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Zwangsräumungen in Spanien Aus den fremden Wänden vertrieben

 ·  So mancher Spanier, der derzeit auf den Straßen wütend gegen den Sparkurs seiner Regierung protestiert, weiß nicht mehr wohin: Vierhunderttausend Wohnungen wurden schon wegen Zahlungsunfähigkeit gepfändet. Die Verzweiflung in der Bevölkerung ist groß.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (88)
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Ulrich Heinrich

Die Bank bekommt Zentralbankgeld zu 0,75% Zins, der säumige Schuldner muss 18,75% zahlen.


Die für solche Zustände Verantwortlichen beschwören in ihren Sonntagsreden den Bau des gemeinsamen europäischen Hauses. Über kurz oder lang werden die Völker Europas ihren
Eliten Kelle und Hammer aus der Hand nehmen.

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Torsten Klier

Ich weiß gar nicht ob Sie´s schon wussten. Der Sozialismus funktioniert nicht.

Bis zum Eurowahn lagen die Kreditzinsen in Spanien 8…16 Prozentpunkte höher als in Deutschland. Dann kam das Geschenk des Himmels, die Spanier konnten so wenig zahlen wie die Deutschen. Jeder kluge Kaufmann hätte die Chance genutzt, den Schuldensockel abzubauen.
Die Sozialisten haben anders entschieden. Die haben bemerkt, dass man die billigen Kredite über diverse Zwischenstufen (Bau, Solar usw) unters Volk werfen kann. Die Kreditaufnahme wurde vervielfacht und damit ein Pseudo-Wirtschaftswunder entfacht. Das Verhältnis von manufacturing zu construction sector lag in Spanien in den Jahren des Pseudobooms bei sagenhaften 1:1. Zum Vergleich: Deutschland 5:1, USA 4:1.

Dieses Ponzi-Schema konnte nicht funktionieren.
In diesem Sinne wundert man sich nur, warum sich jetzt so viele über den vorhersehbaren Zusammenbruch des Pyramidenspiels wundern.
Dem Sozialismus ist wieder mal das Geld anderer Leute ausgegangen. Nicht das erst mal übrigens.

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Ute  Dombrowski
Ute Dombrowski (umadoki) - 14.11.2012 21:39 Uhr

Ueber die spektakulaersten Faelle laesst sich am besten berichten und schimpfen,

aber sie machen nicht die Mehrheit der Betroffenen aus. Wenn Arbeitslosigkeit dazu kommt, dann reicht schon eine normale Monatsmiete - die in den Großstaedten auch ganz schoen hoch sein kann - aus, um die Menschen in den Abgrund zu treiben. Und dann sind sie die Wohnung los, aber damit noch nicht die Schulden. Eine gewisse "Augen zu und durch"- Mentalitaet will ich gar nicht abstreiten, aber die war in noch nicht allzu fernen Zeiten der angemessene und oft einzige Weg zum sozialen Aufstieg: Die Menschen haben bei ihren Eltern und Großeltern gesehen, dass man mutig sein und ein Risiko eingehen muss, und wenn dann die ganze Familie nur genuegend ackert, dann zahlt sich das aus und die naechste Generation hat es besser. Der Mut, mit dem meine Schwiegereltern sich und vier Soehne aus der Misere geholt haben - alle haben einen Beruf gelernt und keiner musste sich verschulden - waere heute straeflicher Leichtsinn.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.11.2012 08:54 Uhr
Reinhard Kropp

Wer sich mit kleinem Gehalt, prekärem Arbeitsplatz...

...und Familienverantwortung ohne angespartes Eigenkapital eine mehrere hunderttausend Euro schwere Hypothek ans Bein bindet handelt mindestens fahrlässig, ein solches Verhalten würde ich eher nicht als mutig bezeichnen.

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Gerold Keefer

"Hat man sich entschieden, das Risiko selbst zu tragen ..."

Es ist ja schön und gut, dass die Kreditnehmer die eigene Verantwortung wahrnehmen sollen.

Pervers ist allerdings, dass sie von Banken aus den Wohnungen hinausgeklagt werden, die sich genau dieser Verantwotung entziehen.

Der Staat muss im besonderen Maße die Kleinen schützen - gegenwärtig schützt er die Großen.

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Ute  Dombrowski
Ute Dombrowski (umadoki) - 14.11.2012 19:49 Uhr

Es ist halt so viel angenehmer sich überlegen zu fühlen als erst mal hinzusehen:

In den Jahren vor der Krise überboten sich hier in Spanien die Banken - auch die Deutsche Bank - in Presse und Werbefernsehen mit Kampagnen für immer neue Kredit-Produkte. Und die „Kundenberater“ der Geldinstitute waren angehalten, alles zu tun um den Leuten einzureden, dass es nicht nur vollkommen vernünftig wäre sich zu verschulden, sondern für den sozialen Fortschritt notwendig und ein Zeichen von Rückständigkeit, sich dem zu widersetzen.
Man muss auch wissen, dass eine Eigentumswohnung in Spanien nichts mit Gentrifizierung zu tun hat, sondern bisher so sehr der Normalfall war wie in Deutschland die Mietwohnung. Es gibt weder einen entwickelten Mietmarkt, noch eine gereifte Gesetzgebung dafür. Die eigene Wohnung war in Spanien so etwas wie eine Altersversorgung – bis die wilde Spekulation der letzten Jahre das System zum Einbruch brachte. Die Spanier sind keineswegs ein Volk von dummen kleinen Gernegroßen, als das viele Deutsche sie so gerne geißeln.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 20:54 Uhr
Reinhard Kropp

Und wenn Ihnen der linke Nachbar sagt, Sie sollen aus dem 15.Stock springen...

...dann befolgen Sie diesen Rat, nicht ohne sich zuvor auf den Rat des rechten Nachbarn hin noch einen Sportwagen vor die Haustür zu stellen? Bis zur Immobilienkrise in Spanien lag die Wohneigentumsquote schon über 80%, traditionell, wie Sie richtig schreiben, der Wohnungsmarkt also annähernd vollständig gesättigt, wenn dann aber der alleinige 1200,--Euro-Verdiener der Familie als immigrierter Tomatenpflücker oder Bauarbeiter sich Immobilienrisiken für 900,- Euro aufhalst, pro Monat, für seine 230000,-Euro-Eigentumswohnung, dann kann ich das nur als Harakiri bezeichnen, ganz gleich, welchen Werbeversprechen der arme Teufel nun aufgesessen ist.

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Reinhard Kropp

"Die böse Ampel war schuld, weil sie auf rot stand...

...als ich an ihr vorbeifuhr." Ich habe bisher noch von keinem gelesen, der die Schuld für seine Investitionsfehlentscheidung bei sich selbst gesucht hätte, wahlweise sind die Schuldigen die Banken, das System, die Zinsen, die fehlenden Arbeitsplätze, das geringe Gehalt, die Nebenkosten, die Kinderkosten, die Politiker, die Schulen - eben ein multikausales Geschehen inmitten böser Mächte, die die Hand geführt haben bei der Unterschrift unter einen unsinnigen Wohnungskauf.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 19:59 Uhr
Christian Borgelt

@Thorsten Krach

Ich weiß zwar nicht, was Herr Kropp als Antwort sagt, aber ich sage:

1. Wer einen Hypothekenvertrag abschließt, weiß, was passiert, wenn die Zahlungen ausbleiben, denn das ist im Vertrag klar geregelt. Hier gibt es keine Unwägbarkeiten, sondern alles ist bei Vertragsabschluß bekannt. Es wurden und werden keine Informationen vorenthalten. Man kann nicht die Bank verantwortlich machen, wenn man den Vertrag nicht im Detail gelesen hat.

2. Unwägbarkeiten wie Tod, Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes kann man absichern. Dafür gibt es Versicherungen, die dann z.B. die Hypothekenraten weiterzahlen. Wenn einem solche Versicherungen zu teuer sind, muß man das Risiko selber tragen oder man nimmt eben keine Hypothek auf.

