12.06.2012 · Lieber groß geirrt als langweilig recht behalten: Margarete Mitscherlich, die große Psychologin der deutschen Nachkriegsseele, ist im Alter von 94 Jahren gestorben.
Von Jürgen KaubeRichtlinien für Lesermeinungen
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..und dem was jetzt in den Ländern vorgeht, die sich den Freunden
der "Finanzinnovationen" besonder gut hingegeben haben, wird
1929-1945 für mich wesentlich nachvollziehbarer.
Bei 30% Arbeitslosigkeit, der Zerstörung von langjährig
angesparten Vermögen ist es ziemlich schnell vorbei mit den ganzen
Konventionen der Zivilisation. Extreme politische Parteien aller
Richtungen bekommen massiv Zulauf.
Die Zerstörung des Finanzsystems hat katastrophale politische
Wirkungen, auch wenn unsere Damen und Herren Beamten und Offiziere das
gerne ignorieren möchten. Später ist es dann
"unerklärlich wie Menschen zu solchen Brutalitäten in der
Lage waren". Die Studienräte werden es später beklagen
und retroaktiv "Zivilcourage" fordern.
Jaja.
Ich dachte schon, ich stoße hier jetzt auf Psychoanalyse verherrlichende Kommentare, wie es dieser Artikel versucht. Frau Mitscherlich und vor allem ihren Tod mal ganz außen vor gelassen, Psychoanalyse bringt keine großen Psychologen hervor. Auch keine großen Psychotherapeuten, falls das gemeint war.
"Lieber groß geirrt als langweilig recht behalten:"
Welch ein irres, verachtendes, gefährliches Motto.
Sicherlich, um Bücher zu schreiben, in der Diskussion zu bleiben,
Aufsehen zu erlangen mag das richtig sein.
Die Menschen, die der Psychoanalyse sich unterziehen oder unterzogen
werden, sehen das mit Sicherheit anders.
Noch immer erweisen sich 50% der Analysen im Nachhinein als absolut
falsch, ihre Wirkungen aber kaum noch zu korrigieren, zum Schaden der
Menschen und der Gesellschaft.
Beruhigend ist, dass auch die Idole der 68er sterblich sind
Vielleicht ist es ja auch die Stimmung der PC, die sich wie Mehltau übers Land gelegt hat.