14.11.2012 · So mancher Spanier, der derzeit auf den Straßen wütend gegen den Sparkurs seiner Regierung protestiert, weiß nicht mehr wohin: Vierhunderttausend Wohnungen wurden schon wegen Zahlungsunfähigkeit gepfändet. Die Verzweiflung in der Bevölkerung ist groß.
Von Paul Ingendaay, MadridRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Die Bank bekommt Zentralbankgeld zu 0,75% Zins, der säumige Schuldner muss 18,75% zahlen.
Die für solche Zustände Verantwortlichen beschwören in
ihren Sonntagsreden den Bau des gemeinsamen europäischen Hauses.
Über kurz oder lang werden die Völker Europas ihren
Eliten Kelle und Hammer aus der Hand nehmen.
Ich weiß gar nicht ob Sie´s schon wussten. Der Sozialismus funktioniert nicht.
Bis zum Eurowahn lagen die Kreditzinsen in Spanien 8…16
Prozentpunkte höher als in Deutschland. Dann kam das Geschenk des
Himmels, die Spanier konnten so wenig zahlen wie die Deutschen. Jeder
kluge Kaufmann hätte die Chance genutzt, den Schuldensockel
abzubauen.
Die Sozialisten haben anders entschieden. Die haben bemerkt, dass man
die billigen Kredite über diverse Zwischenstufen (Bau, Solar usw)
unters Volk werfen kann. Die Kreditaufnahme wurde vervielfacht und damit
ein Pseudo-Wirtschaftswunder entfacht. Das Verhältnis von
manufacturing zu construction sector lag in Spanien in den Jahren des
Pseudobooms bei sagenhaften 1:1. Zum Vergleich: Deutschland 5:1, USA 4:1.
Dieses Ponzi-Schema konnte nicht funktionieren.
In diesem Sinne wundert man sich nur, warum sich jetzt so viele
über den vorhersehbaren Zusammenbruch des Pyramidenspiels wundern.
Dem Sozialismus ist wieder mal das Geld anderer Leute ausgegangen. Nicht
das erst mal übrigens.
Ueber die spektakulaersten Faelle laesst sich am besten berichten und schimpfen,
aber sie machen nicht die Mehrheit der Betroffenen aus. Wenn Arbeitslosigkeit dazu kommt, dann reicht schon eine normale Monatsmiete - die in den GroÃstaedten auch ganz schoen hoch sein kann - aus, um die Menschen in den Abgrund zu treiben. Und dann sind sie die Wohnung los, aber damit noch nicht die Schulden. Eine gewisse "Augen zu und durch"- Mentalitaet will ich gar nicht abstreiten, aber die war in noch nicht allzu fernen Zeiten der angemessene und oft einzige Weg zum sozialen Aufstieg: Die Menschen haben bei ihren Eltern und GroÃeltern gesehen, dass man mutig sein und ein Risiko eingehen muss, und wenn dann die ganze Familie nur genuegend ackert, dann zahlt sich das aus und die naechste Generation hat es besser. Der Mut, mit dem meine Schwiegereltern sich und vier Soehne aus der Misere geholt haben - alle haben einen Beruf gelernt und keiner musste sich verschulden - waere heute straeflicher Leichtsinn.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.11.2012 08:54 UhrWer sich mit kleinem Gehalt, prekärem Arbeitsplatz...
...und Familienverantwortung ohne angespartes Eigenkapital eine mehrere hunderttausend Euro schwere Hypothek ans Bein bindet handelt mindestens fahrlässig, ein solches Verhalten würde ich eher nicht als mutig bezeichnen.
"Hat man sich entschieden, das Risiko selbst zu tragen ..."
Es ist ja schön und gut, dass die Kreditnehmer die eigene
Verantwortung wahrnehmen sollen.
Pervers ist allerdings, dass sie von Banken aus den Wohnungen
hinausgeklagt werden, die sich genau dieser Verantwotung entziehen.