3. Hat man sich entschieden, das Risiko selbst zu tragen, muß man leider mit den Konsequenzen leben. Es haben nur alle gehofft, daß der Risikofall nicht eintreten wird. Das hat nichts mit "nicht in die Zukunft schauen können" zu tun, sondern lediglich mit Risikoblindheit.

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Rudolf März
Rudolf März (maerkur) - 14.11.2012 18:00 Uhr

Banken sind systemrelevant, der einzelne Steuerzahler nicht

Solange sich dieses Verhältnis nicht ändert, wird sich am System nichts ändern.
Insofern stimme ich Herrn Krug zu.
die Systemirrelevanten müssen dafür sorgen, dass alle Systemrelevanten auch systemirrelevant werden. Das wiederum halten die meisten Systemirrelevanten für nicht machbar.

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Ivo Gömöry

Die kein Mitleid haben mit ...

Ich habe Mitleid mit Menschen, die kein Mitleid mit Tieren haben.
Als Hundebesitzer kenne ich inzwischen viele, die einen Hund aus Spanien gerettet haben und unabhängig voneinander über die Verhältnisse Spanien berichten. - Dinge, die ich am liebsten garnicht wissen möchte.
Die Mitleidlosigkeit gegenüber Tieren zeigt sich nicht nur im Verhalten zu Hunden. Auch bei Pferden und Stieren geschehen Dinge, die zum Teil auch in Youtube zu sehen sind. Suchbegriff Toro Jubilo Medinaceli Soria Spain kan zum Beispiel eingegeben werden.
Ich meine, dass bei der Gewährung von Hilfsgelder und Bürgschaften, das Schicksal geschundener Tiere angesprochen werden sollte.

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Ramon Sarrivera
Ramon Sarrivera (RAMSAR) - 14.11.2012 16:40 Uhr

Einfach zu sagen

Es ist einfach zu sagen, die Leute koennen oder wollten die Hypothekenvertraege nicht lesen.
Hier in Spanien haben die Banken, jeden und wirklich jeden eine Hypothek zugewilligt.Es war voellig egal was man verdiente.Die Tasaduere der Banken, die die Immobilien schaetzen sollten, haben fast immer die auf 130% des Wertes eingestuft.Dazu noch die Hypothek auf 130% raufgeschraubt und schon war jeder zufrieden.Vor allem die Banken.
Die Preise stiegen ins Nirvana und die Banken gaben noch mehr Hyphoteken.Am Ende glich dieses einen Pyramidenspiel, wo jeder weiss das die letzten alles bezahlen.Ich selber habe Hypothekenvertraege gesehen die auf 150% vergeben wurden.Spanische Banken,Amerikanische und auch Deutsche Baneken haben hier ihre dicken Finger drin.
Dazu kommt noch fehlende Kontrolle durch den Staat ( Gesetze ).Der Hypo-Sunamie kam langsam und das Spanische Volk wurde einfach mitgeriesen.Aber nicht alleine.Island kam mit uns ins Elend.

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Johann Feldbaum

Warum sich die Deutschen nicht "solidarisieren"

Hier nochmal die Geschichte für alle, die mit dem Bauch statt mit dem Verstand urteilen:

Spanien ging es gut. Straßen, Hochhäuser, Bahnstrecken. Unser Spanisch-Lehrer erzählte immer wieder wie toll es sei, dass man in den meisten Städten Schnellstrecken zwischen Flughäfen und Innenstädte hat. Alles das wurde finanziert mit EU-Geldern (Geld, das Deutschland unter Drohungen seinen Bürgern genommen hatte) und mit der Hilfe von Banken. So einfach ist das.

