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Devisenmarkt Regierungskrise belastet die tschechische Krone

25.03.2009 ·  Die tschechische Krone ist nach einer kurzen Zwischenerholung kurzfristig wieder in die Defensive geraten. Die Regierungskrise sorgt für frische Unsicherheit, nachdem sich die Sorgen über die Finanzkrise gerade etwas gelegt hatten.

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Hatte sich die tschechische Krone von Anfang Februar bis Mitte März von den vorhergehenden Kursverlusten erholen können, so befindet sie sich inzwischen zumindest kurzfristig wieder in der Defensive.

In den vergangenen drei Tagen hat sie gegen den Euro zweieinhalb Prozent verloren auf 27,29 Kronen je Einheit der europäischen Einheitswährung und gegen den amerikanischen Dollar sogar knapp dreieinhalb Prozent auf zuletzt 20,30 Kronen je Dollar.

Regierungskrise sorgt für politische Unsicherheit

Die Ursache ist eine Regierungskrise. Denn das tschechische Parlament in Prag sprach Ministerpräsident Mirek Topolanek am Dienstag mit äußerst knapper Mehrheit das Misstrauen aus. Ob der 52-Jährige noch bis zum Ende der Ratspräsidentschaft der EU am 30. Juni im Amt bleiben wird, ist unklar. Seine Mitte-Rechts-Regierung muss ihren Rücktritt einreichen. Bis der als EU-kritisch bekannte Staatspräsident Vaclav Klaus den Auftrag zur Regierungsbildung neu vergibt, bleibt das Kabinett aber geschäftsführend im Amt. Klaus hat sich bisher nicht zu seinen Plänen geäußert. Die Verfassung setzt ihm für eine Entscheidung kein Zeitlimit.

In der von Wirtschaftsfragen geprägten Debatte vor dem Misstrauensvotum warf Jiri Paroubek, Vorsitzender der oppositionellen Sozialdemokraten, dem Regierungschef vor, er könne „die Folgen der globalen Krise nicht mildern“. Hunderttausende Tschechen müssten deshalb unter einem „Kapitalismus des 19. Jahrhunderts“ leiden. Topolanek dagegen warnte unterdessen vor instabilen politischen Verhältnissen und einer Rückkehr der Kommunisten in die Regierung.

Instabile politische Verhältnisse und die damit verbundenen Unsicherheiten sind Gift für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Denn sie schränken die Planungssicherheit der Unternehmen und der Anleger ein. Letztere tendieren aus diesem Grund rasch dazu, sich defensiver als zuvor zu positionieren. Solche Effekte mögen sich verstärkt bemerkbar machen, nachdem sich in den vergangenen Monaten die Folgen der Finanzkrise in Mittel- und Osteuropa in Form von Refinanzierungsschwierigkeiten und fallenden Exporten deutlich bemerkbar gemacht hatten. Manche befürchten, ein Kreditproblem in der Region könnte zu einem Schneeballeffekt und zu einem neuerlichen Ausverkauf bei risikobehafteten Wertpapieren führen.

Unsicherheit ist Gift für die Märkte

Tschechien selbst befindet sich in der Rezession. Finanzminister Miroslav Kalousek rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um zwei Prozent schrumpfen könnte. Andere Schätzungen gehen sogar noch weiter. Die Industrieproduktion ist im Januar mit einem Minus von 23,3 Prozent förmlich eingebrochen, die Einzelhandelsumsätze sind rückläufig und die Arbeitslosigkeit lag im Februar mit 7,4 Prozent auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Das Konsumenten- und Unternehmensvertrauen hat sich im März zwar im Vergleich zur Vorperiode leicht gebessert. Allerdings auf sehr tiefem Niveau. Das heißt, die Erwartungen sind sehr gering.

Immerhin sind die Handelsbilanz und der Haushaltssaldo einigermaßen ausgeglichen. Dagegen hat die Auslandsverschuldung in den vergangenen Jahren deutlich und im Trend zugenommen auf zuletzt mehr als 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das kann in einem volatilen Umfeld zu gewissen Problemen führen. Die Renditen der Staatsanleihen des Landes haben in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt auf zuletzt 5,4 Prozent bei Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren.

Insgesamt hängt die weitere Entwicklung des Wechselkurse der Krone erstens davon ab, ob sich die politische Lage im Lande stabilisieren wird. Zweitens stellt sich die Frage, ob sich die wirtschaftliche Lage in Mittel- und Osteuropa beruhigen wird. Und drittens, ob die Wirtschafts- und Finanzkrise global bewältigt werden kann und ob in diesem Rahmen der Risikoappetit der Anleger wieder nachhaltig zur Geltung kommen wird. Da sich solche Fragen kurzfristig nicht eindeutig klären lassen, wird die Volatilität mit einiger Wahrscheinlichkeit hoch bleiben. Das heißt, Anleger müssen flexibel bleiben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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