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Anleger-Nerven zerrüttet : Steinhoff-Kurs fällt weiter

  • Aktualisiert am

Steinhoff-Großaktionär Christoffel Wiese soll den Konzern retten. Bild: Reuters

Weiter abwärts geht es mit dem Aktienkurs des Möbelhändlers Steinhoff. Die Ankündigung, Randbereich verkaufen zu wollen, sorgte eher für eine Verschärfung der Sorgen als für eine Beruhigung.

          Der Aktienkurs des Möbelhändlers Steinhoff steht am Donnerstag abermals stark unter Druck. Selbst die Ankündigung des Managements, Randbereiche zu verkaufen , konnte die Nerven der Investoren nicht beruhigen. Stattdessen sackte der Aktienkurs nach dem 63-prozentigen Einbruch vom Vortag um weitere 29 Prozent ab. Mit einem Minus von 35 Prozent hatte die Notierung bei 0,721 Euro zwischenzeitlich den tiefsten Stand ihrer gut zweijährigen deutschen Börsengeschichte erreicht.

          Der Abgang des Firmenchefs nach Bilanzunregelmäßigkeiten hatte die Anleger aufgeschreckt. Die abermals heftigen Kursverluste legen den Schluss nahe, dass Anleger die angekündigten Verkäufe sogar als Anzeichen für eine möglichen Liquiditätskrise werten könnten.

          Mit den Verkäufen, für die es schon Interessenbekundungen gebe, könne man mindestens eine Milliarde Euro einnehmen, hieß es. Zusätzlich wolle die afrikanische Tochter Star ihre Schulden beim Mutterkonzern refinanzieren. Dieser Schritt soll eine weitere Milliarde einbringen.

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          Auch am Anleihemarkt fallen die Steinhoff-Kurse: Die Anleihe des Unternehmens mit einer Restlaufzeit von sieben Jahren im Volumen von 800 Millionen Euro wird nunmehr zu 57 Prozent des Nominalwerts gehandelt. Ende August hatten die Papiere noch "pari" gehandelt, also auf Höhe des Ausgabepreises. Auch zwei Wandelanleihen werden nur noch mit wenig mehr als 30 Prozent des Nominalwerts gehandelt.

          "Fernbleiben! In die Aktie kann man vorerst nicht investieren", schrieb ein Aktienhändler am Morgen in einem Marktkommentar. Vielmehr dürften nun Spezialfonds auf den Plan treten, die die Vermögenswerte des Möbelriesen unter die Lupe nehmen dürften. So sah es auch die Aktienanalystin Shelly Xie von RBC Capital: "Der Fokus dürfte sich nun zunehmend auf die Vermögenswerte richten", schrieb sie in einem Kommentar. Allerdings mangele es bislang an Informationen des Unternehmens über die Finanzlage, und die Prüfung der Bilanzen dauere fort. Die Aktie werde nicht länger von der operativen Entwicklung bewegt, urteilte die Expertin.

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          Unklar ist, ob es sich bei den Vorwürfen gegen Steinhoff weiter um die Transaktionen mit der GT Branding Holding dreht. An dieser hält Steinhoff eine Minderheitsbeteiligung. 2015 hatte sich der Konzern an GT Branding mit 45 Prozent beteiligt und ihr 810 Millionen Franken geliehen. GT Branding hält Anteile an der GT Global Trademarks, bei der rund 200 Marken liegen, die Steinhoff nutzt. Global Trademarks hatte vorher Steinhoff selbst gehört. All dies hatte Steinhoff weder im Aktien- noch in  Anleiheprospekten erwähnt.

          Jedenfalls seien mutmaßlich überhöhte Umsatzerlöse ausgewiesen worden, weil zum Konzern gehörende Firmen immaterielle Werte oder Gesellschafteranteile an vermeintlich fremde, den Ermittlungen zufolge jedoch dem Konzern nahestehende Unternehmen, verkauft hätten.

          Aufsichtsrat und Großaktionär Christoffel Wiese wird zunächst die Konzernleitung übernehmen. Der 76-jährige Multimilliardär ist mit rund 23 Prozent größter Einzelaktionär von Steinhoff. Finanzvorstand Ben la Grange wird entgegen erster Aussage doch nicht zurücktreten.

          Quelle: mho./dpa-AFX

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