Der Staat muss im besonderen Maße die Kleinen schützen -
gegenwärtig schützt er die Großen.
Es ist halt so viel angenehmer sich überlegen zu fühlen als erst mal hinzusehen:
In den Jahren vor der Krise überboten sich hier in
Spanien die Banken - auch die Deutsche Bank - in Presse und
Werbefernsehen mit Kampagnen für immer neue
Kredit-Produkte. Und die âKundenberaterâ der
Geldinstitute waren angehalten, alles zu tun um den Leuten einzureden,
dass es nicht nur vollkommen vernünftig
wäre sich zu verschulden, sondern für den
sozialen Fortschritt notwendig und ein Zeichen von
Rückständigkeit, sich dem zu widersetzen.
Man muss auch wissen, dass eine Eigentumswohnung in Spanien nichts mit
Gentrifizierung zu tun hat, sondern bisher so sehr der Normalfall war
wie in Deutschland die Mietwohnung. Es gibt weder einen entwickelten
Mietmarkt, noch eine gereifte Gesetzgebung dafür. Die
eigene Wohnung war in Spanien so etwas wie eine Altersversorgung
â bis die wilde Spekulation der letzten Jahre das System zum
Einbruch brachte. Die Spanier sind keineswegs ein Volk von dummen
kleinen GernegroÃen, als das viele Deutsche sie so gerne
geiÃeln.
Und wenn Ihnen der linke Nachbar sagt, Sie sollen aus dem 15.Stock springen...
...dann befolgen Sie diesen Rat, nicht ohne sich zuvor auf den Rat des rechten Nachbarn hin noch einen Sportwagen vor die Haustür zu stellen? Bis zur Immobilienkrise in Spanien lag die Wohneigentumsquote schon über 80%, traditionell, wie Sie richtig schreiben, der Wohnungsmarkt also annähernd vollständig gesättigt, wenn dann aber der alleinige 1200,--Euro-Verdiener der Familie als immigrierter Tomatenpflücker oder Bauarbeiter sich Immobilienrisiken für 900,- Euro aufhalst, pro Monat, für seine 230000,-Euro-Eigentumswohnung, dann kann ich das nur als Harakiri bezeichnen, ganz gleich, welchen Werbeversprechen der arme Teufel nun aufgesessen ist.
"Die böse Ampel war schuld, weil sie auf rot stand...
...als ich an ihr vorbeifuhr." Ich habe bisher noch von keinem gelesen, der die Schuld für seine Investitionsfehlentscheidung bei sich selbst gesucht hätte, wahlweise sind die Schuldigen die Banken, das System, die Zinsen, die fehlenden Arbeitsplätze, das geringe Gehalt, die Nebenkosten, die Kinderkosten, die Politiker, die Schulen - eben ein multikausales Geschehen inmitten böser Mächte, die die Hand geführt haben bei der Unterschrift unter einen unsinnigen Wohnungskauf.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 19:59 Uhr@Thorsten Krach
Ich weiß zwar nicht, was Herr Kropp als Antwort sagt, aber ich sage:
1. Wer einen Hypothekenvertrag abschließt, weiß, was
passiert, wenn die Zahlungen ausbleiben, denn das ist im Vertrag klar
geregelt. Hier gibt es keine Unwägbarkeiten, sondern alles ist bei
Vertragsabschluß bekannt. Es wurden und werden keine
Informationen vorenthalten. Man kann nicht die Bank verantwortlich
machen, wenn man den Vertrag nicht im Detail gelesen hat.
2. Unwägbarkeiten wie Tod, Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes
kann man absichern. Dafür gibt es Versicherungen, die dann z.B. die
Hypothekenraten weiterzahlen. Wenn einem solche Versicherungen zu teuer
sind, muß man das Risiko selber tragen oder man nimmt eben keine
Hypothek auf.
