31.07.2007 · Nach einer langen Phase mit disin- oder gar deflationärer Preisentwicklung ist im Agrarbereich eine gewisse Dynamik entstanden. Auch Düngemittelunternehmen profitieren davon. Ihre Aktien laufen gut, manche sind noch günstig.
Hohe Energiepreise und die anhaltende Diskussion über den Klimawandel hinterlassen wirtschaftliche Spuren. Sie zeigen sich einerseits im Bemühungen, Energie zu sparen wo es geht oder sie zumindest effizienter als bisher zu nutzen. Auf der anderen Seite hat sich die Suche nach und der Ausbau von alternativen Energiequellen intensiviert.
Dazu tragen nicht zuletzt auch zum Teil massive Subventionen bei, wie sie beispielsweise in Europa, aber auch in den Vereinigten Staaten gezahlt werden. Sie haben beispielsweise zu einem wahren Boom beim Bau von Biogasanlagen geführt. Auch das hat Folgewirkungen. Denn sie können keine Energie erzeugen, ohne „gefüttert“ zu werden.
Zunehmende Nachfrage nach Düngemitteln
Aus diesem Grund sind in den vergangenen Monaten die Preise von agrarischen Rohstoffen wie Mais, Weizen und Soja nach oben gelaufen. Auch sie führen zu einer Kette von Ausweich-, Substitutions- und weiteren Preiseffekten, wie sie in zuletzt bei den Butter- und Milchpreisen zu beobachten waren.
Aus solchen Gründen und vor allem auch weil die Weltbevölkerung bisher stetig wächst, nimmt bisher auch die Weltnachfrage nach Pflanzgut sowie nach Planzenschutz- und Düngemitteln schon seit Jahren stetig zu. Das Nachfragewachstum kommt vor allem aus den Schwellenländern, während die Nachfrage in den Industriestaaten stagniert.
Die International Fertilizer Industry Association (IFA), also der internationale Verband der Düngemittelhersteller prognostiziert für das Jahr 2006/07 einen Nachfragezuwachs von 4,5 Prozent oder sieben Millionen Tonnen auf eine Gesamtnachfrage von 160 Millionen Tonnen. Im kommenden Jahr soll die Nachfrage um weitere drei Prozent zunehmen. Alleine in den Vereinigten Staaten dürfte sie im laufenden Jahr um etwa zehn Prozent zulegen.
Insgesamt dürfte es kaum verwundern, dass aus diesem Grund die Aktien von Düngemittelunternehmen weltweit in den vergangenen Monaten deutlich nach oben gelaufen sind und zum Teil robuste Aufwärtstrends entwickelt haben. Bei anhaltend hohen Energiepreisen dürften sie diese auch fortsetzen können und bieten in diesem Sinne den Anlegern immer noch gewisse Reize.
Interessante Unternehmen finden sich vor allem in Indien
Allerdings ist es ratsam, die Einzelwerte genau zu selektieren. Denn manche Papiere konnten deutliche Kursgewinne verbuchen, obwohl die Rentabilität nicht stimmt. Das gilt vor allem für viele chinesische und koreanische Papiere, zum Beispiel für die Aktie von Hubei Sanonda, die auf Sicht eines Jahres 480 Prozent zulegte. Das Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren zwar den Umsatz im Trend deutlich steigern. Allerdings fiel die Gewinnentwicklung bisher weniger überzeugend aus. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 174 ist sie zudem entweder massiv überbewertet oder die Anleger spekulieren auf eine deutliche Verbesserung der Rentabilität, die jedoch bisher noch nicht absehbar ist. Ähnliches gilt auch für die südamerikanische Yara Brasil Fertilizantes.
Deutlich interessanter sind dagegen die Papiere von Terra Nitrogen, die in den vergangenen zwölf Monaten 500 Prozent zugelegt haben - das Unternehmen verbucht deutliche Umsatz- und Gewinnzuwächse und bietet eine Dividendenrendite von etwas mehr als zehn Prozent - sowie von CF Industries Holdings, der Potash Corporation of Saskatchewan, von K+S oder Yara International. Die Papiere sind zwar optisch nicht alle gerade günstig, allerdings bieten die Unternehmen wenigstens deutliches Wachstum.
Aus Bewertungssicht scheinen die Aktien der koreanischen KG Chemical Corporation, der ägyptischen Samad Misr-Egyfert und Egyptian Financial and Industrial Company sowie der indischen Mangalore Chemicals & Fertilizers, der Godavari Fertilisers and Chemicals, der Gujarat State Fertilizers & Chemicals, der Coromandel Fertilisers, der Deepak Fertilizers & Petrochemicals Corporation sowie der Gujarat Narmada Valley Fertilizers Company und der koreanischen Dongbang Agro Corporation interessant zu sein. Allerdings stellt sich für den europäischen Privatanleger vielfach die Frage, wie man an die Papiere herankommen kann. Leider wird oft nur der Weg über ein breites Zertifikat auf den Gesamtmarkt des jeweiligen Landes bleiben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |