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Aktien Wenige Werte lohnen

27.05.2010 ·  Aktien gelten als Sachwerte und aufgrund gewinnabhängiger Ausschüttungen als inflationsresistent. Doch die Erfahrung zeigt, dass niedrige Preissteigerungsraten den Kursen besser tun. Und nicht jede Aktie eignet sich.

Von Tim Höfinghoff
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Investoren erwerben mit Aktien einen Anteil an einem börsennotierten Unternehmen. Wenn sie sich vor Geldentwertung fürchten, favorisieren Anleger daher auch Aktien, weil sie in einen Sachwert investieren. Aktien liefern zudem Dividenden, also regelmäßige Gewinnausschüttungen.

So können Aktien zwar einen Schutz vor steigenden Inflationsraten bieten, doch gilt dies nur mit Einschränkungen. „In Zeiten drohender Geldentwertung sollten Anleger auf Qualitätsaktien setzen“, sagt Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege des Kölner Vermögensverwalters Flossbach & von Storch. „Gemeint sind Unternehmen wie zum Beispiel Coca-Cola, Nestlé und Colgate Palmolive, die auch in der Vergangenheit mit ihrem Geschäftsmodell bewiesen haben, dass sie Staats- und Geldkrisen überleben können.“

Nicht alle haben Preissetzungsmacht

Solche Unternehmen brauchen eine starke Marktposition, die hilft, „dass ein Wettbewerber nicht über Nacht die Marktführerschaftsrendite einstreichen kann“, sagt Vorndran. Wichtig sei, dass solche Unternehmen global agieren, denn die Schuldenkrise in Europa spiegele nicht unbedingt die Entwicklung der Weltwirtschaft. Während in Europa die Sorgen groß sind, wächst die Wirtschaft in Ländern wie Indien und Brasilien deutlich. Nur Konzerne, die auch in solchen Märkten stark vertreten sind, können profitieren.

Damit eine Aktie als Inflationsschutz taugt, solle das Unternehmen in Zeiten steigender Preise noch als Preissetzer agieren können - also in der Lage sein, höhere Preise bei den Kunden durchzusetzen und damit die Gewinnmargen aufrechtzuerhalten. Umso besser sei, wenn das Unternehmen auch die Produktion und den Verkauf in unterschiedlichen Regionen der Welt betreibe und damit weniger den Währungsverschiebungen ausgesetzt sei. Allerdings gebe es in Zeiten steigender Inflation eine höhere Volatilität der Unternehmensgewinne. Das bedeute, dass die Aktienrenditen „weniger geglättet als in Zeiten einer normalen Geldwertentwicklung sind“.

Aktienkäufer mögen niedrige Inflation

Auch wenn Anleger vermuteten, dass sich Aktien inflationsneutral verhalten sollten, „gibt es Studien, die zeigen, dass das Optimum für Aktien bei einer Inflationsrate zwischen einem und drei Prozent liegt“. Tiefere Inflation oder gar Deflation werde von Investoren negativ interpretiert, weil in einem solchen Umfeld die Unternehmen Probleme auf der Gewinnseite bekommen könnten.

„Höhere Inflation wirkt negativ auf die Aktienbewertung, weil die Gewinnvolatilität ansteigt und die Märkte höhere Inflation mit tieferer ökonomischer Aktivität gleichsetzen und deshalb eine höhere Risikoprämie einfordern.“ So könne es passieren, dass der Unternehmenswert fällt, obwohl die Werte der realen Anlagen einer Unternehmung ansteigen. „Wird Inflation allerdings ausgelöst durch eine Vertrauenskrise in das Papiergeld, dann profitieren Qualitätsaktien wegen ihrer Wertaufbewahrungsfunktion.“ Für langfristig agierende Investoren gebe es kaum eine Anlageklasse, die besser vor Inflation geschützt habe als die Aktie, urteilt Vorndran.

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Jahrgang 1975, Redakteur in der Wirtschaft.

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