3. Hat man sich entschieden, das Risiko selbst zu tragen, muß man
leider mit den Konsequenzen leben. Es haben nur alle gehofft, daß
der Risikofall nicht eintreten wird. Das hat nichts mit "nicht in
die Zukunft schauen können" zu tun, sondern lediglich mit Risikoblindheit.
@Reinhard Kropp
Was würden Sie sagen, wenn Sie etwas unterschrieben hätten,
dessen Unwägbarkeiten Sie nicht absehen konnten, weil Sie noch
immer nicht gelernt hatten, in die Zukunft zu schauen, während
Ihnen langsam dämmert, dass Sie falsch oder gar nicht beraten
wurden, Ihnen sogar Informationen vorenthalten wurden?
Was würden SIE sagen? Mal ganz ehrlich, Herr Kropp.
Banken sind systemrelevant, der einzelne Steuerzahler nicht
Solange sich dieses Verhältnis nicht ändert, wird sich am
System nichts ändern.
Insofern stimme ich Herrn Krug zu.
die Systemirrelevanten müssen dafür sorgen, dass alle
Systemrelevanten auch systemirrelevant werden. Das wiederum halten die
meisten Systemirrelevanten für nicht machbar.
Die kein Mitleid haben mit ...
Ich habe Mitleid mit Menschen, die kein Mitleid mit Tieren haben.
Als Hundebesitzer kenne ich inzwischen viele, die einen Hund aus Spanien
gerettet haben und unabhängig voneinander über die
Verhältnisse Spanien berichten. - Dinge, die ich am liebsten
garnicht wissen möchte.
Die Mitleidlosigkeit gegenüber Tieren zeigt sich nicht nur im
Verhalten zu Hunden. Auch bei Pferden und Stieren geschehen Dinge, die
zum Teil auch in Youtube zu sehen sind. Suchbegriff Toro Jubilo
Medinaceli Soria Spain kan zum Beispiel eingegeben werden.
Ich meine, dass bei der Gewährung von Hilfsgelder und
Bürgschaften, das Schicksal geschundener Tiere angesprochen werden sollte.
@IVO GÖMÖRY Tiere können weder schuldig noch unschuldig sein
Ich bin Ihrem Link gefolgt und habe mir die Videos angeschaut. Das ist
tatsächlich nicht nett, was da mit dem Stier gemacht wird. Die
Kritiker, die diese Videos online gestellt haben, argumentieren mit der
"Unschuldigkeit" der Tiere bzw. des Stieres. Hier beginnt die
gesamte Problematik der Anthropomorphisierungen von Tieren, hinter
welcher sich in sehr vielen Fällen nur eine tiefer Hass auf
Menschen verbirgt. Je nach Perspektive erscheint einem das Leiden von
Menschen als mehr oder weniger wichtig, manch ein Tierschützer
sieht das Leiden von Menschen als verdient an, rechtfertigt durch das
Quälen von Tieren, denen sie eine Beseeltheit zusprechen. Das
angesprochene Ritual stammt aus dem 16Jhd., aus einer Zeit, in welcher
den Tieren noch nicht das Konstrukt der Seele unterstellt wurde. Ich
halte den Akt der Gentialverstümmelung zu Ehren Gottes für
etwas tatsächlich Bekämpfenswertes. Man kann auch Parallelen
in den Rechtfertigungen beider Vorgänge (Beschneidung, Tierritual) feststellen.
Es ist einfach zu sagen, die Leute koennen oder wollten die
Hypothekenvertraege nicht lesen.
Hier in Spanien haben die Banken, jeden und wirklich jeden eine Hypothek
zugewilligt.Es war voellig egal was man verdiente.Die Tasaduere der
Banken, die die Immobilien schaetzen sollten, haben fast immer die auf
130% des Wertes eingestuft.Dazu noch die Hypothek auf 130%
raufgeschraubt und schon war jeder zufrieden.Vor allem die Banken.
