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Abzug von Finanzkraft Asiaten transferieren weiterhin das meiste Schwarzgeld

Entwicklungsländer leiden unter dem illegalen Abzug von Finanzkraft. Ein großer Teil der Schwarzgeldflüsse auf der Welt entsteht in Asien. China steht einsam an der Spitze - vor Malaysia.

© dpa Die Wirtschaft in Indien brummt, Schwarzgeld-Überweisungen auch

Immer mehr Schwarzgeld wird aus Asien verschoben. Im Jahrzehnt seit 2001 ist der illegale Abfluss von Geldern aus Entwicklungsländern inflationsbereinigt um 8,6 Prozent jährlich gestiegen - und damit schneller als deren durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 6,3 Prozent jährlich. Die asiatischen Entwicklungsländer stehen dabei für gut 61 Prozent der weltweiten illegalen Geldabflüsse. Dies hat die amerikanische Organisation Global Financial Integrity (GFI) in ihrem jüngsten Bericht ermittelt. Ihren Berechnungen nach sind den Entwicklungs- und Schwellenländern auf diese Weise allein im Jahr 2010 bis zu 1138 Milliarden Dollar Schwarzgeld entzogen worden.

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Weit vorne liegt dabei die Volksrepublik China mit 2742 Milliarden Dollar in der Dekade zwischen 2001 und 2010 - das ist mehr, als die übrigen neun der führenden zehn Staaten zusammen verloren haben; unter den zehn Ländern mit den höchsten illegalen Geldtransfers folgen dann aber schon weitere asiatische Staaten wie Malaysia (285 Milliarden Dollar), die Philippinen (138), Indien (123) und Indonesien (109). Außerdem befinden sich unter den ersten zehn gelisteten Staaten Mexiko (476), Saudi-Arabien (210), Russland (152), Nigeria (129) und die Vereinigten Arabischen Emirate (107).

Vor allem dank der enormen Ausflüsse aus China stehen die zehn führenden Schwarzgeldländer für rund 80 Prozent des gesamten illegalen Geldtransfers aus Entwicklungsländern. Der stärkste Zuwachs stammt den amerikanischen Forschern zufolge aus den Ländern des Mittleren Ostens mit durchschnittlich 26 Prozent jährlich - sie führen dies auf steigende Ölpreise zurück, die grundsätzlich zu höheren Anreizen für Geldtransfers verleiteten, die nicht ordentlich verbucht werden. Asiens Zuwachsrate lag auf höherem Gesamtniveau geringer bei durchschnittlich 7,8 Prozent.

Mehr als 500 Milliarden Dollar Schwarzgeld zusätzlich

Unter dem Strich sind seit 2001 mehr als 500 Milliarden Dollar Schwarzgeld aus Entwicklungsländern zusätzlich illegal abgeflossen, heißt es bei den amerikanischen Forschern. Etwa 80 Prozent davon seien durch gefälschte Rechnungsstellungen transferiert worden. In Asien machen die vorsätzlich falsch ausgestellten Rechnungen sogar 94 Prozent aller Schwarzgeldtransfers aus. „Unseren Schätzungen nach ist die falsche Rechnungsstellung die bevorzugte Methode zum Transfer illegaler Gelder in allen Regionen außer im Mittleren Osten, wo sie nur für 37 Prozent der gesamten Abflüsse in der Dekade bis 2010 steht“, heißt es in dem Bericht.

Infografik / Schwarzgeld aus Asien © F.A.Z. Bilderstrecke 

Am Beispiel Indiens wird deutlich, wie groß der Schaden durch den unrechtmäßigen Entzug der Gelder für die Menschen ist. Dieser schränkt die Investitionsmöglichkeiten in Asiens drittgrößter Volkswirtschaft deutlich ein. „123 Milliarden Dollar ist eine enorme Summe für die indische Volkswirtschaft. Deren Verlust hat sehr reale Konsequenzen: Es sind mehr als 100 Milliarden Dollar, die in Bildung, Gesundheit oder den Ausbau der Infrastruktur hätten investiert werden können“, sagt Dev Kar, Chefvolkswirt bei GFI.

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„Vielleicht hätte der Stromausfall im vergangenen Sommer vermieden werden können, wenn ein Teil dieses Geldes in den Ausbau des Netzes investiert worden wäre.“ GFI-Direktor Raymond Baker nimmt Bezug auf die seit Jahren in Indien gärende Schwarzgelddebatte: „Dabei geht es vor allem um das Zurückholen des Schwarzgeldes, das schon verloren ist. Das nutzt nichts, solange die indische Volkswirtschaft weiterhin so viel illegale Gelder entschwinden lässt. Politiker und die Öffentlichkeit sollten sich darauf konzentrieren, den fortgesetzten Abfluss von Geld zu unterbinden.“

Im Vergleich zu Asien hat das Problem abfließenden Schwarzgeldes in den westlichen Industriestaaten deutlich geringere Dimensionen. Nach der Untersuchung machen sie weniger als 16 Prozent der gesamten Mittelabflüsse auf der Welt aus (siehe Grafik). Gemessen am Bruttoinlandsprodukt sind sie damit auch deutlich geringer als etwa in Afrika und in Osteuropa.

Quelle: F.A.Z.

 
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