Von den vielen Quartalszahlen, die von deutschen Unternehmen in der vergangenen Woche vorgestellt wurden, gehörten die des Leverkusener Pharmakonzerns Bayer (zumindest operativ) zu den besten. Das Unternehmen ist offenkundig einer derjenigen Dax-Konzerne, bei denen es noch gut läuft.
Wie viele Vorstände waren auch die Bayer-Chefs ein wenig vorsichtig gewesen, was das Jahr 2012 mit der Euro-Krise wohl bringen würde. Deshalb konnten sie jetzt, da die Weltkonjunktur nicht eingebrochen ist, die Jahresprognose um immer zehn Prozent anheben. Im Interview sagt der Finanzvorstand, dass dann auch die Dividende steigen könnte.
© F.A.Z.
Mit dem Kurs von Bayer ging es, wie bei vielen Pharmawerten, in der Vergangenheit intensiv auf und ab. Zumindest seit etwa einem Jahr aber ist ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Die guten Quartalszahlen sorgten in der vergangenen Wochen noch mal für einen zusätzlichen Schub mit kleiner Korrektur. (Klick zum Vergrößern.)
Eine Prüfung wert ist die Aktie allemal. Die Unternehmensleitung lockt mögliche künftige Aktionäre mit der Hoffnung auf eine höhere Dividende und mit Wachstumspotential durch neue Medikamente. Die meisten Analysten folgen dieser Einschätzung. Von 28 Analysten, die seit Anfang Juli die Aktie bewertet haben, rieten immerhin 15 zum Kauf, elf zum Halten und nur zwei zum Verkaufen.
Risiken gibt es gleichwohl durch eine große Zahl von Klagen in Amerika wegen der möglichen Nebenwirkungen der Antibabypille Yasmin. Außerdem ist die Grundsatzfrage, ob der Gesundheitssektor in vielen Ländern künftig mehr einsparen muss, eine latente Gefahr für den Kurs.