Die Preise stiegen ins Nirvana und die Banken gaben noch mehr
Hyphoteken.Am Ende glich dieses einen Pyramidenspiel, wo jeder weiss das
die letzten alles bezahlen.Ich selber habe Hypothekenvertraege gesehen
die auf 150% vergeben wurden.Spanische Banken,Amerikanische und auch
Deutsche Baneken haben hier ihre dicken Finger drin.
Dazu kommt noch fehlende Kontrolle durch den Staat ( Gesetze ).Der
Hypo-Sunamie kam langsam und das Spanische Volk wurde einfach
mitgeriesen.Aber nicht alleine.Island kam mit uns ins Elend.
Warum sich die Deutschen nicht "solidarisieren"
Hier nochmal die Geschichte für alle, die mit dem Bauch statt mit
dem Verstand urteilen:
Spanien ging es gut. Straßen, Hochhäuser, Bahnstrecken. Unser
Spanisch-Lehrer erzählte immer wieder wie toll es sei, dass man in
den meisten Städten Schnellstrecken zwischen Flughäfen und
Innenstädte hat. Alles das wurde finanziert mit EU-Geldern (Geld,
das Deutschland unter Drohungen seinen Bürgern genommen hatte) und
mit der Hilfe von Banken. So einfach ist das.
Währen in Deutschland die Menschen verarmen, während die
Steuern steigen (und steigen und steigen und steigen ...) haben sich
viele Spanier dazu hinreißen lassen, sich eine Wohnung zu
finanzieren. Deutsche haben das nicht gemacht. Sie hatten Angst vor
Wirtschaftskriesen. Und nun wollen die Banken ihr Geld zurück.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Menschen werden aus
"ihren" Wohnungen geworfen, oder die Banken stehen in der
Krise und brauchen Milliarden Euros durch die EU (Deutschland). Faktisch
also geschenkte Häuser.
... und beide Möglichkeiten werden gleichzeitig realisiert, Herr Feldbaum!
Bekanntlich werden bereits die Weichen für die Zahlung von
"Rettungsgeldern" an spanische Banken gestellt, erkennt die
spanische Regierung per Hilfsantrag formell an, daß sie
"Rettungsgelder" für ihre Banken brauchen und wollen.
Gleichzeitig werden die Leute aus den Wohnungen geworfen, andere
Lösungsmöglichkeiten (Umwandlung in Mietwohnungen) scheinbar
nicht einmal diskutiert. Das alles nicht aus Liebe zur Ordnungspolitik,
sondern weil der Rauswurf mit anschließendem Leerstand höhere
"Rettungsansprüche" verspricht. Toll!
Andere Foristen haben diese Zusammenhänge bereit ausführlicher
dargestellt, einfach mal nachlesen.
Der €uro ist die Ursache der gegenwärtigen Krise, seine
Abschaffung wird der Anfang einer Lösung sein.
Buenos noches!
Die meisten Kommentatoren ertragen die spanische Misere mit beispielhaftem Gleichmut.
Da wird auf die Marktgesetze verwiesen, auf die Rechtslage, auf die
Vernunft -- kurz, es werden hervorragende Ratschläge erteilt, die
den Betroffenen bestimmt sehr helfen. Das Wesentliche: Alle diese
Ratschläge kommen von Leuten, die in der kommenden Nacht im eigenen
Bett unter eigenem (oder gemietetem) Dach schlafen und sich nicht
vorstellen können, welche elementare Erschütterung es
bedeutet, auf die Strasse geworfen zu werden.
Es ist schlimmer, als am Essen sparen zu müssen, schlimmer sogar
als den Job zu verlieren, die Leute stehen vor dem Nichts. Machen Sie
sich diese Situation einmal ganz plastisch klar, bevor Sie Ihr
Mitgefühl den Banken und der Marktwirtschaft statt den Menschen schenken.
@Sebastian Wolf, Wer nicht in der Lage ist zu erkennen...
