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Staatsanleihen Höhere Renditeaufschläge sprechen für tschechische Anleihen

09.02.2009 ·  Tschechische Staatsanleihen bringen eine deutlich höhere Rendite als Bundesanleihen. Das macht sie interessant als Depotbeimischung. Denn der volkswirtschaftliche Datenkranz gestaltet sich als vergleichsweise solide.

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Jahrelang sorgte der mit der Angleichung an EU-Verhältnisse verbundene Konvergenzprozess für eine relativ gute Entwicklung osteuropäischer Staatsanleihen. Doch im Zuge der Kreditkrise haben sich die Renditeaufschläge zuletzt ausgeweitet, so dass osteuropäische Staatsanleihen verglichen mit Bundesanleihen jetzt wieder deutlich mehr abwerfen.

Das trifft auch auf tschechische Staatsanleihen zu. So bringt die bis zum 23. Juni 2014 laufende Anleihe (Isin XS0194957527, 99,5 Prozent, Kupon: 4,625 Prozent) eine Rendite von 4,62 Prozent. Das sind 210 Basispunkte mehr als vergleichbar lang laufende Bundesanleihen. Und die bis zum 18. März 2020 laufende Anleihe (Isin XS0215153296, 88,7 Prozent, Kupon: 4,125 Prozent) wirft 5,05 Prozent ab, was 153 Basispunkte über dem Renditeniveau der Bundesanleihen liegt.

Volkswirtschaftlicher Datenkranz relativ solide

Das erscheint relativ attraktiv, schlägt sich die tschechische Volkswirtschaft in der Krise doch vergleichsweise gut. Ungeschoren kommt allerdings auch die Konjunktur in Tschechien nicht davon. Nach den in den Vorjahren verbuchten Zuwächsen von jeweils mehr als sechs Prozent hat sich das Wachstumstempo in den vergangenen beiden Quartalen deutlich abgeschwächt. Und wenn es ganz schlecht läuft, könnte die Wirtschaft in diesem Jahr sogar leicht schrumpfen.

Im europäischen Vergleich käme das Land damit aber noch relativ gut weg. Wie vergleichsweise solide die Ausgangslage ist, kommt auch im Urteil der Ratingagenturen zum Ausdruck. Während viele andere Schwellenländer Herabstufungen hinnehmen mussten, ist Tschechien davon bisher nicht betroffen. Auch der Ausblick auf die weitere Bonitätsentwicklung ist bei den drei großen Ratingagenturen mit der Einstufung stabil versehen.

Das scheint gerechtfertigt, ist das Land doch vermutlich auch in diesem Jahr in der Lage, die Maastricht-Kriterien zu erfüllen. Mit voraussichtlich unter drei Prozent gestaltet sich das Leistungsbilanzdefizit in diesem Jahr speziell im Vergleich zu anderen osteuropäischen Ländern relativ moderat. Indes ist zu bedenken ist, dass die Zuflüsse an ausländischen Direktinvestitionen das Defizit in den vergangenen Jahren jeweils noch zu mehr als 100 Prozent decken konnte. Gemessen an anderen osteuropäischen Staaten kann nach Einschätzung der WGZ Bank der Anteil an vergebenen Fremdwährungskrediten ebenso als gering bezeichnet werden wie die Verpflichtungen gegenüber dem internationalen Bankensystem.

Alternative zur Depotbeimischung

Als weiterer Pluspunkt hinzu kommen die im Vorjahr auf 37 Milliarden Dollar gestiegenen Währungsreserven. In die richtige Richtung entwickelte sich zuletzt zudem die Inflationsrate. Diese hat sich im Dezember auf 3,6 Prozent verringert, nachdem sie vor einem Jahr noch bei deutlich höheren 7,5 Prozent lag. Für Januar wird nun sogar mit einem Rückgang auf unter zwei Prozent gerechnet.

Das hat die Analysten bei der WGZ Bank jüngst dazu veranlasst, die Gewichtung der erwähnten Tschechien-Staatsanleihe mit Laufzeit bis 2014 im Strategieportfolio von 2,5 auf 4,5 Prozent zu erhöhen. Auch Privatanleger könnten eine Depotbeimischung in Erwägung ziehen. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass Staatsanleihen allgemein für den Fall, dass die Inflation weltweit wieder zu einem Thema werden sollte, ausgehend von einem tiefen Niveau Kurseinbußen hinnehmen müssen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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