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Wertpapierhandel : 5 Gründe, keine Angst vor Aktien zu haben

Es bröckelt, aber dennoch sollte man sich nicht vor dem Aktienkauf scheuen. Bild: Getty

Die Börsenkurse sind tief gefallen. Aber es gibt keine bessere Form der Geldanlage: Fünf Gründe für die Aktie. Trotz alledem.

          1. Grund: Firmen gehen unter, die Börse gewinnt immer

          Der Jahresanfang hat gezeigt, wie schnell es an der Börse bergab gehen kann: Minus 12 Prozent in sechs Wochen – das ist so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auf längere Frist sieht es für einzelne Aktien noch schlimmer aus: Wer Commerzbank-Papiere zum Höchstkurs erwischt hat, hat 97 Prozent des Vermögens, also praktisch alles verloren. Wer bei Deutscher Bank, Infineon oder Deutscher Telekom einst am Höhepunkt eingestiegen ist, hat mehr als 80 Prozent eingebüßt. Und auch wer den angeblichen Witwen- und Waisenpapieren Eon und RWE vertraut hat, muss sich mit der Gewissheit anfreunden, dass die Energiekonzerne wohl nie wieder ihre einstigen Kurse sehen werden.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Solche Horrorzahlen sind es, welche die Leute von der Börse vertreiben: Hände weg also von Aktien, alles viel zu riskant? Mitnichten. Auch vorsichtige Anleger sollten sich davon nicht schrecken lassen, sofern sie einige Regeln beachten. Einzelne Aktien mögen riskant sein, die Börse insgesamt aber ist ein Motor des Wohlstands. Wer am wirtschaftlichen Wachstum in der Welt teilhaben will, darf nicht abseits stehen.

          Keine Sorgen wegen Krisen

          Drei Voraussetzungen müssen dazu gelten. Erstens: Anleger kaufen nicht Aktien von einem oder wenigen anderen Unternehmen, sondern einen oder besser mehrere Aktienindizes wie etwa den Dax. Der enthält die 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Der amerikanische Standard & Poor’s 500 umfasst die 500 wichtigsten Unternehmen der Vereinigten Staaten, der MSCI World mehr als 1000 Aktien aus den Industriestaaten.

          Wer in solche Indizes zum Beispiel über Indexfonds (ETF) investiert, muss sich über die Krise eines einzelnen Unternehmens oder einer speziellen Branche weniger Sorgen machen. Andere erfolgreichere Firmen kompensieren das. Und je schlechter der Aktienkurs, desto weniger Bedeutung hat das Krisenunternehmen für die Wertentwicklung des Index. Manch eines muss sogar den Index verlassen und belastet ihn dann gar nicht mehr.

          Im schlechtesten Fall fünf Prozent Rendite

          Zweite Voraussetzung für den Erfolg mit Aktien ist: Anleger müssen Zeit mitbringen. Das haben Berechnungen des VZ Vermögenszentrums für diese Zeitung. gezeigt. Es analysierte die Wertentwicklung des kompletten Dax für jeden beliebigen Anlagezeitraum seit 1970. Das erstaunliche Resultat: Wer mindestens 14 Jahre in den Index investiert hat, hat in der Vergangenheit noch nie einen Verlust gemacht. Selbst wenn er kurz vor einem Crash gekauft hat.

          Bild: F.A.Z.

          Nach 20 Jahren hat er sogar im schlechtesten Fall fünf Prozent Rendite im Jahr erzielt – und damit mehr als sichere Anleihen. Im Durchschnitt waren es acht Prozent im Jahr, im besten Fall sogar zweistellige Renditen (siehe Grafiken) – dazu allerdings ist ein perfektes Timing notwendig. Dieses Ergebnis zeigt auch, dass für Langfristsparer Fonds oder Zertifikate, welche die Einzahlungen garantieren, sinnlos sind. Die Garantie kostet Rendite und verspricht eine Sicherheit, die man an der Börse sowieso hat.

          Wer regelmäßig spart, indem er zum Beispiel jeden Monat über einen Sparplan Anteile eines Dax-Indexfonds (ETF) kauft, der erwirtschaftet in der Regel noch höhere Renditen. Wer etwa zum Dax-Höchststand 2007 kurz vor der Finanzkrise einstieg, hat nach einigen Verlustjahren mittlerweile knapp 15 Prozent verdient.

          Reine Psychologie

          Wer zum gleichen Zeitpunkt einen Sparplan einrichtete und monatlich in den Dax investierte, hat das Doppelte an Gewinn erzielt. Das liegt daran, dass man bei einem Sparplan für den konstanten Geldbetrag bei niedrigen Kursen mehr Anteile erhält, in teuren Börsenphasen aber weniger. So bildet sich ein attraktiver Durchschnittskaufkurs, und man mindert die Gefahr, genau kurz vor einem Crash zu Höchstpreisen zu kaufen.

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