...daß er sich mit einem Bauarbeitergehalt ohne Eigenkapital und mit zwei Kindern keine 235000,--Euro-Eigentumswohnung finanzieren kann, dem ist nicht zu helfen, daran ist nicht die Böse Bank schuld, sondern mangelnde Bildung und/oder mangelnder gesunder Menschenverstand oder ganz einfach: Seine Gier!
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 16:46 Uhrwieder monokausal
natuerlich macht vereinfachung anschaulich - ich verweise auf verursacher, herr kropp. das sind nicht nur banken sondern vielmehr korrumpierte politiker, bauternehmer, ... es ist dieses system das noch heute friseusen mit mtl 800 euro netto kredite aufschwatzt und diese noch mit einem plasma fernseher versuesst. mit besten gruessen aus madrid, sebastian wolf
oder aber
oder aber er kann es nicht überblicken, gerade WEIL er eben einfach nur ein unbedarfter Bauarbeiter ist ! Es sind nicht alle Paragraphenfest und findige Finanzprofis ! Und davon auszugehen und allen anderen die dabei versagen einfach nur mangelnden Verstand vorzuwerfen ist einfach dümmlich, sorry to say.
zeigt er doch die fortschreitende Auflösung gesellschaftlicher
Normen (vulgo: Gesetze) und das unaufhaltsame Vorankommen anarchischer
Zustände.
Aber so ist es halt: wenn zu viele Menschen unter die Räder
geraten, werden halt die Räder abmonteirt...
Schade nur, dass für jeden Einzelfall letztlich der deutsche
Steuerzahler haftet, denn höhere Verluste der spanischen Banken
bringen höhere Ausfälle via ESM.
Deutsche Banken
Wollen wir doch nicht vergessen,das auch Deutsche Banken hier in Spanien
auch mitgemischt haben bei der vergabe von Hypotheken bei bis zu 150%
des Immobilienwerts.
Auch unsere Deutschen Mit -Europaer haben hier kraeftig mitgebaut.
Die Deutschen sollten von manchen Spaniern lernen
Es ist beachtlich, dass es wenigstens in Spanien Bürgermeister und
Richter gibt, die sich gegen ein ausbeuterisches System stemmen. Dass
Banken in Krisenzeiten derartig brutal handeln, ist verbrecherisch und
könnte die Bevölkerung - durch alle Klassen - in eine Richtung
bringen, die solchem Geschäftsgebaren für lange Zeit die
Chancen nimmt.
Es wäre wünschenswert, wenn in Deutschland manche Menschen das
Rückgrat jener hätte, die sich nicht alles gefallen lassen. In
D haben sich die Bürger daran gewöhnt von oben herab als
Feinde des Staates behandelt zu werden, sie glauben sogar, dass Recht
immer Recht ist, und wollen, was sie sollen.
Statt Panik, Angst und Hass im Land zu verbreiten, hätten die
Banken im Einklang mit dem Staat besonnen handeln, Aufschub
gewähren und Perspektiven eröffnen müssen.
ein land, das den motor seiner wirtschaft auf ein ponzi scheme baut,
kann die folgekosten nicht auf systematisch dummgehaltene und
unterpriviligierte abwaelzen.
da muss die gesetzeslage angepasst werden, um das risiko bei
verursachern nachtraeglich deutlich staerker einzupreisen.
Die Banken sind doch an dem Drama die Hauptschuldigen
sie hätten die Blase nicht entstehen lassen dürfen, sie
hätten keine Hypotheken an Leute vergeben dürfen, die sie sich
nicht leisten können. Sie wollten aber Umsatz-Sieger sein, ihre
Bilanzen aufblähen, denn davon hingen ihre Gehalts-Zahlungen ab.
Nun, da der Schadensfall eingetreten ist, könnten die Banken zu
ihrer Verantwortung stehen und, zB, die Tilgungen aussetzen, oder
wenigstens vorläufig kleinere Raten anbieten. Oder glauben sie
etwa, diese Menge Häuser verkaufen zu können?
