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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Zum 300. Geburtstag Friedrich II. im Philosophenspiegel

 ·  Friedrichs Liebe zur Aufklärung fand ihre Grenzen bisweilen an den praktischen Fragen der Politik. Der Liebe der Denker zu ihm hat das lange keinen Abbruch getan.

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Thomas Gaugen

Die offene Gesellschaft und ihre Feinde.

Die Wahrheit im Bereich menschlichen Zusammenlebens besteht aber NICHT in Gerechtigkeit. Sie ist wichtig, aber nicht die Wahrheit. Das wußte schon Aristoteles: "Zu sagen nämlich, das Seiende sei nicht oder das Nicht-Seiende sei, ist falsch, dagegen zu sagen, das Seiende sei und das Nichtseiende sei nicht, ist wahr. Wer also ein Sein oder Nicht-Sein prädiziert, muss Wahres oder Falsches aussprechen."
Jeder der was von Methaethik versteht, weiß dass Gerechtigkeit weder mit Wahrheit noch mit Unwahrheit zu tun hat.
Wahrheit ist Intersubjektiv oder wenn man es vorziehen möchte, der Gegenstand von Sätzen oder Aussagen.

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Karl Schade
Karl Schade (J.K.S) - 23.01.2012 12:53 Uhr

Friedrichs Fiskalpolitik - ganz aktuell

Während Friedrich der Große als Feldherr, Philosoph, Misantroph, Komponist und merkantilistischer Wirtschaftspolitiker populär, bewundert und verhasst ist, bietet seine Finanzierung des Siebenjährigen Krieges ein weniger bekanntes Vorbild für die Politik der Eurorettung durch Flutung der Märkte mit neugeschaffenem Geld. Friedrich verpachtete das Münzrecht im eroberten Kursachsen an die beiden jüdischen Finanziers Veitel Ephraim und Daniel Itzig und wies sie an, schlechte Münzen mit niedrigem Silbergehalt zu prägen. Während der kriegführende Staat Preußen den Hauptnutzen aus dieser Münzverschlechterung zog, richtete sich der Hass des Publikums, das die Münzen "Ephraimiten" nannte, gegen die beiden Juden. Diese sind damit das Vorbild für die verhassten und geschmähten "Bonibanker" unserer Tage, die zwar persönlich übermäßig profitieren, die man aber trotz geheuchelter Empörung gewähren lässt, weil sie das Geld für den nimmermüden Kredithunger defizitärer Staaten beizubringen haben.

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Prof Georgy Koentges

speiuebel

Beim diesem Versuch, das Unrechtfertigbare noch in ein Florilegium der Philosophie schuetzend einzuhuellen, wird mir speiuebel. Absolutismus und absolute Philosophie sind alte Bettgenossen: wir wissen, was Platon passierte, als er sich mit dem Tyrannen einliess, um seine Philosophie durchzusetzen! Einen Moerder, der unprovoziert Schlesien in Schutt und Asche legt, mit einem Mark Aurel, der keine Lust hatte, mit Nachbarn Kriege zu fuehren, zu vergleichen, das folgt stillschweigend Friedrichs eigener Logik der Selbstbeweihraeucherung. Den Satz uebers Raisonnieren demokratisch umzudeuten, wo er doch nur Zeichen absolutischer Machtfuelle war, erscheint unredlich. Er fuehrte die Kartoffel ein,toll. Hunde, wollt ihr ewig leben? Wie ging er mit seiner viel kultivierteren Schwester um? Wenig Sein hinter dem Schein. Nicht nur Bach verspottete ihn. Das 'Aus seiner Zeit verstehen' entspricht nicht dem Programm der Aufklaerung. Dem floetenden, dilletierenden Massenmoerder die damnatio memoriae!

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Wolfgang Würz
Wolfgang Würz (mabriwo) - 22.01.2012 21:48 Uhr

Reine Verklärung der Geschichte

findet sich in dem gleichwohl kenntnisreichen Artikel von Otfried Höffe. Es bleibt dabei, Friedrich II hat unendlich viel Leid über die Menschen gebracht und mit unendlicher Lebensverachtung Menschen in hochriskante Kriegsabenteuer gestürzt. Kein Geringerer als Carl von Clausewitz hat dies bereits in seinen Abhandlungen beschrieben: "Irgendein großes Gefühl muß die großen Kräfte des Feldherrn beleben. Sei es (....) der Stoz eines glorreichen Untergangs wie in Friedrich dem Großen".
Sein Vater war Offizier in der preußischen Armee und hat nach dem siebenjährigen Krieg den Dienst quittiert. Carl von Clausewitz dürfte mit seiner Einschätzung, wie mit seinen Analysen insgesamt, ziemlich gut gelegen haben.
Bitte keine Glorifizierung eines in seiner Kindheit geschundenen Menschen wie Friedrich II.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.01.2012 21:43 Uhr
Bernd Stornfels
Bernd Stornfels (Thetus) - 24.01.2012 21:43 Uhr

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"Es bleibt dabei, Friedrich II hat unendlich viel Leid über die Menschen gebracht und mit unendlicher Lebensverachtung Menschen in hochriskante Kriegsabenteuer gestürzt. Kein Geringerer als Carl von Clausewitz hat dies bereits in seinen Abhandlungen beschrieben: "Irgendein großes Gefühl muß die großen Kräfte des Feldherrn beleben. Sei es (....) der Stoz eines glorreichen Untergangs wie in Friedrich dem Großen"."

Es bleibt dabei, Friedrich II hinterließ eine Großmacht - wo vorher nur ein unbedeutender Kleinstaat war. Und wenn die Preußen begriffen hätten, daß sie Preußen sind ... und eben KEINE Deutschen, dann hätten sie sich 1871 bzw. in der Zeit davor GEGEN Deutschland und FÜR Preußen entschieden - und könnten heute noch in einem Preußen leben, das ihnen Friedrich hinterließ - statt etwa als als vergessene Vertriebene ohne jedes Bewußtsein ihrer selbst als Sklaven der BRDler vor sich hin zu dämmern.

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Christian Lehmann-Eschenhorn

Selten war mehr Anlass ...

Bringt man mit oder ohne Platon einen wahrhaften Philosophen mit einem akademischen Amt in Verbindung? Das nur, weil diese Unterscheidung vom Verfasser mehrfach getroffen wird.

Ein schöner Artikel, nicht nur passend zum Geburtstag von Friedrich II.

Ja, es gibt wahrlich genug Anlass, um über den Philosophen-Königssatz nachzudenken. Insbesondere wenn das Staatsoberhaupt das "Vertrauen der Bürger und deren Achtung" vollumfänglich verspielt hat, sich auf bloße Rückendeckung seitens der Kanzlerin und deren Parteisoldaten verlässt und - nachdem er sich selbst die Absolution erteilt hat - auf das Vergessen der Bürger spekuliert.

So wie der Verfasser über Platon hinaus geht und vom philosophischen Herrscher Staatsreformen erwartet, wünsche ich mir, dass unsere Justiz endlich über bloßes Nachdenken hinaus geht und durch Ermittlungen demjenigen aus dem höchsten Staatsamt verhilft, der nichts repräsentiert, was hier als wünschenswert vorgestellt wird.

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