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Aktie im Blick: Der Düngemittelspezialist K+S Eine Wette auf steigende Kalipreise

17.04.2008 ·  Mit einem Kursplus von rund 50 Prozent seit Jahresanfang zieht die Aktie des Kasseler Düngemittelherstellers K+S einsam ihre Kreise. Das Unternehmen ist ein Profiteur der Agrar-Hausse und gilt erster Anwärter auf den Aufstieg in den Dax.

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Mit einem Kursplus von rund 50 Prozent seit Jahresanfang zieht die Aktie des Kasseler Düngemittelherstellers K+S (ehemals Kali und Salz) einsam ihre Kreise. Keine andere Aktie aus Dax, M-Dax oder Tec-Dax weist im bisher schwachen Börsenjahr 2008 auch nur eine annähernd gute Kursentwicklung auf. Bereits im Jahr 2007 legte der Aktienkurs von K+S fast 100 Prozent zu, im Jahr 2006 betrug das Kursplus 60 Prozent. Und dieser Trend dürfte sich noch einige Zeit so fortsetzen, meinen die zuständigen Analysten fast einhellig.

Vereinfacht gesagt, profitiert K+S davon, dass die Chinesen mehr Fleisch essen. Der steigende Wohlstand in der einwohnerreichsten Volkswirtschaft - wie auch in einigen anderen Schwellenländern - führt zu höheren Ansprüchen an die Ernährung. Diese bedarf eines Vielfachen an Getreide zum Beispiel für Futtermittel. Um die Erträge des landwirtschaftlichen Anbaus zu optimieren, ist hochwertiger Dünger nötig. Und den bieten nur wenige Unternehmen. Das größte in Europa und das viertgrößte dieser Art auf der Welt ist K+S.

„Der Kalimarkt ist ein Oligopol“

„Der Kalimarkt ist ein Oligopol", sagt Stephan Kippe, Analyst der Commerzbank. „Die wenigen Anbieter profitieren von der hohen Nachfrage nach Düngemitteln und können immer höhere Preise durchsetzen." So profitierte die K+S-Aktie in dieser Woche von Meldungen, wonach die chinesischen Importeure mittlerweile bereit sind, knapp 600 Dollar für eine Tonne Kali zu zahlen, und damit drei Mal so viel wie noch im Vorjahr. Anfang der Woche prognostizierte das Unternehmen Uralkali bereits für Juni Tonnenpreise von 750 Dollar und erwartet bald sogar das Überschreiten der Marke von 1000 Dollar je Tonne. Die meisten Analysten teilen die Preisprognosen, da die Nachfrage das Angebot noch lange Zeit übersteigen dürfte. "Es dauert drei bis vier Jahre, bis eine neue Mine erschlossen ist und die Produktion aufnehmen kann", sagt Kippe. K+S bewirbt sich derzeit um ein Minenprojekt im thüringischen Rossleben und ist zudem an der Errichtung eines komplett neuen Werkes in China interessiert.

K+S gewinnt momentan in sechs Bergwerken in Deutschland Kali- und Magnesiumrohsalze, die zu Mineraldüngern weiterverarbeitet werden. Die Werke sind voll ausgelastet, so dass Preissteigerungen voll auf den Gewinn durchschlagen. "Es handelt sich um eine langfristige Wachstumsgeschichte, die auch weitgehend von der Entwicklung der Weltkonjunktur unabhängig ist", sagt Kippe. Er empfiehlt die Aktie von K+S weiterhin zum Kauf. Im Jahr 2007 machte das Unternehmen einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro und erzielte einen bereinigten Jahresüberschuss von 175 Millionen Euro. Bereits in diesem Jahr rechnen die Analysten durchschnittlich mit einem Anstieg des Überschusses auf knapp 500 Millionen Euro, 2009 auf gut 600 Millionen Euro und 2010 auf rund 700 Millionen Euro.

Preisauftrieb bei Düngemitteln lässt den Gewinn steigern

"Es gibt einen einzigen Grund für diese positiven Schätzungen, und das ist der weiter steigende Kalipreis", sagt Andreas Heine, Analyst der Unicredit. "Die Preise dürften weiter klettern, weil sich die Erträge der Landwirte durch die steigenden Nahrungsmittelpreise weltweit enorm verbessert haben. Sie sind daher in der Lage, die höheren Preise auch zu zahlen." Heine empfiehlt die Aktie zum Kauf und nennt ein Kursziel von 322 Euro. Die Berenberg Bank erhöhte am Donnerstag ihr Kursziel sogar auf 370 Euro. Am Donnerstag nahmen einige Anleger die hohen Gewinne dieser Woche mit. Der Aktienkurs gab um 7 Prozent auf gut 240 Euro nach. Vor drei Jahren kostete eine Aktie gerade einmal 40 Euro. In zwölf der jüngsten 14 Analysen wird der Titel zum Kauf empfohlen. Zwei Mal lautet das Urteil auf Halten.

Rund 85 Prozent, schätzt Heine, dürfte allein in diesem Jahr das Kaligeschäft zum Jahresgewinn beitragen, die anderen Bereiche wie die Gartencentermarke Compo oder das Salzgeschäft spielten ebenso nur eine untergeordnete Rolle wie die Probleme mit der Salzeinleitung in die Werra. Nicht alle Analysten teilen jedoch die positive Einschätzung für die Aktie, die auf Basis der Gewinnschätzungen für 2009 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 trotz des steilen Kursanstiegs immer noch nicht besonders teuer erscheint. Nach deren Meinung wird die Politik den Steigerungen der Nahrungsmittelpreise nicht tatenlos zusehen. So könnten zum Beispiel Einschnitte bei der Förderung von Biokraftstoffen zu einer Mäßigung der Preissteigerung oder sogar wieder zu sinkenden Agrarpreisen beitragen. Dann würden auch die Landwirte nicht mehr solch hohe Düngemittelpreise zahlen können. Spätestens von 2010 an dürften nach Analystenschätzungen zudem neue Bergwerke ihre Produktion aufnehmen und so die angespannte Marktlage bei Düngemitteln etwas entschärfen.

Der Kursaufschwung der vergangenen Jahre hat zu einer Börsenbewertung von 10 Milliarden Euro für K+S geführt. Damit wird dem Unternehmen ein höherer Wert beigemessen als einigen Dax-Unternehmen wie zum Beispiel Lufthansa (8 Milliarden Euro), Merck (5,6 Milliarden Euro) oder Henkel (4,9 Milliarden Euro). Damit gilt K+S als erster Anwärter auf einen Platz im Dax. Im September findet die nächste reguläre Anpassung des deutschen Leitindex statt. dmoh.

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