Meiner Meinung nach spekulieren die "Banker" darauf, nach der
Krise nicht nur Milliarden von den Steuerzahlern bekommen zu haben, um
ihre Glasfassaden zu beleuchten und sich ihren Lebensstandard zu
sichern, sondern auch noch halb Spanien dazu, wie ein Geschenk.
Dabei gehen sie über Leichen. Dass die Justiz, Richter, man stelle
es sich vor, Bedenken haben, die Gesetze auszuführen, sagt das denn
nicht alles?
Offenbar steckt mehr Menschlichkeit in der spanischen Justiz als in der
spanischen Finanzwelt.
Wenn die für die Verwerfung der Bauboom-Zeit
verantwortlichen Politiker den Leuten einhämmern, Spanien befinde
sich auf der Überholspur und würde allein auf Grund der
Bauaktivitäten Deutschland beim BIP überholen, dann stellt
sich mit Sicherheit kein Banker quer.
Deshalb gilt weltweit: Für sämtliche ökonomischen und
monetären Fehlentwicklungen tragen zu allererst Politiker die
Verantwortung. Jene haben es jederzeit in der Hand, Rahmenbedingungen zu
schaffen, um Missbrauch und diesen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.
Der Artikel "Die Verbannten von Madrid" in Spiegelonline beschreibt...
...das Schicksal eines immigrierten Wohnungskäufers und Bauarbeiters, das wohl typisch sein dürfte für ein Land, in dem schon vor der Immobilienkrise die Wohnungseigentumsquote bei weit über 80% lag.
Ignoranz und fehlende Ethik der Banken
Diese ignoranten Banken werden auch noch durch Milliarden Zuwendungen gestützt und setzen ihre Kunden auf die Straße! Eine Zwangsversteigerung zur Unzeit maximiert nur die Kreditverluste. M.E. kann dies nur geschehen, weil den Banken und auch den Politikern jede Ethik abhanden gekommen ist. Ich kann nur hoffen, dass wir in Mitteleuropa NIE die gleiche Situation erleben müssen.
WIESO ist die Bank schuld, wenn ich zu optimistisch oder einfach zu blöd war?
Die alter Leier. Erwachsene, die gerne mit 200 km/h in ihren SUV's über die Autobahn brausen, die jedes kleinste Feature ihrers neuen iPods auswendig kennen und die im Internet stundenlang um jeden Cent auf ihrer Billig-ist-geil-Tour feilschen, sind zu faul oder zu blöd sich das Kleingedruckte der - wirklich - wichtigen Verträge des Lebens zu Gemüte zu führen. Wenn's dann schief geht, ist der andere schuld. Und dann wird geschrien, gejammert, demonstriert und sich Selbsthilfegruppen angeschlossen. Das machen die Griechen so (wir sind an ihrer Misere schuld) und das machen wir selbst genauso! Die Bank, die mir etwas V E R K A U F E N will (wer seinen Bankberater für einen guten Kumpel hält, sollte wohl besser entmündigt werden), ist schuld, weil ich den von mir unterschriebenen Vertrag nicht (mehr) erfüllen kann. Und im Grunde auch nie konnte, was 1h eigenes Nachdenken auch ergeben hätte - aber das wäre ja anstrengend. Dann doch lieber aufm iPod daddlen .. und schreien.
Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 15:03 Uhr@Hrn Scholte: Sie haben recht, ich bin völlig blind! Denn es muß "iPhone" und nicht "iPod" heißen ..
Ich leb echt hinterm Mond ...
Richtig Herr Scholtze
Droht Banken aufgrund windiger Geschäfte der Bankrott, werden sie
mit Steuergeld gerettet. Das nennen dann Leute wie Herr Schmackes dann
schlau, obwohl die Banker entweder zu blöd oder zu faul waren,
ordentlich zu wirtschaften und statt dessen ihren Kunden
Immobilienkredite andrehten, die auf Grund der von den Banken
angeheizten Immobilienblase irgendwann notwendig platzen mussten.
