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Fluggesellschaft : Air Berlin insolvent – Lufthansa interessiert

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin ist zahlungsunfähig. Der Flugbetrieb werde fortgeführt, teilte das Unternehmen mit. Der Staat hilft. Gespräche über die Zukunft laufen schon.

          Die Fluggesellschaft Air Berlin ist insolvent. Nachdem der Hauptaktionär Etihad erklärt habe, keine weitere finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen, sei man „zu dem Ergebnis gekommen, dass für die Air Berlin PLC keine positive Fortbestehensprognose mehr besteht“, hieß es in einer Pflichtmitteilung des Unternehmens. Vor diesem Hintergrund habe man beim zuständigen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt, ließ Air Berlin wissen.

          Bei dieser Variante des Insolvenzverfahrens würde das Management des Unternehmens weiter die Geschäfte führen. Offenbar gibt es auch schon ein Ziel, wie es längerfristig weitergeht. „Es werden Verhandlungen mit Lufthansa und weiteren Beteiligten zur Veräußerung von Betriebsteilen geführt“, teilte Air Berlin mit. Von Seiten der Lufthansa hieß es bestätigend, man befinde sich „in Verhandlungen über den Erwerb von Teilen der Air-Berlin-Gruppe“.

          Die Bundesregierung unterstützt Air Berlin zudem mit einem Übergangskredit abgesichert durch eine Bundesbürgschaft, um den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Air Berlin fliegt seit Jahren Defizite ein, im vergangenen Jahr betrug der Verlust 780 Millionen Euro. Die Lage verschärfte sich Ende März mit der Umstellung auf den Sommerflugplan. Flugausfälle und Verspätungen häuften sich danach.

          Der Insolvenzantrag hatte sich offenbar schon in der vergangenen Woche abgezeichnet. Aus Unternehmenskreisen hieß es, der arabische Partner Etihad habe am Mittwoch eine vereinbarte Kredittranche in Höhe von 50 Millionen Euro nicht überwiesen. Am Freitagabend habe Etihad dann mitgeteilt, Air Berlin künftig nicht mehr zu unterstützen. Die 50 Millionen Euro wären Teil eines Darlehens über 350 Millionen Euro gewesen, den der Großaktionär Etihad Air Berlin Ende April zugesagt hatte.

          Tickets bleiben gültig

          Bundeswirtschaftsministerin Zypries zeigte sich zuversichtlich, dass Air Berlin den Übergangskredit des Bundes zurückzahlen kann. Dies sollte aus dem Erlös der Start- und Landerechte (Slots) möglich sein, sagte Zypries am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Die Bundesregierung schießt der Airline in der Urlaubszeit 150 Millionen Euro zu. Zypries geht davon aus, dass damit der Flugbetrieb für drei Monate gesichert ist.

          Nach den Worten von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kann der Flugbetrieb bis Ende November aufrecht erhalten werden. "Air Berlin hat Eigenmittel, nach wie vor, und in Kombination der verfügbaren Mittel und dem Kredit des Bundes gehen wir davon aus, dass der Flugverkehr bis Ende November gesichert ist", sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin. Kartellrechtliche Bedenken sehe er derzeit nicht, weil es nur um den Verkauf von Unternehmensteilen der Fluglinie gehe und nicht um eine Komplettübernahme. Neben der Lufthansa gebe es weitere Airlines, mit denen Air Berlin in Verhandlungen stehe. Kartellfragen müssten im Laufe des Verfahrens aber noch genauer geprüft werden.

          Der Überbrückungskredit für Air Berlin sei in Brüssel bei der EU angemeldet worden, sagte Dobrindt weiter. Die offizielle Genehmigung brauche aber einige Tage. Dobrindt verwies darauf, dass die insolvente Fluggesellschaft täglich 80.000 Passagiere transportiere. Die Genehmigung für den Flugbetrieb sei weiter gültig.

          Nach Angaben des Unternehmens bleiben alle gebuchten Tickets gültig. Auch die Flugpläne würden nicht geändert, hieß es am Dienstagnachmittag auf der Internet-Seite von Air Berlin. Alle Flüge von Air Berlin und ihrer Tochtergesellschaft Niki fänden wie geplant statt. Zudem seien auch alle vorgesehenen Flüge weiterhin buchbar, teilte die Fluggesellschaft mit.

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