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Devisenmarkt Osteuropäische Währungen erholen sich

11.03.2009 ·  Hat der Devisenmarkt recht, so scheint der Höhepunkt der Mittel- und Osteuropakrise, die in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen beherrschte, vorerst überschritten zu sein. Denn die Währungen der Region holen schon seit Tagen deutlich auf.

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Hat der Devisenmarkt recht, so scheint der Höhepunkt der Mittel- und Osteuropakrise, die in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen beherrschte, vorerst überschritten zu sein.

Denn die Währungen der Region haben sich in den vergangenen Wochen zum Teil deutlich vom vorhergehenden Schwächeanfall erholt. Am Mittwoch legen sie im Rahmen der kurzfristig aufgefrischten Euphorie an den Börsen weiter zu.

Die tschechische Krone holt am deutlichsten auf

Allen voran die tschechische Krone. Seit Mitte des vergangenen Monats hat sie gegen den Yen mehr als 18 Prozent zugelegt, gegen den Dollar etwas mehr als elf Prozent und gegen den Schweizer Franken sowie den Euro zehn Prozent. Inzwischen hat die Währung der tschechischen Republik den gleitenden 90-Tage-Durchschnitt gegen den Euro durchbrochen und arbeitet am Bruch des mittelfristigen Abwertungstrends. Der hatte im Juli des vergangenen Jahres eingesetzt und von 22,9 Kronen je Euro auf bis zu 29,7 Kronen je Euro geführt. Am Mittwoch sind im professionellen Devisenhandel noch 26,8 Kronen nötig, um eine Einheit der europäischen Einheitswährung erwerben zu können.

Nicht nur die tschechische Krone konnte in den vergangenen Tagen wieder an Boden gut machen, sondern auch der polnische Zloty, der ungarische Forint und sogar der russische Rubel. In Ungarn und Russland dürften Interventionen dazu beitragen. Ob diese Erholungsbewegung andauert, wird sich angesichts der globalen Wirtschaftsschwäche und der nachlassenden Exportnachfrage nach den Gütern der Region erst noch zeigen müssen. Alleine die Dimension der jüngsten Kursbewegung zeigt allerdings eine gewisse Priorität des Marktes für die tschechische Krone.

Die wirtschaftlichen Aussichten sind zwar auch in Tschechien nicht sonderlich positiv. Immerhin war das reale Wachstum im vierten Quartal des vergangenen Jahres negativ, die Einzelhandelsumsätze gingen im Dezember auf Jahresbasis um knapp drei Prozent zurück, die Industrieproduktion schrumpfte um 14,6 Prozent und die Leistungsbilanz war zuletzt leicht negativ. Das führte dazu, dass das Konsumenten- und Unternehmervertrauen in den vergangenen Monaten immer schwächer wurde.

Tschechische Republik zeichnet sich durch eine gewisse Robustheit aus

Die Zentralbank geht davon aus, dass die Wirtschaft des Landes im laufenden Jahr um 0,3 Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr allenfalls wieder leicht wachsen wird. Aufgrund eines geringen Preisdrucks - die Inflationsrate lag im Februar bei zwei Prozent auf Jahresbasis, während die Produzentenpreise im Januar um 0,8 Prozent gefallen waren - konnte die Zentralbank in den vergangenen Monaten den Leitzins von 3,75 Prozent noch vor einem Jahr in fünf Schritten auf zuletzt 1,75 Prozent senken.

Gleichzeitig hält sich die Verschuldung des Landes in Grenzen - der kurzfristige Verschuldungsgrad liegt unter 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes -, das Staatsbudget war in den vergangenen Jahren weitgehend ausgeglichen und die Währungsreserven nahmen im Trend zu auf zuletzt etwas mehr als 28 Milliarden Euro Ende Februar des laufenden Jahres. Kurzfristig profitiert die Währung des Landes von einer Übernahme im Wert von 1,5 Milliarden Euro und von den Effekten, die sich aufgrund europäischer Abwrackprämien im Automobilbereich ergeben. Langfristig zeigt der Trend des realen, effektiven Wechselkurses der tschechischen Krone nach oben.

Insgesamt zeichnet sich bei osteuropäischen Währungen kurzfristig eine gewisse Entspannung ab. Mittelfristig sind die Risiken der Wirtschafts- und Finanzkrise noch nicht vom Tisch. Denn viele der mittel- und osteuropäischen Staaten haben eine problematische Verwaltungs- und Finanzierungsstruktur und sie stark von Exporten abhängig. Es ist fraglich, ob genau die sich auf die Schnelle werden nachhaltig erholen können.

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