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Veröffentlicht: 16.11.2012, 12:22 Uhr

Aktie Henkel und das fehlende Margenziel

Trotz Euro-Krise liefen die Geschäfte für den Konsumgüter- und Klebstoffhersteller Henkel im dritten Quartal 2012 gut. Doch beim Ausblick hatten sich viele Analysten mehr erwartet. Die Aktie wird entsprechend nach der Bilanzveröffentlichung abgestraft.

von Christoph A. Scherbaum
© dpa

Der Dax-Konzern schaffte es im vergangenen Quartal die Schwächen in Europa durch das florierende Geschäft in den Schwellenländern mehr als auszugleichen, so dass auch die Jahresprognose bestätigt werden konnte. Das ist nicht selbstverständlich, wie jeder Anleger in den vergangenen Wochen während der aktuellen Berichtssaison erfahren konnte. Eine Jahresprognose zu bestätigen – für viele Unternehmen war dies zuletzt nicht mehr möglich zu kommunizieren. Zu sehr hatte die Schuldenkrise und die damit verbundene Zurückhaltung der Verbraucher in den vergangenen Monaten Umsatz, Gewinn und Margen von Unternehmen belastet.

Solide Quartalszahlen

Zwischen Juli und September konnte wiederum Henkel Umsatzerlöse von 4,29 Mrd. Euro erzielen und damit 6,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Organisch stieg der Umsatz um 2,5 Prozent. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) stieg von  451 Mio. Euro auf 586 Mio. Euro. Damit lag die Umsatzrendite bei 13,6 Prozent nach 11,2 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Beim Quartalsüberschuss ging es nach Abzug nicht beherrschender Anteile von 307 Mio. Euro im Vorjahr auf 397 Mio. Euro nach oben. Der bereinigte Quartalsüberschuss betrug 429 Mio. Euro gegenüber 366 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

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„ Wir haben in allen Unternehmensbereichen profitables Wachstum erzielt und die EBIT-Marge noch einmal deutlich auf einen neuen Rekordwert verbessert. Diese Entwicklung basiert auf der klaren Ausrichtung auf unsere strategischen Prioritäten. Wir sind auf einem sehr guten Weg und fest davon überzeugt, unsere Ziele für das Gesamtjahr 2012 zu erreichen“, sagte Kasper Rorsted, Vorsitzender des Vorstands. Aufgrund des guten Geschäftsverlaufs im bisherigen Jahresverlauf ist das Henkel-Management überzeugt, die gesteckten Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen:

Magerer Ausblick

Demnach wird ein organisches Umsatzwachstum zwischen 3 und 5 Prozent und für die bereinigte EBIT-Marge ein Anstieg auf 14 Prozent erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll um rund 15 Prozent wachsen. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen blickte man bei Henkel aber auch mittelfristig positiv in die Zukunft:

Das Unternehmen sieht starkes Potenzial für ein beschleunigtes Wachstum und steigende Profitabilität in allen Unternehmensbereichen. Bis 2016 will Henkel seinen Umsatz insgesamt auf 20 Mrd. Euro steigern, davon sollen 10 Mrd. Euro in den Wachstumsmärkten erzielt werden. Für das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie (EPS) strebt Henkel bis 2016 im Durchschnitt ein jährliches Wachstum (Compound Annual Growth Rate) von 10 Prozent an.

Am Aktienmarkt kamen diese Zahlen und vor allem der Ausblick nur bedingt gut an. Die Henkel-Aktie gehörte mit einem Minus von 5 Prozent am Freitagmittag zu den größten Verlierern im Dax. Anleger und Analysten zeigten sich enttäuscht, dass das Management für 2016 kein zuvor erwartetes Margenziel von 16 Prozent ausgegeben hatte. Zudem dürften einige Investoren die Gelegenheit genutzt haben, einige Gewinne mitzunehmen. Denn der Aktienkurs wurde innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. 

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