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Accell Group Aktie sucht nach dem Vorwärtsgang

03.09.2010 ·  Nachdem es zuvor vier Jahre lang steil aufwärts gegangen war mit dem Kurs der Accell Group, tritt der Kurs per saldo nun schon seit drei Jahren auf der Stelle. Dabei kann der Fahrrad-Hersteller mit günstigen Bewertungskennziffern aufwarten.

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Die Auszeit, die sich die Notiz genommen hat, hat sicherlich auch mit den Zweifeln unter den Marktteilnehmern zu tun, wie gut die europäische Fahrradbranche die Schuldenproblematik der Staaten auf dem alten Kontinent übersteht.

Dem aus dem Fahrradhersteller Koga Miyata entstandenen niederländischen Fahrradproduzenten Accell Group ist es in den ersten sechs Monaten 2010 auf den ersten Blick ganz gut gelungen, damit umzugehen. Kam der Umsatz der Gesellschaft, die neben Fahrrädern und Fahrradzubehör auch Fitnessgeräte herstellt und verkauft, doch um drei Prozent auf 342 Millionen Euro voran und der Nettogewinn um neun Prozent auf 24,1 Millionen Euro.

Aber dem Kurs hat dieser Ergebnisausweis sogar eher geschadet, weil Analysten beim Nettogewinn im Schnitt eben mit 25,0 Millionen Euro gerechnet hatten. Hinzu kommt, dass auch der für das Gesamtjahr in Aussicht gestellte Nettogewinnanstieg von fünf bis zehn Prozent nur knapp mit den Prognosen der Analysten mithalten konnte.

Verfehlte Ergebnisprognose bremst Aktienkurs trotz moderater Bewertung

Die somit eher etwas enttäuschend ausgefallenen Zahlen sprechen nicht unbedingt dafür, dass in die Notiz schon bald wieder neuer Schwung kommen wird. Für fundamental orientierte Anleger ist der Titel aber vielleicht trotzdem eine Überlegung wert. Zumindest macht die Aktie unter bewertungstechnischen Aspekten einen guten Eindruck. So beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der für 2010 erwarteten Gewinne nur moderate 9,4. Und die Dividendenrendite beläuft sich basierend auf den Vorhersagen beim aktuellen Kurs an der Heimatbörse in Amsterdam von 32,92 Euro auf immerhin 5,12 Prozent.

Diese günstigen Bewertungskennziffern könnten von den Anlegern dann künftig wieder stärker wahrgenommen werden, wenn sie merken sollte, dass Accell besser als gedacht über die Runden kommt. Die Chancen dafür stehen sogar nicht einmal so schlecht. Die Fahrradbranche spürt nach dem Krisenjahr 2009 jedenfalls inzwischen wieder Rückenwind. Das berichteten zumindest Industrie und Fachhandel vor Beginn der noch bis zum 04. September laufenden 19. Internationalen Fahrradmesse Eurobike.

Expansion soll weiter vorangetrieben werden

Was der Nachfrage hilft sind trendige neue Produkte und die wachsende Vorliebe der Verbraucher für umweltbewusste Fortbewegungsmittel. Zunehmend gefragt sind deswegen auch Elektrofahrräder. Als Marktführer für Elektrobikes spielt das der Accell Group natürlich besonders in die Hände. Das Unternehmen befand sich jedenfalls in den vergangenen Jahren eindeutig auf Wachstumskurs. Von 2005 bis 2009 sind die Umsätze von 372,1 Millionen auf 572,6 Millionen Euro gestiegen sowie der Nettogewinn vor außerordentlichen Operationen von 15,5 Millionen auf 32,7 Millionen Euro.

Auch in diesem Jahr soll es den Planungen zufolge wie erwähnt weiter aufwärts gehen. Und über den Vorstoß in neue Absatzländer und dem Ausbau der 19 Fahrradmarken (dazu gehören bekannte Fahrradhersteller wie Hercules und Winora) soll die Expansion auch künftig weiter vorangetrieben werden. Gehen die Wachstumspläne auf, könnte mittelfristig auch wieder mehr Schwung in den Aktienkurs kommen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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