Mündigkeit gilt in Herrn Schmackes Verständnis allein für
die Kunden, für die Banker reicht hingegen die Systemrelevanz.
Ihr Beitrag...
...der voller Neid, Missgunst und Misanthropie nur so trieft macht einen einfach nur traurig.
Mitschuld weil die Bank Treue- und Sorgfaltspflichten hat
Herr Schmackes, die Bank verwaltet die Einlagen der Sparer. Deshalb hat
sie bei der Kreditvergabe Treue- und Sorgfaltspflichen. Sie muß
daher die Bonität des Kreditnehmers und die Werthaltigkeit der
Immobilie prüfen. Darüber hinaus hat sie Beratungs- und
Aufklärungspflichen gegenüber dem Kreditnehmer. Hier muß
in Spanien sehr viel schief gegangen sein, damit es zu so einem
Massenphenomän kommt.
Offensichtlich haben die Banken die Bonität nicht richtig
geprüft, die Immobilien viel zu hoch bewertet (die Kreditsumme ist
oft wesentlich höher als der Marktwert) und offensichtlich die
Kunden nicht genügend über die Risiken informiert. Daher
tragen sie eine Mitschuld. Allerdings müssen sie - im Gegensatz zu
den Kunden - nicht bluten weil die Rettungseuropäer ihre Verluste
'kapitalisieren'. Daher sind sie auch nicht an einer Verlustminimierung
zB durch Umwandlung in Mietverträge etc interessiert.
Wieso?
Könnte die zu erwartende "Kompetenz" vielleicht der Grund
für die "Schuld" sein?
Kann man von einem Bankberater nicht erwarten, dass er sieht, was Frau
Orosco nicht sieht, dass sie nämlich nur Friseurin ist und sich die
1000 EUR nicht leisten kann?
Oder wollte er vielleicht sowohl das Haus als auch die Zinsen? Dann
wäre es logisch, dass er Dumme sucht, die das Haus kaufen, Zinsen
vereinbaren, und dann, irgendwann, nicht mehr zahlen können,
wodurch das Haus an die Bank fällt und die Zinsen obendrein noch
fällig werden.
DAHER ist die Bank schuld. Sie hätten es wissen müssen.
Wenn ich Ihnen, auf ihre Bitte hin 100.000 leihe, zu 5 Prozent, mit
Hypothek und Grundschuld, bei der aber dann 15 Prozent eingetragen sind
(wieso ist das bei uns in D überhaupt erlaubt?), und Sie kommen in
schwierige Zeiten, können vorerst nicht mehr pünktlich zahlen,
dann nehme ich ihr Haus und verlange zudem noch den
"Differenzbetrag" zum aktuellen Wert plus die Zinsen für
die Restlaufzeit.
WIESO ist die Allgemeinheit schuld, wenn Banken "GERETTET" werden müssen
Wie lernresistent und gewollt blind muss man sein, um im Jahr 2012 noch so zu tun, als würden Banken einer konventionellen, gar soliden Kauf-Verkauf-Tätigkeit nachgehen?
Was wäre denn, wenn der Boom und die Preissteigerungen schön weitergelaufen wären ??
Hätten dann die wagemutigen Käufer (90 % Fremdkapital) )die Inflationsgewinne zurückgegeben?? Risiko und Chance, diese Regel zu durchbrechen geht wohl nicht.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 13:24 UhrJa, auch die ...
... spanischen Wohnungskäufer und Bürgerinitiativen arbeiten nach dem Prinzip: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Aber: Es gibt in der Tat Missstände bei den Kreditverträgen, die behoben werden sollten, im Interesse aller.
Paul Ingendaay Jahrgang 1961, Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid.
Jüngste Beiträge