10.11.2006 · Nach einer langen Phase mit einer disinflationären oder gar deflationären Preisentwicklung ist im Agrarbereich eine gewisse Eigendynamik entstanden. Agrar-Unternehmen können von den Veränderungen profitieren.
Politische Börsen haben grundsätzlich in der Regel kurze Beine. Allerdings gilt das eher für die Märkte insgesamt als für einzelne Teilbereiche. Das zeigte sich in den vergangenen Tagen in den Vereinigten Staaten.
Nachdem die Republikaner in den vergangenen Tagen die Mehrheit im Kongreß verloren haben, gerieten die Werte der global tätigen Pharmaunternehmen in die Defensive. Denn es wird vermutet, der nun verstärkte Einfluß der Demokraten zu einer Deckelung der Ausgaben im amerikanischen Gesundheitswesen und damit indirekt zu einer verminderten Gewinnentwicklung der in diesem Bereich tätigen Unternehmen führen werde.
Die Agrarwirtschaft ist in Bewegung geraten
Dagegen scheinen jene Unternehmen Oberwasser zu erhalten, die sich direkt oder indirekt mit der Entwicklung und Produktion alternativer Energien beschäftigen. Denn in diesem Bereich dürfte nicht nur die amerikanische Administration künftig einen Schwerpunkt setzen, sondern auch weltweit gibt es entsprechende Bestrebungen. Diese Erwartungshaltung erhält eine gewisse Eigendynamik durch die Preisentwicklung bei Produkten wie Mais, Weizen bis hin zu Palmöl in den vergangenen Wochen und Monaten.
Sie dürfte kurzfristig ausgelöst werden durch gewisse Knappheitssorgen, aber auch durch die zunehmende Verwendung von Nutzpflanzen zur Energieproduktion. Mittel- und langfristig dürfte die Nachfrage kumulativ auch vom zunehmenden Wohlstand weltweit und dem dadurch ausgelösten Bedarf an hochwertigen Nahrungsmitteln beflügelt werden. Um diesen Bedarf befriedigen zu können, dürften nicht nur die Anbauflächen ausgeweitet, sondern mehr als bisher in neue Technologien investiert werden müssen. Sei es in Neuzüchtungen von Pflanzen mit höheren Erträgen oder in neue Pflanz-, Pflege-, Ernte- und Verarbeitungsverfahren. Davon dürften unter anderen die Düngemittelunternehmen und Agrartechnikunternehmen profitieren, aber auch die Pflanzenzüchtungs- und -schutzfirmen.
Unternehmen können von den Veränderungen profitieren
Auf dieser Basis kann es kaum verwundern, daß die Aktien der in diesen Bereichen tätigen, börsennotierten Unternehmen nach oben laufen. Papiere von Herstellern von Landmaschinen wie CB Industrial Produktion, AGCO, CNH, Deere oder auch Bucher Industries konnten auf Sicht eines Jahres Kursgewinne von bis zu mehr als 200 Prozent verbuchen und sind trotzdem selektiv noch vernünftig bewertet. Den ihre Umsätze und Gewinne steigen. Bei den Düngemittel-, Pflanzentechnik- und Agrarrohstoffunternehmen wie Sinochem, Qinghai Salt Lake Potash, Liuzhou Chemical Industry oder auch Syngenta, Monsanto und Archer-Daniels-Midland sieht es nicht viel anders aus.
Nach einer langen Phase mit einer disinflationären oder gar deflationären Preisentwicklung ist im Agrarbereich eine gewisse Eigendynamik entstanden, die sich in der Volkswirtschaft auswirkt. So konnten sich in den Vereinigten Staaten im mittleren Westen ganz Regionen mit der Energieproduktion neue Einkommensquellen erschließen, in Europa sieht es ähnlich aus. Auf dieser Basis dürften sich die Unternehmen in diesen Bereichen auch weiterhin vergleichsweise robust entwickeln können.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |