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Aktie im Blick : Die Analysten lieben die Allianz

Bild: Thomas Fuchs

Die Allianz gehört unbedingt ins Depot, da sind sich Experten einig. Die Schwäche der Konkurrenten wird dem Marktführer nützen.

          Lautes Jammern und Wehklagen gehört bei der Versicherungsbranche zum Handwerk. Das kennt man seit Jahren. Doch selten ging es der Branche so schlecht wie ausgerechnet jetzt, findet sie: Gesetzesänderungen, strengere Eigenkapitalvorschriften, andauernde Niedrigzinsen trotz hoher Garantiezusagen an die Kunden - und immer mehr Sparer, die verunsichert sind und deshalb immer seltener teure und zudem lang laufende Verträge abschließen. Wie soll man da noch Geld verdienen?

          Nadine Oberhuber

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vor allem um die Zukunft einiger Lebensversicherer macht sich das Finanzministerium nun Sorgen, verrieten interne Papiere. Nur wenn man in das Unternehmen Allianz hineinhört, klingt das ganz anders. Der Marktführer schreibt ein „drittes starkes Quartal in Folge“, er meldete jüngst, „das Ergebnis übertrifft die Erwartung“, und er freut sich über seine „dynamische Geschäftsentwicklung“.

          80 Prozent der Analysten raten zum Kauf

          Das Jahr 2012 lief aller Voraussicht nach besser als gedacht, und auch künftig will der Versicherungsgigant noch kräftig zulegen. Die Allianz-Aktie ist deshalb derzeit der große Favorit der Analysten. Rund 80 Prozent der Einschätzungen in den vergangenen Wochen lauteten auf „Kaufen“ - ein Traumwert. Wie konnte es passieren, dass ausgerechnet ein Unternehmen dieser angeschlagenen Branche zum Liebling der Aktienbeobachter werden konnte - wo selbst Ratingagenturen wie Moody’s über die schwache Rentabilität und zu geringe Eigenkapitalquoten der ganzen Branche klagen? Gerade deshalb, sagen die Analysten: Weil die Mitbewerber gerade ächzen, könne der Marktführer nun seine volle Kraft ausspielen.

          Die Allianz ist größter Versicherungskonzern Europas. Sie verwaltet mit Abstand die meisten aller deutschen Policen und allein zehn der 94 Millionen deutschen Lebensversicherungsverträge. Zudem hat sie auch im Bereich der Nicht-Lebens-Policen - wo viele Mitbewerber schwächeln - eine starke Position: In der Sparte der Schaden- und Haftpflichtversicherer gilt sie sogar als globaler Marktführer und ist auch sonst extrem breit aufgestellt. Auch ihr neuerdings verstärktes Engagement im Bankbereich wird sich wohl bald für sie auszahlen, schätzen Branchenbeobachter. Mit der Vergabe von Krediten und Parkkonten mit Tagesgeldcharakter verschaffen sich viele Versicherer neuerdings mehr Geschäft und zusätzliche Einnahmen.

          „Bondkönig“ Pimco

          Außerdem hat die Allianz noch ein Ass im Ärmel: den Vermögensverwalter Pimco. Den „Bondkönig“, so nennt man ihn in Finanzkreisen auch, hat der Münchener Konzern vor zwölf Jahren übernommen. Damals warnten viele, der Kaufpreis sei zu hoch und das Geschäft zu gewagt. Doch seitdem ist Pimco jährlich weiter gewachsen. Die amerikanische Kapitalanlagegesellschaft hat sich auf die Anlage in Anleihen und anderen Rentenpapieren spezialisiert und ist eines der größten Unternehmen in diesem Segment. Neuerdings mischt sie auch bei Indexfonds mit. Ihr gesamtes verwaltetes Anlagevermögen liegt bei rund 1900 Milliarden Dollar. Sie gehört seit Jahren zu den gefürchtetsten Geldvermehrern weltweit.

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