Währen in Deutschland die Menschen verarmen, während die Steuern steigen (und steigen und steigen und steigen ...) haben sich viele Spanier dazu hinreißen lassen, sich eine Wohnung zu finanzieren. Deutsche haben das nicht gemacht. Sie hatten Angst vor Wirtschaftskriesen. Und nun wollen die Banken ihr Geld zurück.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Menschen werden aus "ihren" Wohnungen geworfen, oder die Banken stehen in der Krise und brauchen Milliarden Euros durch die EU (Deutschland). Faktisch also geschenkte Häuser.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 22:47 Uhr
Thomas Ulherr

... und beide Möglichkeiten werden gleichzeitig realisiert, Herr Feldbaum!

Bekanntlich werden bereits die Weichen für die Zahlung von "Rettungsgeldern" an spanische Banken gestellt, erkennt die spanische Regierung per Hilfsantrag formell an, daß sie "Rettungsgelder" für ihre Banken brauchen und wollen.

Gleichzeitig werden die Leute aus den Wohnungen geworfen, andere Lösungsmöglichkeiten (Umwandlung in Mietwohnungen) scheinbar nicht einmal diskutiert. Das alles nicht aus Liebe zur Ordnungspolitik, sondern weil der Rauswurf mit anschließendem Leerstand höhere "Rettungsansprüche" verspricht. Toll!

Andere Foristen haben diese Zusammenhänge bereit ausführlicher dargestellt, einfach mal nachlesen.

Der €uro ist die Ursache der gegenwärtigen Krise, seine Abschaffung wird der Anfang einer Lösung sein.

Buenos noches!

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Wolfgang Krug

Die meisten Kommentatoren ertragen die spanische Misere mit beispielhaftem Gleichmut.

Da wird auf die Marktgesetze verwiesen, auf die Rechtslage, auf die Vernunft -- kurz, es werden hervorragende Ratschläge erteilt, die den Betroffenen bestimmt sehr helfen. Das Wesentliche: Alle diese Ratschläge kommen von Leuten, die in der kommenden Nacht im eigenen Bett unter eigenem (oder gemietetem) Dach schlafen und sich nicht vorstellen können, welche elementare Erschütterung es bedeutet, auf die Strasse geworfen zu werden.
Es ist schlimmer, als am Essen sparen zu müssen, schlimmer sogar als den Job zu verlieren, die Leute stehen vor dem Nichts. Machen Sie sich diese Situation einmal ganz plastisch klar, bevor Sie Ihr Mitgefühl den Banken und der Marktwirtschaft statt den Menschen schenken.

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Reinhard Kropp

@Sebastian Wolf, Wer nicht in der Lage ist zu erkennen...

...daß er sich mit einem Bauarbeitergehalt ohne Eigenkapital und mit zwei Kindern keine 235000,--Euro-Eigentumswohnung finanzieren kann, dem ist nicht zu helfen, daran ist nicht die Böse Bank schuld, sondern mangelnde Bildung und/oder mangelnder gesunder Menschenverstand oder ganz einfach: Seine Gier!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 16:46 Uhr
sebastian wolf

wieder monokausal

natuerlich macht vereinfachung anschaulich - ich verweise auf verursacher, herr kropp. das sind nicht nur banken sondern vielmehr korrumpierte politiker, bauternehmer, ... es ist dieses system das noch heute friseusen mit mtl 800 euro netto kredite aufschwatzt und diese noch mit einem plasma fernseher versuesst. mit besten gruessen aus madrid, sebastian wolf

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Mark Möschl
Mark Möschl (Cimpoler) - 14.11.2012 16:23 Uhr

oder aber

oder aber er kann es nicht überblicken, gerade WEIL er eben einfach nur ein unbedarfter Bauarbeiter ist ! Es sind nicht alle Paragraphenfest und findige Finanzprofis ! Und davon auszugehen und allen anderen die dabei versagen einfach nur mangelnden Verstand vorzuwerfen ist einfach dümmlich, sorry to say.

