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Adidas Schwacher Ausblick hält reizvolle Aktie zurück

04.03.2009 ·  Adidas legte für das vergangene Geschäftsjahr solide Zahlen vor. Der Ausblick auf die weitere Entwicklung ist allerdings verhalten. Das mag die Aktie zurückhalten, auch wenn sie sehr vernünftig bewertet zu sein scheint.

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Die Rekordjagd des Sportartikel-Herstellers Adidas ist vorerst zu Ende. Das zeigt sich nicht nur am Aktienkurs des Unternehmens, der in den vergangenen Monaten durch den langjährigen Aufwärtstrend gefallen ist, sondern inzwischen 55 Prozent unter dem noch im Dezember des Jahres 2007 erreichten Allzeithoch liegt.

Die Kursverluste lassen sich begründen. Sie sind nicht nur auf die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise zurückzuführen, sondern auch auf die operative Entwicklung. Im Jahr 2008 erzielte der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach zwar noch neue Bestwerte bei Umsatz und Gewinn, doch Adidas gibt sich wegen der weltweiten Rezession für 2009 vorsichtig.

Gewinn legte im vergangenen Jahr überproportional zu

Der Überschuss kletterte im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 642 Millionen Euro, der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 10,8 Milliarden, wie Adidas am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn je Aktie legte um 20 Prozent auf 3,25 Euro und auf 3.07 Euro auf verwässerter Basis zu. Das Unternehmen lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Branchenzweite nach dem amerikanischen Marktführer Nike will nun eine unveränderte Dividende von 50 Cent je Aktie ausschütten.

Für das Jahr 2009 rechnet Adidas mit einem geringeren Gewinn je Aktie. Der Umsatz dürfte währungsbereinigt um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz sinken. Zudem soll der Schuldenberg von 2,2 Milliarden Euro, der zuletzt wegen Aktienrückkäufen angestiegen war, reduziert werden. Im Auftragseingang zeigt sich die Zurückhaltung der Konsumenten bereits. Bei der Kernmarke fielen die Orders zum Jahresende ohne Währungseffekte um sechs Prozent, bei der amerikanische Tochter Reebok sogar um 17 Prozent. Das Unternehmen spürt nicht nur die Effekte der Wirtschafts- und Finanzkrise, sondern auch einen negativen Basiseffekt: Konnten im Vorjahr Sonderaufträge für die Fußball-Europameisterschaft verbucht wurden, so fallen diese nun weg

Adidas erzielte im vergangenen Geschäftsjahr 43 Prozent seiner Umsätze in Europa, knapp 24 Prozent in den Vereinigten Staaten, knapp 25 Prozent in Asien und etwas mehr als acht Prozent in Lateinamerika. In allen Regionen dürften sich in den kommenden Monaten die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Form der zunehmenden Zurückhaltung der Konsumenten bemerkbar machen, vor allen in den angelsächsischen Staaten. Das dürfte dazu führen können, dass die Entwicklung noch enttäuschender ausfallen kann, als das Adidas selbst antizipiert.

Hohe Marge, vernünftige Bewertung - sehr verhaltener Ausblick

Gleichzeitig muss das Unternehmen im kommenden Jahr Schulden in Höhe von zwei Milliarden Euro refinanzieren. Angesichts des Umfeldes dürften die Finanzierungskosten steigen. Auf der anderen Seite konnte Adidas in den vergangenen Jahren den operativen Cashflow im Trend steigern und die Profitabilität steigern. Die Bruttomarge lag im vergangenen Jahr nach Unternehmensangaben bei 48,7 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit dem Börsengang im Jahr 1995.

Auf dieser Basis bietet die Aktie Anleger mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 7,8 und 7,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und einer etwas mageren Dividendenrendite von 2,2 Prozent - aus Anlegersicht sollte das Unternehmen lieber die Dividende erhöhen, statt seine Liquidität für zweifelhafte Aktienrückkäufe zu verschwenden - gewisse Reize. Tatsächlich legen die Papiere am Mittwoch im frühen Handel etwas mehr als sechs Prozent zu. Wirklich kaufenswert sind die Papiere jedoch erst dann, wenn sich die makroökomische Unsicherheit gelegt hat. Nach Käufen können regelmässig angepasste Absicherungsstrategien nie schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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