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Aktie von Novagold Resources Für Hartgesottene und Träumer

26.07.2010 ·  George Soros tut es. John Paulson tut es. Und der gerne den Niedergang prophezeiende Anlageexperte Marc Faber tut es auch: Das famose Trio hat Aktien hat Aktien des kanadischen Minen-Explorationsunternehmens Novagold Resources gekauft.

Von Gerald Braunberger
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Die Hedge-Fonds-Legende George Soros tut es. Der amerikanische Hedge-Fonds-Multimilliardär John Paulson tut es. Und der gerne den Niedergang prophezeiende Anlageexperte Marc Faber ("Dr. Doom") tut es auch: Das famose Trio hat Aktien des kanadischen Minen-Explorationsunternehmens Novagold Resources gekauft; Faber ist zudem vor wenigen Tagen in den Verwaltungsrat eingetreten. Wenn ein solch illustres Trio in einen Nebenwert einsteigt, stellt sich die Frage, ob Privatanleger ihnen folgen sollten.

Die Antwort lautet: Die Aktie von Novagold ist nur etwas für völlig Hartgesottene, die mit einem mehrjährigen Horizont anlegen und nicht jammern, wenn am Ende ein Verlust steht. Sie eignet sich vielleicht auch für Zeitgenossen, die von einem großen Goldschatz träumen. Der turbulente Verlauf des Kurses seit 2003 verdeutlicht, dass Aktionäre keine Angst vor bewegten Zeiten haben dürfen.

Projekt Donlin Creek - erhofftes Vorkommen von rund 33 Millionen Unzen Gold

Novagold Resources verfolgt vier Projekte, von denen heute zwei von Bedeutung sind und die jeweils mit einem gleichberechtigten Partner betrieben werden. Im Westen Alaskas liegt das Projekt Donlin Creek, bei dem sich Novagold mit dem weltgrößten Goldminenkonzern, der kanadischen Barrick Gold, verbündet hat. Nach mehrjährigen Probebohrungen schätzt Novagold das Vorkommen auf rund 33 Millionen Unzen Gold. (Die Schätzungen des Partners Barrick sind etwas vorsichtiger.) Bei einem aktuellen Preis von knapp 1200 Dollar je Unze wäre dies ein riesiger Schatz und eines der größten bekannten, noch nicht ausgebeuteten Goldvorkommen überhaupt.

Das zweite bedeutende Projekt heißt Galore Creek, liegt in der westkanadischen Provinz British Columbia und wird zusammen mit dem kanadischen Minenkonzern Teck Resources angegangen. Die Vorkommen werden auf rund 7 Millionen Unzen Gold und gut 4 Millionen Tonnen Kupfer geschätzt; zusätzlich findet sich dort auch Silber im geschätzten Volumen von 123 Millionen Unzen. Es handelt sich, anders als bei Donlin Creek, somit nicht um ein reines Goldvorkommen.

Diese außerordentlich hohen geschätzten Vorkommen - die meisten Explorer finden entweder gar nichts oder deutlich weniger - haben schon im Jahre 2003 die Anleger fasziniert und den Kurs damals nach oben getrieben. Im Jahre 2006 versuchte Barrick gar, Novagold feindlich zu übernehmen, was aber scheiterte. Später ging es mit dem Aktienkurs bis 2008 bergab, weil nach der anfänglichen Euphorie die Risiken dieser Projekte deutlich wurden.

Die Risiken haben viel mit der Geographie und mit der Größe der Projekte zu tun. Donlin Creek liegt abgelegen im Westen Alaskas, womit das Fehlen einer Energieversorgung zum Problem wird. Der Betrieb einer großen Goldmine erfordert sehr viel Energie. Das gälte auch für Donlin Creek, wo nach Aufnahme der Förderung 53 500 Tonnen Gestein am Tag bewegt werden sollen.

Bis zum vergangenen Jahr wollte Novagold hierfür auf Windenergie und ein mit Diesel betriebenes Kraftwerk vertrauen. Mittlerweile wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die den Bau einer 525 Kilometer langen Gasleitung in die Einöde des Westens Alaskas prüft. Deren Bau kostete zwar viel Geld, aber möglicherweise ließe sich das Gold billiger fördern. Das Unternehmen hofft, Ende 2011 einen Antrag auf Aufnahme der Förderung zu stellen.

Bei Explorationsunternehmen sind die Risiken hoch

Mindestens ebenso groß sind die mit Galore Creek verbundenen Risiken. Der Einbruch des Aktienkurses von Novagold in den Jahren 2007 bis 2008 hatte auch mit einer von einem Beratungsunternehmen erstellten Studie zu tun, die zu dem Ergebnis kam, dass die dort vorhandenen Vorkommen überhaupt nicht rentabel auszubeuten seien. Novagold und Teck unterbrachen damals die Arbeiten an dem Projekt. Mittlerweile wurden sie aber mit einem neuen Management-Team wiederaufgenommen, das Möglichkeiten prüfen soll, die Produktionskosten erheblich zu senken. Die Ergebnisse einer neuen Machbarkeitsstudie sollen im kommenden Jahr vorliegen. Auch hier würde es im positiven Fall mehrere Jahre bis zur Aufnahme der Förderung dauern.

Die Erholung des Aktienkurses seit dem Tief 2008 und der für ein Explorationsunternehmen hohe Börsenwert von rund einer Milliarde Dollar zeigen, dass es Investoren gibt, die auf ein gutes Ende vertrauen. Größter Aktionär ist eine auf Minen spezialisierte New Yorker Investmentgruppe, die Electrum Group, mit einem Anteil von knapp 24 Prozent. Electrum stieg Ende 2008 ein, als der Kurs völlig am Boden lag. Aber neben den beschriebenen Risiken existiert noch ein weiteres, das für Explorer typisch ist: Sie finanzieren ihre Ausgaben bis zur Förderung häufig durch Ausgabe neuer Aktien. So hat Paulson für seine Fonds 100 Millionen Dollar eingeschossen, Soros 75 Millionen Dollar.

Dabei wird es kaum bleiben, denn die Kapitalkosten alleine von Donlin Creek werden auf 4,4 Milliarden Dollar geschätzt. Die Ausweitung der Kapitalbasis geht aber für die bisherigen Aktionäre mit einer Verwässerung ihres Anteils einher. So ist die Aktie von Novagold wie viele Papiere von Explorern ein zwar reizvolles Spiel, aber auch ein Spiel mit vielen Unbekannten.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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