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Michael Arndt

Ein interessanter Artikel

zeigt er doch die fortschreitende Auflösung gesellschaftlicher Normen (vulgo: Gesetze) und das unaufhaltsame Vorankommen anarchischer Zustände.
Aber so ist es halt: wenn zu viele Menschen unter die Räder geraten, werden halt die Räder abmonteirt...
Schade nur, dass für jeden Einzelfall letztlich der deutsche Steuerzahler haftet, denn höhere Verluste der spanischen Banken bringen höhere Ausfälle via ESM.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 16:46 Uhr
Ramon Sarrivera
Ramon Sarrivera (RAMSAR) - 14.11.2012 16:46 Uhr

Deutsche Banken

Wollen wir doch nicht vergessen,das auch Deutsche Banken hier in Spanien auch mitgemischt haben bei der vergabe von Hypotheken bei bis zu 150% des Immobilienwerts.
Auch unsere Deutschen Mit -Europaer haben hier kraeftig mitgebaut.

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sebastian wolf

ein land

ein land, das den motor seiner wirtschaft auf ein ponzi scheme baut, kann die folgekosten nicht auf systematisch dummgehaltene und unterpriviligierte abwaelzen.
da muss die gesetzeslage angepasst werden, um das risiko bei verursachern nachtraeglich deutlich staerker einzupreisen.

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Robert Hoerner

Die Banken sind doch an dem Drama die Hauptschuldigen

sie hätten die Blase nicht entstehen lassen dürfen, sie hätten keine Hypotheken an Leute vergeben dürfen, die sie sich nicht leisten können. Sie wollten aber Umsatz-Sieger sein, ihre Bilanzen aufblähen, denn davon hingen ihre Gehalts-Zahlungen ab.

Nun, da der Schadensfall eingetreten ist, könnten die Banken zu ihrer Verantwortung stehen und, zB, die Tilgungen aussetzen, oder wenigstens vorläufig kleinere Raten anbieten. Oder glauben sie etwa, diese Menge Häuser verkaufen zu können?

Meiner Meinung nach spekulieren die "Banker" darauf, nach der Krise nicht nur Milliarden von den Steuerzahlern bekommen zu haben, um ihre Glasfassaden zu beleuchten und sich ihren Lebensstandard zu sichern, sondern auch noch halb Spanien dazu, wie ein Geschenk.

Dabei gehen sie über Leichen. Dass die Justiz, Richter, man stelle es sich vor, Bedenken haben, die Gesetze auszuführen, sagt das denn nicht alles?

Offenbar steckt mehr Menschlichkeit in der spanischen Justiz als in der spanischen Finanzwelt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 15:36 Uhr
Holger Baade

Wenn die für die Verwerfung der Bauboom-Zeit

verantwortlichen Politiker den Leuten einhämmern, Spanien befinde sich auf der Überholspur und würde allein auf Grund der Bauaktivitäten Deutschland beim BIP überholen, dann stellt sich mit Sicherheit kein Banker quer.

Deshalb gilt weltweit: Für sämtliche ökonomischen und monetären Fehlentwicklungen tragen zu allererst Politiker die Verantwortung. Jene haben es jederzeit in der Hand, Rahmenbedingungen zu schaffen, um Missbrauch und diesen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.

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Reinhard Kropp

Der Artikel "Die Verbannten von Madrid" in Spiegelonline beschreibt...

...das Schicksal eines immigrierten Wohnungskäufers und Bauarbeiters, das wohl typisch sein dürfte für ein Land, in dem schon vor der Immobilienkrise die Wohnungseigentumsquote bei weit über 80% lag.

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Karl Meier
Karl Meier (mori313) - 14.11.2012 13:44 Uhr

Ignoranz und fehlende Ethik der Banken

Diese ignoranten Banken werden auch noch durch Milliarden Zuwendungen gestützt und setzen ihre Kunden auf die Straße! Eine Zwangsversteigerung zur Unzeit maximiert nur die Kreditverluste. M.E. kann dies nur geschehen, weil den Banken und auch den Politikern jede Ethik abhanden gekommen ist. Ich kann nur hoffen, dass wir in Mitteleuropa NIE die gleiche Situation erleben müssen.

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Franz Munte

Was wäre denn, wenn der Boom und die Preissteigerungen schön weitergelaufen wären ??

