Taktik eine Rolle gespielt hat, steht auf einem anderen Blatt. Denn abgesehen von der positiven Grundstimmung und den etablierten Trends gibt es genügend Gründe, die zu genauerem Hinschauen raten könnten.

Fakt ist jedoch, daß die bekannten Indizes wieder einmal ein positives Jahr hinter sich gebracht haben. Auch wenn es mit einem Plus von sieben Prozent im Dax und mageren Kursgewinnen von weniger als einem Prozent im S&P 500 und im Nasdaq Composite in Euro zum Teil eher mager ausgefallen ist. Aus dieser Perspektive mag man sich als Anleger fragen, wieso die Stimmung so gut ist. Möglicherweise ist es die Erleichterung, angesichts des schwachen Dollars kein Geld mit den oft bejubelten amerikanischen Aktien verloren zu haben.

Satte Kursgewinne an Nebenbörsen

Das Jahr 2004 war kein Jahr Amerikas. Denn wer wirklich Geld mit Aktien verdienen wollte, mußte in andere Regionen blicken und investieren. Vor allem in Ägypten und Kolumbien ließen sich satte Kursgewinne einfahren. In Ägypten mögen die Dollarschwäche aber auch die amerikanische Politik eine Rolle gespielt haben. Denn es gibt Vermutungen, nach welchen die arabischen Ölförderländer ihre Einnahmen nicht mehr so stark in Amerika anlegen und statt dessen verstärkt in anderen Regionen, unter anderem auch in der eigenen Hemisphäre, investieren. Dafür spricht auch das starke Wachstum in machen Bereichen wie der regionalen Bauwirtschaft oder bei den Telekommunikationsunternehmen der Region.

In Kolumbien dürfte die positivere Wahrnehmung und auch die positivere fundamentale Entwicklung des Landes eine Rolle spielen. Es profitiert nicht nur von Rohstoffboom, sondern auch von einer innovativeren Politik unter Präsident Alvaro Uribe. Die Erfolgsgeschichte der neuen EU-Staaten ist sicherlich nicht neu. Die wirtschaftliche Dynamik beflügelte nicht nur die Märkte der Region, sondern auch die Börse Österreichs.

Das andere Extrem ist in China zu beobachten. Das Land beherrscht auf Grund seiner Entwicklung zwar die Schlagzeilen, Anleger die darauf bauten, konnten davon jedoch nicht profitieren. Weder in Hongkong, noch an den Börsen des Landes selbst. Sie gehörten sogar zu den wenigen Märkten des vergangenen Jahres, die Kursverluste verbuchen mußten.

Insgesamt wird klar, daß sich mit der richtigen Nase auch im vergangenen Jahr gutes Geld verdienen ließ. Allerdings nicht dann, wenn man sich an den großen Schlagzeilen orientierte. Wer jedoch auch Trends achtet, die sich teilweise im „Off“ etablieren, fährt „hinter den Kulissen“ gute Gewinne ein. Eine gewisse Innovations- und auch Risikofreudigkeit gehören jedoch dazu.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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