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Airlines British Airways-Aktie fliegt weiter bodennah

 ·  British Airways überrascht zwar mit positiven Zahlen. Allerdings beruhen die auf drastischen Kostensenkungen. Die Fantasie mit Blick auf das operative Geschäft dagegen ist eher begrenzt, die Aktie fällt.

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Die Luftfahrt gehört zu den Branchen, die besonders über einen möglichen Irak-Krieg beunruhigt sind. Haben viele Airlines doch weiterhin mit den Spätfolgen der Anschläge des elften September 2001 zu kämpfen. Branchenriese United Airlines sowie US Airways haben Insolvenz angemeldet, auch American Airlines plagen erhebliche finanzielle Sorgen - da überrascht British Airways (BA) die Anleger positiv.

Europas größte Fluggesellschaft hat im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2003/04 wieder Gewinn gemacht, nachdem sie vor einem Jahr tiefrote Zahlen schrieb. Analysten hatten auch diesmal deutliche Verluste erwartet. Im Verlauf des Vormittags wurden die Zahlen an der Börse dennoch nicht goutiert: Die BA-Aktie gab um knapp drei Prozent auf 113,25 Pence (170,7 Euro-Cent) nach.

Massiver Arbeitsplatz-Abbau

Trotz der anhaltenden Flaute in der zivilen Luftfahrt ist der Umsatz von British Airways von Oktober bis Ende Dezember 2002 auf 2,82 Milliarden Euro gestiegen, dasist ein Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Während Analysten einen Verlust von 80 Millionen Euro erwartet hatten, konnte das Unternehmen jedoch einen Vorsteuergewinn von 37,7 Millionen Euro ausweisen - vor einem Jahr hatte es noch einen Verlust von 241 Millionen Euro verbuchen müssen. Der Netto-Gewinn betrug 19,6 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie 1,8 Euro-Cent (1,2 Pence) nach einem Minus von 20,2 Euro-Cent (13,4 Pence).

Die angesichts des Branchenumfelds beachtlichen Zahlen hat das Unternehmen jedoch auf Kosten von Arbeitsplätzen erreicht: 9.209 seiner 56.500 Beschäftigten hat BA auf die Straße gesetzt. Das Unternehmen erwartet, bis März nächsten Jahres nochmals 23 Prozent weniger Arbeitskräfte zu benötigen. „Wichtig sind die Kosten, Kosten, Kosten“, kommentiert ein Analyst die Lage. Dazu passt, daß BA auch Kapazitäten reduziert und Flugscheine verbilligt hat.

Sanfte Erholung auf tönernen Füßen

Eine höhere Nachfrage, die bei der Airline für Aufwind sorgen könnte, erwartet BA dagegen nicht. Die Konsumflaute trifft auch Fluggesellschaften, Kunden kommen weiter nur zögerlich zurück. So hat etwa die Lufthansa im Januar zwar angekündigt, von Ende März an wieder mehr Interkontinentalflüge anzubieten, gleichzeitig aber Maschinen im Kontinentalbetrieb stillgelegt und die Ergebnisprognose nach unten korrigiert: Die angestrebte eine Milliarde Gewinn im operativen Geschäft sei dieses Jahr nicht drin. Die Kranich-Linie rechnet nun mit einem Gewinn von 600 bis 650 Millionen Euro.

Die sanfte Erholung der Branche ist zudem wegen der Irak-Krise gefährdet: Ein Krieg und die latente Gegenwart der Terrorangst dürfte die Lust aufs Fliegen gewiß nicht steigern - ob bei Deutschen oder Briten. Aus diesem Szenario lässt sich wenig Fantasie ableiten, wie Airlines mittelfristig wieder ordentlich Schub verspüren und Wachstum aufweisen könnten.

Seit stetigem Sinkflug zuletzt etwas gefangen

Dies relativiert auch die bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,97 günstig erscheinende Bewertung der BA-Aktie, die seit März vergangenen Jahres 53 Prozent an Wert eingebüßt hat und sich nur ein klein wenig besser schlägt als die Titel der europäischen Hauptkonkurrenten Lufthansa (minus 58 Prozent) und Air France (minus 59 Prozent).

Seit März vergangenen Jahres ist das BA-Papier fast stetig auf Sinkflug gewesen und wurde im vergangenen Sommer im Rahmen des „allgemeinen Ausverkaufs“ bis auf ein Tief von 90,75 Pence getrieben. Danach gelang zwar eine rasante Zwischenerholung bis auf über 170 Pence - nur um danach noch einmal bis auf 104 Pence zu fallen. Die Aktie ist nun offenbar dabei ihren Boden zu suchen. Der langfristige Abwärtstrend ist noch nicht gebrochen.

Auf Basis des fragilen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds dürfte die Fantasie eher begrenzt sein. Denn Kosten lassen sich nur begrenzt senken. Grundsätzlich sind Airlines sicher immer anfällig für politische Wirren und damit entsprechend riskant.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von British Airways.

Text: Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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