Hätten dann die wagemutigen Käufer (90 % Fremdkapital) )die Inflationsgewinne zurückgegeben?? Risiko und Chance, diese Regel zu durchbrechen geht wohl nicht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 13:24 Uhr
Matthias Schwarzer

Ja, auch die ...

... spanischen Wohnungskäufer und Bürgerinitiativen arbeiten nach dem Prinzip: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Aber: Es gibt in der Tat Missstände bei den Kreditverträgen, die behoben werden sollten, im Interesse aller.

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Matthias Schwarzer

Die Wohnungen gehören ...

... den Banken und Sparkassen. So einfach ist das. Wer eine Wohnung auf Kredit kauft, weiß, dass ihm die Wohnung gar nicht gehört, dass er eigentlich weiterhin Mieter ist. Die Wohnung gehört der Bank bzw. den Sparern, die ihr Geld bei der Bank haben. Ich weiß gar nicht, warum suggeriert wird, Wohnungseigentümer würden aus ihren Wohnungen geschmissen werden. Wer seine Kreditraten zahlt, darf doch in der Wohnung bleiben. Wer nicht mehr zahlt, verwirkt logischerweise das Recht, in der Wohnung zu bleiben. Es wäre ja noch schöner, wenn man sich eine Luxuswohnung zulegt, die Raten dann nicht bezahlt, und dann meint, man könne die Wohnung dennoch behalten. Das ist Kindergarten. Das einzige, worauf geachtet werden sollte vom Gesetzgeber: Es sollte möglichst versucht werden, die beste Lösung für alle zu finden, also evtl. die Raten zu reduzieren, den Zins etwas zu senken usw. Die Banken dürften selbst ein Interesse daran haben, möglichst wenige leerstehende Wohnungen an der Backe zu haben

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 14:59 Uhr
Patrick Wiermer

So einfach ist die Welt...

...wenn ich nicht direkt selbst vom Problem betroffen bin. Es macht halt einfach zu viel Spaß mit Arroganz und Häme von oben herabzuurteilen.

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Andreas Gati

...so einfach ist das - oder auch nicht!

Herr Schwarzer, haben Sie sich auch mal überlegt, ob das sinnvoll ist, was die Banken da machen und vor allem, warum sie das machen?

Was haben denn die Banken davon, daß sie jetzt Eigentümer von 400.000 leerstehenden Wohnungen sind? Kann es sein, daß sie die säumigen Kunden auf die Straße werfen, weil ihnen die Verluste von den Rettungseuropäern erstattet (rekapitalisiert) werden? Daher sind sie auch an sinnvollen Ideen zur Verlustminimierung wie Umwandlung in Mietverträge, Stundung oder Herabsetzung der Zinsraten überhaupt nicht interessert.

Wenn die Banken (hier Cajas) die 'Rettungsmillarden' nicht bekommen würden, könnten sie sich das rabiate Vorgehen gegen ihre Kunden garnicht leisten!

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Peter Müller

Die Wohnungen gehören den Banken ....

Die Banken erzeugen mit einem Druck auf die Return-Taste eines Computers aus dem Nichts, ohne realwirtschaftliche Gegenleistung, das Kapital für die Finanzierung der Wohnung. Mit den Kreditzinsen und Gebühren aus diesen Geschäften werden auch die Ausfallrisiken abgedeckt. Mit welcher Begründung sollte diese Wohnung also dann der Bank gehören? Wenn der Kredit nicht mehr bedient werden kann, sollte die Wohnung höchstens in staatlichen (gesamtgesellschaftlichen) Besitz übergehen. Aber ganz bestimmt nicht an die Bank.

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Reinhard Kropp

Spanien hat 47 Millionen Einwohner...

...mit geschätzten 12,5 Millionen Haushalten, die bisher gepfändeten 400000 Wohnungen entsprechen mithin etwas mehr als 3% der gesamten Haushalte, die Dramatik relativiert sich also bei genauerer Betrachtung.

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14.11.2012, 10:06 Uhr

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